Montag, 20. April 2026

Unser Osterurlaub 2026 (5): Gent, die Innenstadt

Von Dinant sind wir nach Gent gefahren. Eigentlich wollten wir dort nur mal "kurz Halt machen" und dann weiter fahren nach Brügge, aber die Stadt hat uns sofort in ihren Bann gezogen. Gent ist die zweitgrößte Stadt Belgiens, liegt in Flandern und die französischen Einflüsse, die in den Ardennen ganz deutlich sind, spürt man hier nicht mehr so. 
Wir haben auf dem städtischen Campingplatz eingecheckt und sind dann mit dem Bus in die Stadt gefahren. Das ist für uns "Kinder vom Dorf" immer spannend, besonders in fremden Ländern wo das Ticketbuchen und Strecke finden dann schon mal eine kleine Herausforderung sein kann... ;-)
In Gent haben Straßenbahn und Buslinien verschiedene Betreiber und wir konnten keinen gemeinsamen Streckenplan finden. Aber wir sind reibungslos mitten im alten Zentrum von Gent gelandet und waren sofort gefangen von den wundervollen alten Gebäuden. Gent hat im Mittelalter durch Tuchhandel Bedeutung gewonnen und versprüht den Charme alter Hansestädte. 
 

Die Stadt liegt am Zusammenfluß von Schelde und Leie und ist von Wasserläufen und Kanälen durchzogen.
 

Die Straßenzüge im Zentrum sind beeindruckend! Ein Haus mehr herausgeputzt als das andere. 
 

Die Kirchen, Stadtschlösser und Türme reihen sich nur so aneinander. 
 

Die St. Nikolauskirche:
 

Die St.-Bavo-Kathedrale beherbergt den berühmten Genter Flügelaltar der Brüder van Eyck, aber sie ist auch sonst ein sehr beeindruckendes Bauwerk!
 

Gleich daneben steht der Genter Belfried mit der angrenzenden Tuchhalle.
 
 
Auch das Theater ist in einem beeindruckenden Gebäude zu Hause:
 

Es ist warm und sonnig und es ist eindeutig die Zeit des Straßencafes eröffnet! Da sind uns dann schnell zu viele Menschen und wir schlendern durch die kleineren Straßen
 

Der Blauregen blüht hier schon:
 

Viele Häuser sind echt schmal
 

Wir besuchen die St. Jakobskirche. 
 

Auch in Gent fallen uns in den Kirchen moderne Kunstobjekte auf, wie z.B. ein Quilt mit einem Lebensbaum. Er ist wohl ein Gemeinschaftswerk. Ich konnte ihn leider nicht frontal fotografieren weil eine Figur davor stand.
 

Auf den Straßen und Plätzen Fahrräder über Fahrräder!  
 

Sehr spannend fanden wir auch das Haus der Gewerkschaften auf dem Freitagsmarktplatz. 
 

Es wurde im Jahr 1899 erbaut, der Anbau 1902, und erinnert an die Bahnhöfe aus dieser Zeit mit ihren Millionen von Nieten an den Stahlkonstruktionen. 
 
 
Abends fahren wir mit dem Bus zurück zum Campingplatz und sind uns sicher: wir bleiben noch einen Tag weil Gent wirklich toll ist. 
 
Unsere Osterreise 2026:
Vianden, Luxemburg
Dinant, Belgien 
Gent Innenstadt, Belgien 
 

Sonntag, 19. April 2026

Unser Osterurlaub 2026 (4): Dinant, Belgien

Ich nehme Euch noch ein Stückchen mit auf unsere Reise durch Belgien.
Vom Arboretum Lenoir sind wir gegen Abend noch ein Stück gen Westen gefahren, um Dinant zu besuchen. Auf einem kostenfreien Parkplatz mit ausreichend Platz für Camper konnten wir einen Stellplatz bekommen und waren zentrumsnah genug, um noch ein bisschen durch die Stadt zu flanieren.
Dinant liegt am Fluß Maas, der das Städtchen prägt. 
 

Am Ufer entlang sind wir ins Zentrum gelaufen und gleich begegnete uns ein Saxophon. 2 Meter hoch. Schick. Was es damit auf sich hat, konnten wir im ersten Moment aber noch nicht ergründen.
 

Im Zentrum steht eine bekannte Kirche Notre Dame aus dem 13./14. Jahrhundert, die unterhalb der Festung liegt.
 

Innen beeindruckt der Altar, über den wir leider nicht mehr herausbekommen konnten. 
 

