Freitag, 4. September 2026

Mein 12tel Blick im August 2026

Der Laptop wollte nicht. So gar nicht. Deshalb hänge ich mit meinen Berichten zum Monatswechsel total hinterher und auch der 12tel Blick kommt mit Verspätung. Aber die Wiese war rechtzeitig zur Stelle:
 

Wir haben nach wie vor ein paar große Stücke nicht gemäht und hier steht allerhand Trockenkraut. Inzwischen lässt der Ahorn seine Blätter ins hohe Gras fallen.  Gras ist das nicht. Hauptsächlich stehen hier Blütenstände von Wilder Möhre und Wegerich, trockene Stängel von Braunelle und Klee... 
 

Aber nun werden wir doch mähen müssen. Denn die Blätter können auf Dauer hier nicht liegen bleiben und zusammenharken ist bei dieser Wildwiese nicht. 
Schaut mal diese filigranen Samen der Wilden Möhre an, ganz zart...


An der Mauer wird es auch immer trockener 
 

Wenn man hier nach Farbe sucht fallen viele kleine hochstehende Blütenstände auf. Hier begegnet mir mal wieder eine der großen Unbekannten....



Man sieht sie ja ständig, aber: was ist das?
Die Recherche ergibt: es handelt sich um das 

Gewöhnliche Bitterkraut
 
Gewöhnliches Bitterkraut, auch: Habichtsbitterkraut, Picris hieracioides
Seinen Namen verdankt es dem bitteren Geschmack der Wurzel und des Milchsafts der Pflanze 
Familie: Korbblütler
Blütezeit: Mai bis Oktober
Höhe: 30 bis 90 cm, 
Wurzel: kurzes Rhizom
Vorkommen: weitverbreitet in Europa
bevorzugt lückige Rasengesellschaften, Wegränder, Steinbrüche, Bahndämme, Ödland, kalkreiche, stickstoffhaltige, wenig humose Böden. Das Bitterkraut ist eine Pionierpflanze.
Häufigkeit: häufig
Blätter: die Pflanze ist zweijährig bis ausdauernd. (zweijährig: Im Umkehrschluss heißt das auch, man müsste in der zweiten Jahreshälfte die Jungpflanzen sehen können, die konnte ich noch nicht identifizieren) 
Die oberirdischen Teile haben eine borstige Behaarung.
Der Stängel wächst aufrecht, oben verzweigt. 
 

Die Blätter sind länglich, spitz zulaufend, leicht gezähnt und wechselständig. Die Grundblätter und die unteren Blätter am Stengel sind gestielt, die oberen den Stengel umfassend. Das ist wohl ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Auf dem Foto sieht man auch sehr schön die "Borsten" an den Blättern. Beim Vorbeistreifen "klebt" die Pflanze dadurch leicht an der Jacke.
 

Blüten: 
körbchenförmige Einzelblüten mit einem Durchmesser von etwa 1 cm stehen als lockere Dolde. 
 

Die Hülle unter den gelben Zungenblättchen ist meist leicht tailliert. Die Hüllblätter sind 10 bis 15 mm lang und widerhakig behaart. Die gelben Zungenblütenblättchen sind etwa doppelt so lang wie die Hüllblätter.
Wenn die Blüten an der Spitze der Pflanze verblüht sind schiebt sie in den Blattachseln kleine Einzelblüten
 

Die Blüten öffnen sich am Vormittag und schließen sich nachmittags und bei schlechtem Wetter. 
Die Samen bilden eine kleine "Pusteblume" und versamen sich durch den Wind.
 

Verwendung: die Blätter sind essbar - theoretisch, sie sind so borstig, dass ich das nicht probieren würde
Wissenswertes: Der Stengel enthält Milchsaft
Die Pflanze ist eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Insekten bis in den Herbst hinein.

 
Und natürlich machen wir auch dieses Mal Wiederholung:
Die Gemeine Braunelle fängt nach den trocken-heißen Tagen und dem Regen Ende August "noch mal von vorne an". Sie blüht auf winzigen Stengeln mit kleinen Blütchen:
 

Ehrenpreis konnte ich keinen finden.
Das Balkan-Windröschen ist ebenfalls verschwunden. 
Das Wiesenlabkraut schiebt ebenfalls neue Blättchen, die Pflanzen sind aber auch nur 10 cm hoch.
 

Weißklee und Rotklee sind verblüht.
 

Aber auf den gemähten Wiesenstücken schieben sie neues junges Grün
 
 
Die wilde Möhre zeigt uns neben den tollen Samenständen, die hoch über der Wiese im Wind schaukeln neue kleine Pflänzchen, 10 cm hoch. Deren Blütenstände sind winzig. Trockenstress...


Diese Kräutlein kennen wir nun schon:

Gewöhnliches Bitterkraut
 
Nun schauen wir noch auf die Jahresübersicht.
Die Wiese: 
 

Und die Mauer:
 


Verlinkt wird bei:
Eva Fuchs in der Sammlung der Jahresblicke 
den Jahresprojekten der Zitronenfalterin
 
Quellen:
wikipedia, abgerufen am 31.08.2026 
Aichele/Golte-Bechtle: Was blüht denn da, 56. Auflage 

 

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