Sonntag, 24. Mai 2026

Gelmeroda

Ich kann es kaum glauben, dass es schon wieder eine Woche her ist, dass wir auf den Patchworktagen waren. Soo viele Eindrücke! Und es kamen auch sofort noch neue hinzu, denn wir sind auf der Rückreise nicht den kürzesten Weg gefahren sondern sind mit dem Camper noch ein bisschen durch die Landschaft getingelt.
Nachdem wir in Holzdorf am Goethe-Wanderweg übernachtet hatten sind wir am Sonntag Morgen Richtung Weimar gerollt und kamen - rein zufällig - durch Gelmeroda. Da mussten wir natürlich anhalten! Hatte ich doch gerade bei den Patchworktagen wieder die Gelmeroda-Quilts von Viola bewundert!
Viola ist inzwischen Meisterin dieses Motivs und kommt in der Menge der Werke gleich nach dem Feininger selbst!
 

Die Kirche in Gelmeroda ist eine Autobahnkirche und begrüßt ihre Gäste schon am kleinen Parkplatz mit einem Feininger-Gemälde.
 

Wer Feininger-Gemälde von Gelmeroda oder Violas Quilts kennt und sich schon mal über die Platzierung der Uhr gewundert hat: die ist wirklich so ungewöhnlich.
 

Die Kirche selbst ist renoviert und eher schlicht, wenig reizvoll. 
 

Aber an der Türseite ist eine kleine Feininger-Ausstellung zu sehen. 
 

Feininger liebte die Gegend um Weimar und ist mit dem Fahrrad tagelang durch die Gegend gefahren und hat die Kirchen skizziert. Später hat er dann aus den Skizzen Gemälde gemacht.
 

Ich weiß nicht, wie oft er Gemelroda gemalt hat, oft, sehr oft!
 

Gleich neben der Kirche fiel uns ein zauberhafter, verwunschener Garten auf. 
 

Da mussten wir natürlich in die Gasse laufen und das Haus von vorne suchen.
 

Von dort hat uns die Straße weiter nach Weimar geführt. Und dort schlossen sich die Kreise: wir waren im Bauhausmuseum und logischerweise begegnet einem dort Feininger auch auf Schritt und Tritt.
 

Daneben gab es natürlich jede Menge andere Exponate, die den Bauhäuslern zugeschrieben sind. Sehr beeindruckend finde ich ja immer wieder die Keramik
 

und besonders auch die Arbeiten der Webschule.
 

Wusstet Ihr, dass auch die Weberei-Lehrlinge bei Paul Klee Formenlehre hatten und eine Menge über Punkte und Linien von ihm gelernt haben? Mit Gertrud Grunow erarbeitete sich jede einen persönlichen Farbenkreis. Und der Stundenplan hätte mir auch gefallen!
 

Abendakt bei Lyonel Feininger... das wär's doch.... 
So war es ein wunderbares Wochenende und ich weiß nun gar nicht, ob ich nähen, malen oder weben lernen sollte... ;-) 

Samstag, 23. Mai 2026

Klar-Schiff-im-Nähzimmer - das Fazit: Was haben wir ausgemistet, vernäht, verschenkt...?

Die Aktion Klar-Schiff-im-Nähzimmer bei Ingrid und Marita geht zu Ende. 
 

Ein Fazit ist gefragt:
 
Was haben wir ausgemistet, vernäht, verschenkt...?
 
Ich hatte mir ja fest vorgenommen, diese Aktion, die sich um Reste aller Art dreht, meinen Jeanskisten zu widmen. Das war die Ausgangslage:
 

8 Kartons voller Jeans und Jeansreste, die ich über die Jahre schön gleichmäßig im Nähzimmer verteilt und teilweise keine Ahnung mehr von ihrem Inhalt hatte.
Ziel war es, alles zu sichten. Das habe ich auch tatsächlich geschafft. Jeder einzelne Karton wurde ausgepackt. Bei manchen habe ich mich sehr gewundert und hatte keinerlei Erinnerung mehr, wo ich die Jeans her hatte... Ich bekomme immer wieder welche geschenkt. Da muss ich mir künftig besser überlegen, was ich tue!
Ein paar Einzelteile habe ich der Kleidersammlung zugeführt. (Das Jeanshemd allerdings auf Anraten von ReLa wieder in meinen Vorrat getan. Gute Gründe.) 
2 Teile kamen noch dazu:
 

Letztendlich waren es 
3 Jeanshosen
1 Jeansrock
1 Jeansshorts 
insgesamt 2.249 Gramm 
 
Ich habe viel aussortiert, Hosenbünde, defekte Stellen, durchgescheuerte und schmutzige Säume, dünne und verschlissene Stellen. Immer wieder habe ich meine große Abfalldose gefüllt und gewogen.
 