Das Gewölbe ist unverputzt, sieht man auch nicht alle Tage:
 

An einer Säule bestaunen wir die Hochwassermarken. Die Kirche liegt viele Meter über der Maas wie wir sie erlebt haben. Die Hochwassermarken liegen unvorstellbar weit oben!
 

In mehreren Kirchen in Belgien ist uns aufgefallen, dass Kunstwerke zeitgenössischer Künstler integriert sind. Das hat uns gut gefallen.
 
 
Zurück in den Sträßchen der Stadt wieder Saxophone.
 

Rein zufällig begegnete uns dann die Adolphe-Sax-Ausstellung und dann war es klar: hier wurde Adolphe Sax geboren, der Erfinder des Saxophons. Die ersten Modelle hatten unglaublich lange Anblasrohre, witzig. 
 

Man kann nicht in Belgien sein ohne die weltberühmten Fritten zu essen. Und ich muss gestehen, ich, die ich nur sehr selten welche esse: die belgischen Fritten sind wirklich gut!
 

Mit dem Rauschen der Maas im Ohr haben wir eine gute Nacht verbracht und sind am nächsten Tag weiter gefahren. Davon erzähle ich Euch an einem anderen Tag 
 
Unsere Osterreise 2026:
Vianden, Luxemburg
Dinant, Belgien 

Samstag, 18. April 2026

Zwei "Taschenfinder" für die Enkelkinder

Es wurde entschieden, dass die Enkelkinder jetzt groß genug sind, dass jeder eine eigene Reisetasche bekommt. Und so kam es, dass zwei schwarze Kinder-Reisetaschen in den Haushalt der kleinen Familie kamen und so praktisch sie auch sind - man konnte sie nicht auseinander halten. Mama, könntest Du vielleicht....
Mama kann. Aus zwei Reststücken früherer Schlüsselbänder und passenden Stoffstreifen wurden zwei feste Bänder genäht. Jedem Kind seine Farbe und sein Motiv.
 

Die KamSnaps hatte ich noch nicht angebracht weil mir nicht klar war, an welcher Stelle der Tasche die Bänder am besten angebracht werden sollen. Ich dachte entweder um einen dünnen Metallring vom Tragegurt oder um einen dicken Henkel? Deshalb hatte ich Ostern die KamSnap-Zange im Gepäck und dann war die Sache so schnell erledigt, dass es nicht mal Fotos gab.
Die Enkeltochter aber war begeistert - dem Enkelsohn ist es noch "wurscht"... ;-) 
 
Verlinkt wird bei
 

Freitag, 17. April 2026

Unser Osterurlaub 2026 (3): Arboretum Lenoir, Belgien

Wir gestehen es: wir sind große Fans von Arboreten. Es könnte sein, dass es jemanden gibt, der nicht weiß, was das ist?
 
"Ein Arboretum ist eine Sammlung (nicht in Pflanzgefäßen wachsender) verschiedenartiger, oft auch exotischer Gehölze; dies kann beispielsweise ein botanischer Garten sein, in dem hauptsächlich Bäume und Sträucher angepflanzt werden." Quelle: Wikipedia 
 
Wir sind also von La Roche-en-Ardenne weiter gefahren zum Arboretum Lenoir. Seinen Namen trägt es von Robert Lenoir (Waldbesitzer und begeisterter Dendrologe), der vor ca. 100 Jahren die Pflanzen dort zusammengetragen hat. Aufgrund ihres Alters sind die Bäume teilweise von beeindruckendem Stammumfang.  Als herzliches Willkommen begrüßt uns eine Japanische Blütenkirsche mit ihrer unglaublichen Pracht!
 

Der Baum war eine Augenweide!
 

Das Arboretum liegt am Ufer der Ourthe.
 

Hier stehen lauter kleine, vermutlich Weiden im Wasser, es sieht aus als wären sie zur Ernte vorgesehen?
 

Kleine Wasserläufe tragen der Ourthe zu und bieten geeignete Standorte für feuchtigkeitliebende Pflanzen. Neben vielen Bäumen und Sträuchern gibt es hier auch eine Sammlung kleinerer seltener Pflanzen. Wir versuchen ja immer, etwas Neues zu lernen. Schaut mal:
Der Amerikanische Gelbe Stink(tier)kohl - lysichiton americanus - auch Gelbe Scheincalla oder Amerikanischer Riesenaronstab oder nur Stinkkohl genannt. Der unangenehme Geruch lockt Insekten zur Bestäubung an. Die Pflanze ist giftig.
 
