Samstag, 29. Juni 2013

Sklavinnen

Schon wieder ein anstrengendes Thema im Frauenrechtsquilt! Block 43 beschäftigt sich mit den furchtbaren Bedingungen unter den Sklaven lebten.
Regina hat es für uns prima aus dem Englischen übersetzt:

"1838 publizierten Theodore Weld, Angelina Grimke Weld und Sarah Grimke, alle drei Gegner der Sklaverei, ein Buch über die Sklaverei, wobei sie für die Recherche mit einer ungewöhnlichen Methode vorgingen: sie analysierten Anzeigen in Zeitungen, in denen nach entlaufenen Sklaven gesucht wurde! Dort wurden vor allem die Verletzungen beschrieben, an denen man die entflohenen Sklaven erkennen konnte: verbrannte Gesichter, Narben, fehlende Augen oder Hände.
Weld und die Grimke Schwestern waren die ersten, die solche Anzeigen als Quelle benutzten, eine Methode, die bis heute aktuell ist.
So wird in einer Anzeige "Bet" gesucht, unterwegs mit "2 Jungen, von denen einer ein Mulatte mit blauen Augen war". Daraus kann man vermuten, dass sie ihren ersten sexuellen Partner nicht frei wählen konnte, es hielt sich in der Gesellschaft das feudale "Recht der ersten Nacht". In vielen Familien lebten die "Patriarchen" mit Frau und Konkubinen unter einem Dach, die "Mulatten-Kinder" sahen den richtigen Kindern sehr ähnlich, was für Außenstehende offensichtlich war, aber in den Familien wurde lieber von "Tropfen vom Himmel" gesprochen....
Auch die Grimke Schwestern zogen von Charleston fort, da sie gegen die Sklaverei waren. Doch später mussten sie erfahren, dass sogar ihr Bruder 3 Kinder mit seiner Sklavin hatte: sie kümmerten sich um sie und ließen sie in Harvard studieren."

Aus heutiger Sicht betrachtet kann man ja froh sein, dass die Sklavengesellschaften vergangener Tage eben Vergangenheit sind. Und trotzdem ist das Thema nicht aus der Welt: überall gibt es mir Regelmäßigkeit oder Abartigkeit Menschenhandel, Zwang in Untergebung, Ausbeutung der Arbeitskraft. Und in diesen Abhängigkeiten immer wieder auch Missbrauch von Frauen und Mädchen...

Der Block  - "Gentlemen's Fancy", also die "Fantasien der Männer" - soll an den sexuellen Missbrauch von Abhängigen erinnern.


Block 43! Ich bin erstaunt, dass die 49 Blöcke nun bald alle veröffentlicht sind. Der BOW neigt sich seinem Ende zu. Und obwohl ich zeitweise mächtig hinterher gehinkt bin, habe ich inzwischen fast alle Blöcke genäht. Das hätte ich zu Beginn nicht gedacht! Leider sind viele, die anfangs begonnen haben, diese Blöcke zu nähen, irgendwo auf der Strecke geblieben. Umso schöner finde ich es, dass zwischendurch auch wieder Mitnäherinnen dazu kamen und der Blog "Ein Quilt für die Rechte der Frauen" doch allerhand regelmäßige Leserinnen hat. Der Endspurt liegt mitten im Sommer, das heißt für mich dann doch noch mal eine Pause, aber im Herbst soll er irgendwann fertig werden, dieser ganz besondere Quilt!

Die PP-Näherinnen unter Euch dürfen jetzt mal schallend lachen! So blöd kann nur ich sein...


Denn eigentlich sollte das ja besser so aussehen:


Diese Blöcke sind ja nicht ursprünglich zum Nähen über Papier gemacht, es ist also kein "Nähen nach Zahlen", aber viele sind gut geeignet und dann tue ich es eben doch - und manchmal eben auch falsch.... :-)

Kommentare:

  1. Das Thema "Fantasien der Männer" ist wirklich schwer umzusetzen. Den Titel hätte man anders wählen solle, denn dafür ist ja jeder Block zu schön.
    Freu mich auf den Herbst (Aber der scheint ja schon vor der Tür zu stehen, so wie es draußen aussieht)
    LG Judy

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  2. Ich finde es toll, wie du nach und nach die verbleibenden Blöcke nachholst. Es sind wie immer spannende Themen. Die Blöcke gefallen mir sehr oft sehr gut, auch den heutigen finde ich sehr schön.

    LG, Petruschka

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  3. Das Thema ist mal wieder ziemlich erschütternd. Umso schlimmer, da man auch heute noch über Unzucht mit Abhängigen reden muss ... :(

    Dein Block ist wirklich schön. Aber die Fantasien der Männer haben ihn wahrlich nicht verdient!

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