Freitag, 2. Dezember 2016

Ein Ungetüm im Ofen

Meine Güte! Ich weiß nicht, was mich da geritten hat! Unser alljährliches Gänsebratenessen im Freundeskreis steht vor der Tür und ich brauchte eine Gans. Ich konnte mich entscheiden zwischen 3,2 kg oder 5,8 kg.... Pah! 3,2 - das ist doch nix!! Also habe ich die große Gans genommen. Schon beim Einfrieren kamen mir Zweifel: ob die wohl in den Bräter passt? Wohl kaum.... Also habe ich mir einen größeren Bräter geborgt. Und selbst damit war es schwierig. Ich musste das Tierchen mit viel Macht überreden, seine Beine noch ein bisschen weiter unter die Arme zu ziehen, damit sie in den Topf passte! Soweit - so gut:



Weitere Schwierigkeit, die schon im Vorfeld deutlich zu sehen war: Donnerstags abends habe ich keine Wendehilfe im Haus. Bei der echten Weihnachtsgans ist das kein Problem, da ist das Haus voller helfender Hände, aber mit dieser ersten Gans kämpfe ich immer ganz allein. 5,8 kg wollen gewendet sein! Da habe ich mir dieses Jahr einen feinen Trick ausgedacht und sofort, als die Gans im Ofen war, in die Tat umgesetzt:


Als ich neulich den Topfuntersetzer mit dem Insul bright gefüttert hatte, habe ich auch einen "Hitzetest" gemacht. Das Zeug ist echt gut. Es isoliert deutlich besser als Thermolam. Und ich hatte noch etwas davon im Haus. Damit habe ich mir zwei winzige TopfGanslappen genäht. Ganz simpel, verstürzt, schmalkantig abgesteppt. Und was soll ich Euch sagen: prima! Die beiden ersten Wendungen gingen ganz einfach, indem ich das Tierchen mit den Ganslappen an den Hinterbeinen angefasst, hochgehoben und einfach umgedreht habe. Bei der 3. und 4. Wendung musste ich zwar die Fleischgabel zu Hilfe nehmen, weil die Keulen schon recht weich waren (dann reißen die Beine u.U. ab?), aber auch das ging gut. Wenn man richtig "hinfassen" kann, ist das jedenfalls deutlich komfortabler als wenn man mit Instrumenten hantieren und immer Sorge haben muss, dass einem das Fett um die Ohren spritzt....

Fotos gibt es von den Wendeaktionen leider keine, war ja niemand da, der sie hätte machen können - ich selbst hatte alle Hände voll zu tun! Aber die Ganslappen sehen auch nach getaner Arbeit noch prima aus, gehen jetzt einfach in die Wäsche und sind Weihnachten wieder einsatzbereit. Sie haben genau die richtige Größe, dass man sich nicht die Finger verbrennt, aber sie auch nicht ins Fett tauchen beim Wenden.


Wer sich genauer dafür interessiert, wie ich das ansonsten mit der Gans mache, kann das hier nachlesen.
Zerlegt passt das Tier auch wieder in die kleine Pfanne.


Und übrigens.... ich bin ja seit August Vegetarier, aber heute Abend nicht!!! :-)
Die Ganslappen verlinke ich derweil noch fix bei der Jahresparade der Muster im Vichy-Monat, das passt gerade noch.

Kommentare:

  1. Gratuliere! Ich habe noch nie Gans gemacht. Und wenn ich da so lese, denke ich, ich werd das auch nie
    Herzlichst
    yase

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  2. Ne ganze Gans?
    Ganze Arbeit!
    Bei einfachen Lappen hätte ich immer Angst, dass die wie von selbst in ihre ursprüngliche Form zurück klappen wollen und ich dann das Falsche zu fassen kriege. :-O
    Aber ich wünsche einen guten Appetit!
    LG Lehmi

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  3. Ich war 16 Jahre Vegetarier!!!! Seit der 2. Schwangerschaft (vor also 12 Jahren) nicht mehr.

    Ich kann es mir bildlich vorstellen, wie das "Baby" aussah, als Du es an den Beinen/Armen hochgezogen hast.

    Nana, die jetzt gerne einen Happen davon hätte.

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  4. Unglaublich was ein paar kilo mehr ausmachen, aber du hast das ja ganz kreativ gemeistert! Super! Viel Freude beim gemeinschaftlichen Essen und geniesst es.
    LG Martina

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  5. Man bzw. Frau muss sich eben zu helfen wissen. Ich hoffe, Du bekommst die Gänselappen wieder sauber.
    Viel Spaß beim Freundetreffen mit Gans.
    LG Judy

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  6. Hmmmm, ich habe HUNGER !!
    Die Wendeproblematik hast Du ja prima gemeistert. Da bleibt mir nur noch, einen guten Appetit zu wünschen.
    Liebe Grüße
    Jeannette

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  7. wow, da warst du ja voll in Action. Ich habe die Gans noch nie in einem Bräter gemacht, sondern immer auf dem Blech im Ofen. Gut, der Ofen ist hinterher schweinedreckig. Aber ich mache das ja auch nur einmal im Jahr. Bin immer am Überlegen, ob sich die Anschaffung eines Bräters lohnt.
    Winkegrüße Lari

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  8. Hast Du schon ein Patent auf die Gänselappen angemeldet? Ich kannte solche Wendelappen vorher noch nicht. Aber eine tolle Idee und fix umgesetzt (wenn man nähen kann und Stoffvorräte hat).
    Liebe Grüße, Inge

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  9. Tolle Idee. Wie praktisch dass so ein Vogel so lange in den Ofen muss, dass man sogar noch Zeit hat Wendelappen zu nähen ;-)
    Liebe Grüße, Sandra

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  10. Boah was ein "Vieh"
    Du hast die Herausforderung prima gemeistert!
    Du hast nicht nur am Herd fürs Essen gestanden, nein auch an der Nähaschine. Und ich hätte echt gedacht der Lappen wäre schmutziger gewesen :-)
    Liebe Grüße Birgit

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  11. Wow das ist ja ein großer Braten, aber wenn`s gut schmeckt auch schnell verputzt.
    Die Lappen brauch ich auch, hab auch immer Probleme beim Wenden von Ente und Co.

    Liebe Grüße und schönen 2. Advent.
    Uta

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