Die Pflanzen bildeten eine beeindruckende Kolonie an einem Bächlein und blühten gerade wunderbar. Inzwischen wissen wir, dass es eine invasive Art ist und besser nicht von Menschenhand verbreitet werden sollte. 
 

Dafür freut man sich über die Verbreitung von Magnolien viel mehr! Hier gab es wunderschön blühende Exemplare.
 

Sie stehen teilweise zwischen hohen Bäumen und machen wunderbare Leuchtpunkte im Wald. Die ersten Rhododendren blühen. Das sind Pflanzen, die es bei uns zu Hause in der Natur nicht gibt - unsere Erde ist nicht geeignet, auch in den Gärten kommen sie eigentlich nur in Kübeln gut.
 

Umso mehr freuen wir uns an den hier blühenden. Und schaut mal diese Lappland-Alpenrose (Rhododendron lapponicum). 
 

Bei manchen Blüten ist die Farbe ja schon ganz schön speziell. Die Krönung ist allerdings dieser Rhododendron (Tree Rhododendron, Rhododendron arboreum). Krass, oder? 
 

Den konnte man bestimmt 100 Meter weit leuchten sehen! 
Immer wieder treffen wir in solchen Anlagen Pflanzen, von denen wir noch nie etwas gehört haben. Zum Beispiel eine Schein-Kerrie (Rhodotypos scandens): 
 

Die fand ich ganz reizend! Der Strauch war über und über mit diesen kleinen Blütchen besetzt.
Bei manchen Pflanzen müssen wir wiederholen. Eigentlich sollten wir sie kennen, aber ich habe es mir wieder mal nicht merken können: die Echte Sternmiere. Die wächst bei uns auch.
 

Oder das englische Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta agg.
  

Wenn die Magnolien nicht blühen sind sie nicht immer gleich als solche zu erkennen. Das ist eine immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora). Hätte ich nie und nimmer als solche erkannt....
 

Auf alle Fälle hatten wir einen wunderschönen Tag im Arboretum Lenoir. Wohin wir dann weitergefahren sind erzähle ich Euch an einem anderen Tag.
 
Unsere Osterreise 2026:
Vianden, Luxemburg
Arboretum Lenoir, Belgien 
 
 
  

Donnerstag, 16. April 2026

Unser Osterurlaub 2026 (2): La Roche-en-Ardenne, Belgien

Ich erzähle Euch noch ein bisschen was von unserer Osterreise. Wir wechselten von Luxemburg nach Belgien. Hier war ich noch nie. Die Belgischen Straßen sind doppelt interessant: die Fernverkehrsstraßen sind durchgängig beleuchtet. 
 

Wozu das nützen soll erschließt sich uns nicht. 
Die Täler neben den kleinen Landstraßen sind steil abfallend, Leitpanken gibt's es nicht, die Banderolen um die Bäume müssen reichen? 
 

Unser Ziel ist La Roche-en-Ardenne. La Roche ist ein kleines enges Städtchen am Fluss Ourthe.
 

Wir besuchen die Kirche St. Niklas, um 1900 erbaut, 
 

die Alt und Neu in sich vereint
 

Die modernen bunten Glasfenster gefallen uns sehr gut
 

Dann versuchen wir, den Berg zur Burgruine zu erklimmen. Ehemals eine römische Festungsanlage wurde sie in der Ardennenoffensive im 2. Weltkrieg endgültig zerstört.
 

Aber irgendwie war der von uns gewählte Aufstieg nicht der richtige, so dass wir die Ruine nur von Weitem sehen konnten
 

Rundum sind hohe Mauern, die von der Uneinnehmbarkeit der Burganlage zeugen - wir kommen nicht hoch. *lach*
 

Dafür wurden wir von der Anhöhe mit einem wunderbaren Blick auf die Stadt belohnt
 

und konnten beim Abstieg noch einen Blick auf die Grünanlagen um die Ourthe erhaschen. 
 

Das Wetter war wunderbar. Belgien schenkte uns richtige Frühlingstage! Die Natur war überall deutlich weiter als bei uns zu Hause. Wir versuchen ja immer mal, neue Pflanzen kennenzulernen. Die App Floraincognita hilft uns dabei.
 

Eine Mandelblättrige Wolfsmilch.
Wo kann man Frühling am besten genießen? - in einem Arboretum! Und dort führte uns unser Weg dann auch hin. Davon später mehr.
 
Unsere Osterreise 2026:
Vianden, Luxemburg