Na, seht Ihr sie auch fliegen? Nicht? Dann kommt mal rein... Denn bei uns gibt es dieses Jahr besonders viele Hirschkäfer. Die Hirschkäfer fliegen im Juni und Juli. Da kann man sie tagsüber im Garten krabbeln sehen und wenn man Glück hat hört und sieht man die Männchen abends fliegen. Sie fliegen fast senkrecht, das sieht sehr ulkig aus. Sie klingen wie ein Hubschrauber! Ich schaffe es leider nicht, einen fliegenden Hirschkäfer zu filmen. Da ist meine Technik völlig unzureichend... Hier könnte Ihr einen kurzen Blick auf einen (los)fliegenden Käfer werfen. Die vom Hessischen Rundfunk können viel besser filmen, fliegende Käfer sind da zwar nicht dabei, aber schaut Euch das gern mal an wie die Käfer kämpfen
Ihr wisst sicher, dass man Männchen und Weibchen an ihrem Aussehen unterscheiden kann? Das ist hier ein Männchen mit den großen "Geweihen". Die nutzen sie tatsächlich, um miteinander zu kämpfen wie die Hirsche.
Es sind wirklich stattliche Tiere! Sie können mitsamt ihrem Geweih bis zu 10 cm lang werden. Die Weibchen sind kleiner:
Sie haben deutlich kleinere Scheren. Dieses hier ist leider nicht mehr unter den Lebenden, aber ihr könnt die kleinen dicken Scheren am Kopf sehen.
Aber schaut Euch mal dieses Prachtexemplar an!
Ich habe jetzt gelesen, dass die Größe der Hirschkäfer von ihrer Nahrungsqualität als Raupe abhängt. Logisch irgendwie. Da kann es natürlich sein, dass die bei uns hier im Garten nicht so gut ist. Alte Eichen haben wir nämlich nicht.
Die Hirschkäfer lieben besonders alte Eichen, nehmen aber auch Baumsäfte von anderen Bäumen auf. Diesen brauchen sie, um sich erfolgreich zu vermehren. Nach der Befruchtung gräbt sich das Weibchen einen halben Meter tief in die Erde ein. Sie verwendet viel Kraft und Energie, um einen geeigneten Eiablageort zu finden. Dort legt sie ihre Eier ab und zwar an die Wurzeln von alten Bäumen (wenn keine Eichen da sind nehmen sie auch andere Totholzbäume). Dort ernähren sich die Larven von morschem und verpilztem Holz. Bei uns im Garten sind es wohl die alten Pappel- und Birkenstümpfe, die ihnen als Nahrung dienen. Sie leben 6 bis 8 Jahre unter der Erde, dann verpuppen sie sich und nach 6 bis 8 Wochen schlüpfen die Käfer. Diese graben sich im Frühling an die Erdoberfläche. Hier können wir sie jetzt erleben - leider nicht lange, denn so ein Hirschkäferleben ist kurz! Die Hirschkäfer leben nur wenige Wochen oberhalb der Erde.
Auch wenn wir dieses Jahr immer wieder mal einen sehen können erleben wir das als ganz besonderes Geschenk! Und hoffen, dass uns diese Art erhalten bleibt. Das ist nicht selbstverständlich...
Verlinkt wird beim Plausch am Gartenzaun.




Was für ein spannender Beitrag, den ich mit großer Freude gelesen habe, liebe Elke. Hirschkäfer sind wirklich beeindruckende Tiere. Wir haben vor einiger Zeit auch einige in der Naturwaldzelle Niederkamp entdeckt und waren ganz begeistert. Bei uns im Garten hatten wir dafür sogar schon einmal Besuch von einem Nashornkäfer. Solche Begegnungen sind jedes Mal etwas ganz Besonderes und zeigen, wie wertvoll naturnahe Lebensräume sind. Deine Fotos und die vielen interessanten Informationen haben mir wieder sehr gefallen. Liebe Gartengrüße, Nicole
AntwortenLöschenHallo Elke,
AntwortenLöschenspannend, was man bei dir über die Hirschkäfer erfährt. Ganz selten habe ich mal einen entdeckt, mal im Waldbereich der Schwanheimer Düne, mal im Waldbereich des Kelsterbacher Staudenweihers. In beiden Fällen gibt es auch sandigen Boden. Ob das was zu sagen hat? Und du guckst Hessischen Rundfunk? Na, warum nicht? Ich gucke auch immer die Programme fast aller "Dritten" durch, um zu sehen, wo es interessante Dokus gibt.
Herzliche Grüße – Elke
Oh, diese Käfer zu sehen ist wirklich nicht selbstverständlich und so etwas Besonderes, es gibt sie nicht mehr viel! Ich freue mich mit Dir über die Beobachtungen. Und wie schön, dass Ihr etwas Totholz im Garten lasst für solche Tiere.
AntwortenLöschenLiebe Grüße 🏖
Nina
Liebe Elke, da habe ich viel gelernt. So genau wußte ich das nicht. Interessant, was bei euch im Garten alles zu finden ist.
AntwortenLöschenLiebe Grüße schickt
Renate
Sehr informativ! Wenn wir alles zusammen nehmen, wird so ein Hirschkäfer dann aber doch ganz schön alt. Weiß nicht, ob ich jemals einen in natura gesehen habe.
AntwortenLöschenNana