In den Müll gingen:
1. Dose: 875 Gramm
2. Dose: 839 Gramm
3. Dose: 914 Gramm
4. Dose: 836 Gramm
5. Dose: 1013 Gramm
6. Dose: 840 Gramm
7. Dose: 679 Gramm
8. Dose: 408 Gramm  
Insgesamt 6.404 Gramm
 
Allein das war ja schon ein ordentlicher Erfolg, fand ich.
 
Und natürlich habe ich genäht:
Aus schwarzen Jeansresten wurde eine Mohnblumentasche:
 



 

Eine Bankauflage für eine Biertischbank:
 

Ein UFO wurde mit Jeansresten fertiggestellt. Das freut mich besonders.
 

Damit ist allerhand Jeans aus dem Nähzimmer gewandert:
389 Gramm Mohnblumentasche 
161 Gramm Crossovertasche Keely 
262 Gramm Kissen mit Sternenmuster 
695 Gramm Bankauflage 
109 Gramm Tablet-Tasche (UFO)
1.616 Gramm gesamt vernäht 
 
Wenn ich das alles zusammen rechne, habe ich meinen rund 40 Kilo Jeans umfassenden Vorrat um 10,269 Kilo reduziert. Damit bin ich sehr zufrieden!
 
Zwischendurch sah es im Nähzimmer aus wie Bombenschlag! Überall lagen Jeanshaufen herum.
 

Die verbleibenden Jeans und Jeansreste sind schön sortiert wieder in die Kartons gewandert. Für die Kleinteile gibt es jetzt einen Schuhkarton im Karton. Dann muss ich nicht so lange kramen.
 

Erfreulicherweise brauche ich jetzt nicht mehr 8 sondern nur noch 6 Kartons. Und die sind auch nicht mehr so proppevoll und ein bisschen besser sortiert
 

Einen der nun leeren Kartons konnte ich für die Schaumstoff- und Vliesreste nutzen, die in drei großen Tüten unter dem Zuschneidetisch herum lungerten. Noch mehr Klar-Schiff.... 
 

Abendelang habe ich getrennt....
 

Und ein bisschen repariert habe ich auch. Kaputte Teile, die schon lange im Nähzimmer von links nach rechts fliegen, machen ganz schön Klar-Schiff wenn man sie endlich repariert! *lach*
 

Eine andere Hose wurde gekürzt
Die 4 Projektwochen waren soooo schnell rum! Ich hätte noch viel mehr Ideen für meine Jeans. Und von den Patchworktagen in Suhl habe ich noch lauter neue Ideen mit nach Hause gebracht. Schaut Euch mal diesen Sessel an!

Der ist doch der Kracher! Mit Hosentaschen könnte man noch sehr tolle Dinge machen....
 

Oder so einen tollen Applikationsquilt?
 

Aber solche Ideen müssen nun warten. Schließlich muss man mal wieder irgendetwas anderes als Jeans unter die Nadel nehmen. Allerdings liegt noch ein zugeschnittenes Teil im Nähzimmer. Das werde ich demnächst auch nähen. Aber ich war in letzter Zeit so viel unterwegs, dass es nicht geklappt hat, bis zum Ende der Aktion damit fertig zu werden. So ist das Leben....
Liebe Ingrid, liebe Marita, vielen Dank für diese wunderbare Aktion, die mir einen ordentlichen Tritt in den Allerwertesten verpasst und zu ein bisschen mehr Übersicht im Nähzimmer geführt hat. 
 
 
 
 

Freitag, 22. Mai 2026

Plausch am Gartenzaun: Wollt Ihr mal unsere Orchideen sehen?

Bei Frau Frieda gibt es eine neue Linkparty, die ja eigentlich wie gemacht ist für mich, die ich gerade gefühlt so wenig ins Nähzimmer komme, in den Garten aber immer!
 

Im Moment schießt alles ins Grün und in die Höhe und mein 12tel-Blick mit den Kräutlein reicht hinten und vorne nicht für alle Entdeckungen. Vielleicht lässt sich aber am Gartenzaun ein bisschen drüber schwatzen?
Wenn Ihr da gerade so am Zaun steht - wollt Ihr mal reinkommen? Dann zeige ich Euch unsere Orchideen. Ehrlich, kein Quatsch. Bei uns im Garten wachsen an verschiedenen Stellen verschiedene Orchideen. Wir leben am Rande des Kyffhäusers und haben offenbar noch genug vom kalkhaltigen Boden, in dem sich Orchideen wohlfühlen. Sie wachsen bei uns ohne unser Zutun. Und dieses Jahr kam eine neue hinzu. 
Aber mal der Reihe nach:
Schon seit ein paar Jahren gibt es das gefleckte Knabenkraut. Eins kam dieses Jahr nicht wieder, aber zwei andere blühen an ihrem gewohnten Platz. 
 

