Ohweh... ich hänge total hinterher mit meinen Postings zum Monatswechsel, auch mit dem 12tel Blick. Aber ich habe auf den allerletzten Pfiff noch Fotos gemacht von unserer inzwischen rascheltrockenen Wiese.
Das Gießwasser reicht zwar für die wichtigen Kulturen, Tomaten, Gurken, Zucchini, Bohnen.... aber nicht für die Wiese. Die gießen wir nie. Deshalb wächst da im Sommer in der Regel nicht viel. Dieses Jahr sieht es interessant aus weil wir nicht gemäht haben. Herr B. fragt jetzt ständig, ob er das trockene Kraut nicht doch mal wegmähen soll. Aber ich würde das schon gern weiter beobachten. Gras wächst auf alle Fälle keins. Am meisten fallen die abgeblühten Blütenstände von Rot- und Weißklee ins Auge und die trocken werdende Braunelle
An der Mauer wird es auch immer trockener und im Hintergrund sieht man einen für unsere Wiese eher ungewöhnlichen Gegenstand - das Kinderplanschbecken:
Ich konnte sie nie sicher von anderen ähnlichen Blütenständen wie z.B. Wiesenkerbel unterscheiden, deshalb habe ich mir das jetzt mal genauer angesehen...
Wilde Möhre
Wilde Möhre, auch: gelbe Rübe, Vogelnest, Kälberscheiß, Daucus carota
Familie: Doldenblütler
Blütezeit: Mai bis September
Höhe: 20 bis 120 cm,
Wurzel: Tiefwurzler bis 80 cm (vermutlich kommt sie deswegen so gut mit der Trockenheit hier zurecht), die Wurzel ist weißlich und essbar. Ich habe aber noch keine ausgegraben... Man sollte aber nur die Wurzel der einjährigen Pflanze essen, mit der Blüte wird sie holzig und scharf
Vorkommen: weitverbreitet in Europa, Asien und Nordafrika, bevorzugt trockenwarme, nährstoffreiche Unkrautfluren,Wiesen und Weiden, kalkhaltige Böden
Häufigkeit: häufig
Blätter: die Pflanze ist zweijährig, der Stängel hat eine borstige Behaarung und ist längsgerillt, die Laubblätter sind gefiedert. Beim Zerreiben riechen sie deutlich nach Möhre. Sie sind neben den Blättern der Kulturmöhre die wichtigste Nahrungsquelle für die Raupen vom Schwalbenschwanz, sagt Wikipedia, aber ich habe leider noch keinen Schwalbenschwanz bei uns im Garten gesehen
(zweijährig: Im Umkehrschluss heißt das auch, man müsste in der zweiten Jahreshälfte die Jungpflanzen sehen können, da muss ich direkt mal darauf achten)
Blüten: im zweiten Jahr vielstrahliger, doppeldoldiger Blütenstand, beim Aufblühen flach gewölbt, im Zuge der Reife nach innen vogelnestartig zusammengeneigt, in der Mitte der Dolde befindet sich eine rote, später schwarze "Mohrenblüte".
Direkt unter der Dolde sitzen lange geschlitzte Hüllblätter, die die Dolde wie ein Kragen umgeben
Die Früchte sind Klettfrüchte, die Fruchtreife findet von Juli bis September statt, währenddessen bleiben die Stile der Dolde nach innen gekrümmt (Vogelnestform)
Verwendung: die Wurzel kann im zweiten Jahr wie eine Gartenmöhre verwendet werden, hat einen niedrigeren Wasseranteil und schmeckt süßlich. Auch Blätter und Blüten sind essbar, können zum Würzen oder als Dekoration verwendet werden. Geschmack petersilien- oder anisartig.
Medizinische Wirkung: harndurchspülend, antioxidative und leberschützende Wirkung, meist als Öl aus den Samen gewonnen
Wissenswertes: Die wilde Möhre bleibt auch im Winter im trockenen Zustand stehen (das ist mir noch nie aufgefallen, muss ich beobachten, dafür gibt es einen Begriff, den ich auch noch nicht kannte: "Wintersteher")
Eine junge Blüte, die "Mohrenblüte" ist noch rötlich, die umgebende Dolde hat noch geschlossene Knospen:Ein bisschen später ist die Mohrenblüte fast schwarz und die Dolde strahlt in voller Pracht:
Von der Seite sieht man abends, wo sich die Dolde schließt, sehr schön den "Kragen" aus Hüllblättern
Die stacheligen Klettfrüchte werden von Tieren (und Menschen) verschleppt
Das Blatt lässt die Möhre erahnen:
So eine zauberhafte Pflanze! Wenn man die Details mal genau betrachtet kann man sich problemlos in die Wilde Möhre verlieben.... ;-)
Und natürlich machen wir auch dieses Mal Wiederholung:
Die
Gemeine Braunelle hat Mitte des Monats noch wunderbar geblüht, hat jetzt aber zunehmend trockene Blütenstände
Das Balkan-Windröschen ist ebenfalls verschwunden. Damit hätte ich zu Beginn des Projekts nicht gerechnet, dass ich Pflanzen wieder komplett aus dem Auge verliere. Sehr spannend!
Das Wiesenlabkraut steht "unter Beobachtung" und noch an seiner Stelle. Es ist nicht mehr so hoch gewachsen wie vor dem Ummähen:
Diese Kräutlein kennen wir nun schon:
Wilde Möhre
Nun schauen wir noch auf die Jahresübersicht - es ist nicht mehr so sattgrün wie im Juni, irgendwie "störrischer", aber immer noch grün...
Die Wiese:
Verlinkt wird bei:
Eva Fuchs in der Sammlung der Jahresblicke
den Jahresprojekten der Zitronenfalterin
Quellen:
Pflanzenvielfalt.net, abgerufen am 31.07.2026
wikipedia, abgerufen am 31.07.2026
Aichele/Golte-Bechtle: Was blüht denn da, 56. Auflage











































