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Sonntag, 10. Mai 2020

Taschenspieler 5 - meine Taschenvielfalt

Na, gut. Sooooo vielfältig ist meine Taschenvielfalt nun nicht geworden. Es gäbe rein theoretisch 10 verschiedene Größen zu nähen - in zwei verschiedenen Formen. Und eine der beiden Formen habe ich ausprobiert - das flache Täschchen:


Das habe ich mit H640 verstärkt und beim Zuschnitt den späteren RV-Einschnitt ausgelassen. Ein Bordürenstoff führte zu zwei verschiedenen Seiten:



Interessant bei diesen Täschchen ist die Verarbeitung am Eingriff. Es ist gemacht wie ein unterlegter Reißverschluss. Dadurch entstehen oben an den Rändern keine knubbeligen Ecken.  Auf der anderen Seite hat man eben innen die offenen Reißverschlusskanten... Das bleibt also Geschmackssache.


Und nun? Nun ist der Taschenspieler-SewAlong 5 schon wieder vorbei! Ich war mir anfangs sehr unsicher, ob ich es schaffen würde, alle 10 Taschen zu nähen. Da kam ja sofort nach dem Start des SAL Corona in die Quere und ich arbeite - im Gegensatz zu manch' anderen Menschen - mehr als sonst. Aber es war mir ein ganz großer Trost, abends spät im Nähzimmer zu verschwinden und mit bunten Stoffen zu spielen. Kein Abstandsgebot, kein Mund-Nasen-Schutz, keine Fürsorgepflicht, kein Besuchsverbot, keine vergebliche Suche nach bezahlbarer Schutzkleidung, kein Corona.... - nur die Taschen-Aufgabe der Woche und ich. Das war soooo gut...…..
Hier sehen wir meine gesammelten Werke noch mal auf einen Blick:



Verlinkt wird bei der Farbenmix-Sammlung der Taschenvielfalt.

Montag, 4. Mai 2020

Taschenspieler 5 - meine SeaShell

Owehohweh… diese Tasche fand ich von Anfang an seltsam. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das mit der umgeschlagenen Reißverschlussdreieckspitze irgendwie praktisch sein könnte. Kann ich mir immer noch nicht vorstellen, aber inzwischen gibt es Menschen beim Farbenmix-SewAlong, die auf diese Tasche schwören. Also vielleicht irre ich mich. Und der Vollständigkeit halber habe ich sie nun auch genäht - wäre ja gelacht, wenn ich nur deswegen den SewAlong sausen lasse!


Es war schon ziemlich spät und stockfinster, als ich endlich fertig war und Fotos machen konnte. Morgen wird das Verlinktool geschlossen - ich musste mich sputen!
Mir tat bei der Stoffauswahl für diese Tasche schon mal der Stoff leid. 2 riesige Dreiecke - obwohl ich wieder nur 90% genäht habe. Aus dem Fundus kullerte ein lose gewebter Gobelin-Möbelstoff. Der lungert schon jahrelang herum, völlig planlos, der war jetzt fällig. Ich musste ihn verstärken, damit er sich nicht gar so sehr verzieht. Beim Quilten habe ich die Stelle für den Tascheneingriff ausgelassen und dann hinten das Vlies weggeschnitten, so wurde es nicht so dick um den Reißverschluss


Als Vlies habe ich ein dünnes no-name Taschenvlies verwendet und schön sparsam die beiden halben Dreiecke, die beim Zuscheiden entstehen, wieder zusammen getackert. Da war ich schon mal ein bisschen versöhnt...
Gequiltet ist wild nach dem Rosenmuster:


Auf der Rückseite ist eine unterlegte Reißverschlusstasche vorgesehen, das macht Sinn:


Die Reißverschlüsse an den langen Kanten ließen sich erstaunlich gut einnähen, obwohl die Nähweise dieser Tasche schon gewaltig von der üblichen Taschennäherei abweicht. Hut ab vor der Erfinderin!!! ;-)
Statt der vorgesehenen Lasche an der Spitze habe ich einen Ring eingenäht.


Ich denke, das fasst sich schön an, wenn man die Dreieckspitze zum Öffnen der Tasche hochhebt.



Der Anblick der Tasche von innen macht mich glücklich! So ein schönes Frühlingsgrün! Innentaschen gibt es nicht, weil man ja die Seiten fast bis zum Boden öffnen kann. Diese Tasche ist einfach ein "Sack"... ;-)


Genäht hatte ich den Korpus ziemlich schnell, aber dann kam das Problem mit den Henkeln... Im Fundus hatte ich auch schon ewig ein paar sandfarbene Kunstlederhenkel. Auf dem Außenstoff hatte ich mir - wie in der Anleitung empfohlen - mit Klebeband die Ansatzstelle markiert. Das kam mir schon beim Zuschneiden sehr weit unten vor. Noch mal kontrolliert - das Klebeband klebt an der richtigen Stelle.