Eine wächst direkt vor unserem Küchenfenster mitten auf der Wiese gleich neben dem Vogelhaus. Angeschleppt haben es aber vermutlich nicht die Vögel. Die staubfeinen Samen fliegen über 10 Kilometer weit!
 

Letztes Jahr hatten wir erstmals ein Zweiblatt im Garten. Es wuchs plötzlich auf der Wiese an einem kleinen Mäuerchen wo keiner rumtrampelt und fällt durch seine großen runden Blätter auf. 
 

Der Blütenstand ist eher unscheinbar. Auch hier breiten sich die Samen als Windstreuer und Körnchenflieger aus.
 

Wir stecken immer Silvesterraketenstäbe an die sensiblen Pflanzen. Das sieht vielleicht bisschen komisch aus, hat sich aber bewährt! 
Dieses Jahr war dann plötzlich schon ein zweites da. Es blüht noch nicht, aber das wird wohl erst nächstes Jahr werden.
 

Und stellt Euch vor - dieser Tage kam Herr B. ganz freudestrahlend: er hatte noch eine dritte Orchideenart entdeckt - im steilen Staudenbeet - ein Weißes Waldvöglein. Schon der Name ist doch Klasse, oder?
 

Man kann es vor lauter Grün schlecht sehen, es steht mitten im Bild und hat hellgrüne, eng am Stiel anliegende Blütenknospen. 
Das hatten wir vor Jahren schon mal auf der Wiese, dort war es wie gekommen, so zerronnen... 
Die Blüten sind noch nicht richtig geöffnet, das zeige ich Euch später dann noch mal in voller Pracht.
 
Geh aus mein Herz und suche Freud!....
Verlinkt wird bei Frau Frieda 
 

Dienstag, 19. Mai 2026

Mohnblumentasche

Heute startet die letzte Woche der Aktion Klar-Schiff-im-Nähzimmer von Ingrid und Marita. Hilfe! Ich bin noch nicht fertig! Im Nähzimmer sieht es aus wie ein Bombenschlag.... Alles voll Jeans! 
Außerdem lag da schon wieder ein "Beinahe-UFO". Also etwas vor kurzer Zeit begonnenes, das schon wieder Gefahr lief, verschüttet zu werden von neuen Projekten. Ich hatte nämlich Mohnblumen genäht.
 
Ideengeber war dieses Buch von Bernadette Mayr:
 

Eine der Mohnblumen hat es nun im Zuge der Klar-Schiff-im-Nähzimmer-Aktion zu einer Tasche gebracht. Es gibt nämlich nicht nur blaue Jeans hier, sondern auch einen ganzen Karton farbige/schwarze.
Das war die Ausgangslage:
 

Ich musste trennen, damit ich alle benötigten Teile aus der halben Hose heraus bekommen konnte.
 

So entstand - ohne Schnitt - eine fast quadratische Tasche. 
 

Auf der Rückseite hat sie eine Reißverschluss- und eine offene Einstecktasche:
 

 
Die Tasche hat - aus gutem Grund - einen Kunstlederboden, der ein kleines Stück hochgezogen ist, und ein Wachstuchfutter.
 

Genäht habe ich sie zu einem ganz bestimmten Zweck. Sie wird neben einer Wasserflasche meine Tanzschuhe für das Linedancetraining beherrbergen. Der Raum, in dem das stattfindet, ist stockdreckig, ehrlich. Die Schuhe sind immer gelb-staubig, sehr seltsam und nicht schön. Da ist eine wachstuchgefütterte Tasche eine gute Lösung.
 

Standard bei meinen Taschen ist ja ein Einlegeboden, der mit Pappe verstärkt ist. Auch der ist hier mit Wachstuch bezogen:
 

Ich freue mich sehr, dass Klar-Schiff-im-Nähzimmer hier einen Tritt in den Allerwertesten verpasst hat! - *lach* - es sind zwar nun noch zwei weitere Mohnblumen vorhanden, aber die tragen nicht auf.... 
Dafür ist die schwarze Jeans jetzt weg. Jippieh! 
 
