Donnerstag, 16. Mai 2013

Frauenrechtsquilt Block 35

Als ich das Muster gesehen habe, wußte ich sofort, wie die Widmung für diesen Block werden soll, das Thema brennt mir schon lange auf der Seele, es gab nur lange keinen Block mit einem Kreuzmuster. Das Kreuz ist verschoben, aus den Fugen geraten, so wie die einstige caritative Idee.
Seht Ihr den seltsam ketten-gemusterten Stoff? Der steht bildhaft für Chromosomenketten - dieser Block sei - stellvertretend für alle Betroffenen - der jungen Frau gewidmet, der nach einer Vergewaltigung in einer Kölner Klinik der Zugang zur "Pille danach" verwehrt wurde. Das rote Kreuz steht für die medizinischen Einrichtungen, in denen die betroffenen Frauen versorgt und betreut werden - falls sie betreut werden! Was ist das für eine katholische Kirche, deren Köpfe - alles Männer - solche Entscheidungen treffen! Das schreckliche Erlebnis ist ja schlimm genug für eine Frau, aber wenn dann noch die Sorge um eine ungewollte Schwangerschaft dazu kommt! Und dieses Ereignis war kein Einzelfall sondern hat katholisches System. Mit Schwangerschaftsabbrüchen will die katholische Kirche nichts zu tun haben. Mitarbeiter bekommen klare Anweisungen, dass Vergewaltigungsopfer an andere Kliniken weitergeschickt werden sollen, falls sich andeutet, dass sie mit der "Pille danach" behandelt werden wollen. Da reden wir noch gar nicht von allumfassender Beratung und Fürsorge. Und genau die würde man jeder Frau in so einer Lage wünschen, egal, ob sie einen Minirock trug oder nicht.
In der Mitte des Blocks treffen sich der Tod und die Hoffnung.


Für das Recht einer medizinischen Versorgung ohne Vorurteile und Dogmen:


Das Haus ist auch gebaut, ein Krankenhaus. Ein Haus zwischen Tod und Hoffnung.
Das Kreuz muss ich noch ordentlich festtackern.

Kommentare:

  1. Ein Krankenhaus... witzig irgendwie. Ob es auch eine Kirchen geben wird?

    Nana

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    1. Kann man noch nicht so sagen, das Architekturbüro kommt mit der Planerei nicht so recht voran, es geht immer ziemlich ruckzuck. Also bleibt das eine Überraschung.

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  2. Ja, die alten Männer in dieser kath. Kirche. Leben in Prunk und Gold. Tragen rote, handgemachte Schuhe und haben keine Ahnung vom wirklichen Leben. Meine Familie ist erzkatholich und meine Schwester macht Gebetswochen!?!?! Ich habe mal Kurse in einer kath. Einrichtung gegeben. Da gab es einen Spruch "Die Kinderwäsche vom evang. Pfarrer hängt hinterm Haus, die vom kath. Pfarrer im ganzen Dorf". Ein verlogenes Pack ist das. Ein Krankenhaus hast Du nun ja auch in Deinem Dorf. So kann wenigstens symbolich geholfen werden.
    Lg Marianne

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    1. Ja, ein Freund von uns ist gerade aus seiner kath. Kirche ausgetreten. Und da ist er wohl nicht der Einzige...

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  3. Dieser Fall war echt schockierend und anscheinend wirklich kein Einzelfall, sondern Prinzip. Abscheulich!
    Deinen Block hast Du uns gut nahegebracht.
    Ansonsten hätte ich nämlich einen Knoten für Verbundenheit reingedeutet...

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    1. Auch eine gute Idee, so kann man es auch deuten.

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  4. Das ist wirklich ein grausamer Vorfall gewesen und garantiert kein Einzelfall. Wer weiß schon, wievielen Missbrauchsopfern die Pille danach verweigert wurde, bei denen der Missbrauch auch noch durch Angehörige derselben Kirche erfolgte.
    Ich weiß schon, warum ich mit Kirche so gar nichts mehr am Hut habe. Dabei war ich "nur" evangelisch.
    Bei der katholischen Kirche habe ich den Eindruck, dass da alle gegen alle Verbote verstoßen können wie es ihnen gerade einfällt. Danach wird gebeichtet und alles ist wieder gut. Wir dagegen müssen selbst die Verantwortung übernehmen für das, was wir tun. Und das ist auch gut so.
    Ein toll umgesetzter Block zu einem bedrückenden Thema!
    Bei dem Krankenhaus hoffe ich einfach mal, dass es keine kirchliche Einrichtung ist, sondern eine, die allen hilft!

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