Aber so geht das gar nicht. Meine Henkel sind auch einfach zu kurz!


Da war guter Rat teuer. Zum Glück war von dem sandfarbenen Gurtband, mit dem ich den Ring fixiert hatte, ausreichend da. Gerade noch mal gut gegangen? .... Neee, das gefiel mir auch nicht wirklich.... zu dominant, irgendwie


Also habe ich das 3cm breite Gurtband halbiert und mal probiert:


So gefiel mir das schon viel besser. Also habe ich das Gurtband ganz knapp zusammen gesteppt, schon vorher hatte ich einen stabilen Faden eingelegt, mit Hilfe dessen ich dann eine Kordel aus dem Fundus einziehen konnte.


Mit dem Ergebnis bin ich mehr zufrieden als ich im Vorfeld befürchtet hatte. Aber meine Tasche wird das bestimmt nicht! und trotzdem denke ich, dass sie eine Liebhaberin finden wird - bei dieser extravaganten Form! ;-)
Verlinkt wird nun auf den letzten Pfiff bei der Sammlung der SeaShell-Muscheltaschen.

Gewicht: 302 Gramm
Außenstoff: Gobelin-Möbelstoff von Alfatex aus dem Fundus
Vlies: dünnes Taschenvlies
Futter: Buttinette aus dem Fundus

Nun folgt nur noch Woche 10 und dann ist der Taschenspieler-SewAlong schon wieder vorbei. Ich werde dieses Jahr alle Taschen schaffen, denn Woche 10 ist ein Klacks! Yippieh!

Samstag, 25. April 2020

Taschenspieler 5 - die Runde

Als ich diese Tasche auf der CD gesehen habe war die erste Assoziation: "Schallplatte" - und dabei ist es dann auch geblieben:


Ich habe eine schwarze Jeans aus dem Fundus gekramt und damit eine wirklich feste Schallplatte genäht, Dank einer Lage Thermolam zwischen Außen- und Innenseite. Fast hätte ich den Stoff im "Guckloch" schon angenäht, da fiel mir auf, dass an dieser Stelle die Tasche dann gar keine Verstärkung haben würde. Nee, neee - das geht gar nicht, also habe ich diese Lage Stoff mit gewebekaschiertem Schaumstoff verstärkt, so nach dem Motto: Erst gar nicht, dann aber richtig! Ab diesem Moment war das Projekt keine Tasche mehr sondern ein Koffer.


In diese kleine "Tasche" wird man ja nie was reintun, die ist nur zur Ziere. Deshalb hat das Täschchen auf der Rückseite eine RV-Tasche bekommen. Runde Steppungen kamen deshalb nicht in Frage, aber genauso schön fest sollte es schon werden.


Bei der Wahl des Futterstoffs musste ich immerzu an Sterntaler denken. Das ist diesen Monat das Thema bei Maika's Märchenstunde.

Die Wendeöffnung im Futter habe ich an der oberen Kante gelassen. Ich war mir nicht sicher, wie unsichtbar mir das Schließen dieser Rundung gelingen würde. Ist aber gut geworden (da oben an meinem Daumen)


So bin ich mit dem Täschchen sehr zufrieden. Täschchen? Na, ich konnte es wieder mal nicht lassen und habe den Schnitt gleich nur mit 90% genäht, so ist das ein richtig schönes Handtäschchen.
Witzig finde ich auch den umlaufenden Gurt


Verlinkt wird bei der Farbenmixsammlung der Rundlinge und zum Monatsende bei Maika's Märchentanten.

Fazit zur Tasche:
Sehr schöne Idee! Man muss sie gut verstärken. Das näht sich dann zwar schlechter, aber diese Mühe ist es mit Sicherheit wert!

Gewicht: 202 Gramm
Außenstoff: Jeans aus dem unendlichen Fundus
Futter: Stoff&Stil aus altem Bestand
Gurt: 3 cm Baumwollgurtband vom Nähkaufhaus
Vlies: im ganzen Taschenkörper eine Lage Thermolam, Musterstoff zusätzlich eine Lage gewebekaschierter Schaumstoff

Freitag, 17. April 2020

Taschenspieler 5 - meine Perlmuschel

Putziger Name... "Perlmuschel". Die Tasche heißt so, weil die Seitentaschen wohl wie eine Muschel wirken sollen. Mmhh… machen meine irgendwie nicht, die Tasche sieht eher aus wie von der Blumenwiese... aber das ist egal - hier ist sie, meine Perlmuschel!


Vernäht habe ich einen uralten Dekostoff vom Möbelschweden. Besser gesagt zwei, die gehörten damals mustermäßig irgendwie zusammen, ein klein- und ein großgemusterter.