Schnitt: Ohne
Größe: 34x32x10,5 cm
Gewicht: 389 Gramm 
 
Verlinkt wird bei 
Bingo 2026! bei Anni gibt's ein Kreuz im Feld "Aus dem Buchregal" 
DvD bei Elfi 

Montag, 18. Mai 2026

Die Patchworktage 2026 in Suhl

Es hat geklappt - ich war am Samstag in Suhl bei den Patchwork-Tagen. Das ist immer soooo toll! 
 

Nicht nur die vielen Quilts, die es zu sehen gibt, machen die Zeit dort zu einem Erlebnis, sondern natürlich auch das Zusammentreffen mit anderen Patchwork-Freundinnen. Gemeinsam macht das Anschauen der Ausstellungen gleich doppelt Spaß.
Die Ausstellungen waren dieses Jahr alle unter einem Dach - im Kongresszentrum in Suhl. Das war praktisch und man konnte es tatsächlich schaffen, an einem Tag alles anzuschauen. Das lag sicherlich auch daran, dass die Ladenstraße recht klein war und ich außerdem nichts kaufen wollte (ich war extra nur mit einem "Handtäschchen" unterwegs! *lach*
Ganz geklappt hat das nicht: ein paar ganz wenige FQ sind doch mit nach Hause gewandert.
 

Und nun zeige ich Euch aber ein paar der wunderbaren Arbeiten, die es zu sehen gab. Im großen Saal waren oben an der Empore die Quilts der letzten Mitmach-Aktion der Gilde ausgestellt. 
 
 
Sehr verschieden in ihrer Ausführung und jeder auf seine Weise schön.
 


Manche ganz toll gequiltet.
 
 
 
Violas "Zwischentöne", die ich von ihrem Blog her kannte, haben mich in der Realität sehr beeindruckt. So viele Schichten!
 

Die Ausstellungen waren so unterschiedlich! Viele moderne Sachen, aber auch ganz traditionelle. Schaut mal diesen wundervollen Dear Jane an:
 

Auch mit der Hand gequiltet. Das muss also theoretisch gehen... *lach*... Die Stoffe sind traditionell kleine Muster, aber durch die Farbigkeit und die Randgestaltung ohne die Bögen wirkt er doch nicht "altbacken".
 

Oder schaut mal diesen:
 

Da war teilweise mit einem dicken Garn gearbeitet worden. Sehr toll!
 

Bei manchen wirkt einfach die Farbigkeit
 

Bei anderen strahlt das Motiv
 

Es gab dieses Jahr allerhand aus Jeans zu sehen. Das passte natürlich gerade gut zum meinem derzeitigen Projekt und versöhnte mich ein bisschen mit meinem aktuellen Chaos im Nähzimmer! *lach*
 

Aber das Verarbeiten von diesen vielen dicken Nahtstellen wäre jetzt  nicht meine Lieblingsbeschäftigung...
 

Besonders gut gefallen hat mir natürlich das Sessel-Ensemble von Barbara Lange. Die "Blaue Stunde" kann man also nicht nur als Tasche verarbeiten! 
 

Der Hocker allein war schon eine Sensation, finde ich.
 

Bei Birgit Bradler am Stand habe ich diesen schönen Quilt gesehen. Bisher dachte ich immer, eine Blumenwiese müsse unbedingt einen grünen Hintergrund haben, aber das hier gefällt mir auch sehr, sehr gut!
 

Im Kongresszentrum gibt es im Atrium eine Rolltreppe - wie gemacht für eine Modenschau. Die Models fuhren einmal hinunter und dann wieder hinauf und so konnten viele Besucher die gepatchten Kleidungsstücke sehen.
 

Mir ist das ja fast alles viel zu bunt für ein Kleidungsstück, aber es waren auch ein paar Teile dabei, die mir richtig gut gefallen haben, so wie dieser Mantel mit dezenten Patchstreifen am Revers und am Saum.
 

Und natürlich war die Ausstellung der kleinen Schwarz-Weißen ein Muss an diesem Tag!
 

Nicht alle der damals in Mühlberg gezeigten Quilts waren hier dabei, aber meiner mit den Blumen und Glitzerperlchen durfte mit! Ist ja kein Kunstwerk, aber ich war trotzdem stolz! 
 

Und es machte Freude, die Quilts der mir bekannten Patchworkerinnen hier wieder so schön nebeneinander zu sehen. Der Pfau von Petra gleich neben den applizierten Blumen von Regina. Die witzige Uhr von Ute...
 

Hach, es war ein schöner Tag! Es war zwar keine Zeit für einen Kurs, aber ich habe die Ausstellungen in vollen Zügen genossen. Die Erinnerung muss ich mir ein bisschen bewahren, denn es steht jetzt schon fest, dass ich nächstes Jahr nicht dabei sein kann....