Diese Dekostoffe mag ich für Taschen immer sehr, die haben von sich aus schon mal schönen Stand. Die Tasche kommt völlig ohne Verstärkung aus. Ausnahme ist der Boden, den habe ich mit Kunstleder und einer Lage gewebekaschiertem Schaumstoff verstärkt. Diese Methode habe ich beim diesjährigen Taschenspieler das erste Mal so angewendet. Vorher hatte ich dieses Zeugs nicht. Das habe ich letzten Herbst beim Nähtreffen in Plön ergattert. Dieser Schaumstoff macht eine richtig schöne Bodenverstärkung. Mit Kunstleder zusammen - perfekt.


Die Perlmuschel hat zwei verschieden gemusterte Seitentaschen. Beide sind mit einem Druckknopf verschlossen.


Oben gibt es eine Reißverschlussblende, die ich beidseitig aus dem Dekostoff gefertigt habe.


Entgegen der Anleitung ist mein innere Tasche (die hinter den Außentaschen liegt) vollständig aus dem Dekostoff, damit fiel der Ansatz zwischen Futterstoff und oberer Blende weg. Das verleiht der Tasche noch zusätzlich Stabilität. Ich habe darauf geachtet, dass die Muster oben über der Aufsatztasche nicht rausgucken, sondern dass man oben bei geschlossener Seitentasche nur Schwarz sieht. Das ist prima gelungen.


Auch das Futter der Außentasche ist aus dem Dekostoff. Das stabilisiert zusätzlich. Nur das innere Taschenfutter ist seitlich aus Webware. Ergänzt habe ich es mit einer einseitigen Aufsatztasche mit Mittelteilung. Das pinke Rosa ist der Knaller!


Leider hat der Stoff nicht mehr für ein doppeltes Zugband gereicht. Deshalb gibt es nun ein einseitiges rosafarbenes Zugband. Naja..... Oder soll ich noch ein grünes oder blaues dazu machen? Einen Kordelstopper hätte ich noch und die Ösen-Löcher wären auch groß genug


Das umlaufende Zugband/Kordel o.ä. kann der Taschenschnitt gut gebrauchen. Ohne sieht sie nämlich so aus:


Bisschen formlos... In Ermanglung von Metallösen habe ich eine SnapPapp-Verstärkung gebastelt und in den Tunnel untendrunter ein Kreuzschlitz geschnitten, der leicht über die Lochgröße im SnapPapp reichte.


Die Ecken habe ich dann hinter das SnapPapp geklappt (geklebt)


Machen wir bei Schutzmasken jetzt ja auch so - in Ermanglung von FFP2 nähen wir eben selbst Maulkörbchen - warum sollte das bei Ösen nicht auch gehen? ;-)


Insgesamt ist das ein interessanter Schnitt. Die Nutzung wird zeigen, ob diese nach oben stehenden unverstärkten "Flügel" so stehen bleiben oder nicht. Das werde ich leider nicht selbst testen, denn diese Tasche darf mit auf den nächsten Basar zu gemeinnützigen Zwecken. Ich kann unmöglich alle Taschen des Taschenspielers selbst benutzen! Gerade jetzt, wo man nur von zu Hause zur Arbeit fährt und wieder zurück... da reicht eigentlich die Brotbüchse unter'm Arm! *lach*


Ach ja - große Besonderheit: diese Tasche habe ich ausnahmsweise mal NICHT verkleinert! ;-)
Verlinkt wird bei der Farbenmixsammlung der Perlmuscheln
Gewicht: 447 Gramm

Donnerstag, 9. April 2020

Taschenspieler 5 - meine Kleine Feine

Oweh… mit der habe ich mich schwer getan! Nicht weil das Modell schwer zu nähen wäre - nein, aber wer braucht denn in diesen Tagen eine Kleine-Feine? Nicht mal zu Ostern wäre man auf die Idee gekommen, mit einem Handtäschchen auszugehen....
Aber es half nix - wer fünf Taschen genäht hat, darf bei der sechsten nicht bummeln! Ein flinker Griff in die Stoffkiste "Möbelschwede" förderte einen Rest von dem dunkelbraunen Samt mit stahlblauen und violetten Mustern zutage. Voilà!


Der Weg zum Ergebnis war ein bisschen holperig. Der Samt ist ziemlich dick, so dass kein bauschiges Vlies in Frage kam, das S320, das ich ohne NZG zugeschnitten und aufgebügelt hatte, hielt nicht auf der Kunstfaser. Deshalb habe ich die ganzen wunderbar gebogten Nähte auseinandergelegt und beidseitig knapp abgesteppt, um damit das Vlies zu fixieren. Hätte ich auch einfacher haben können! Das sieht natürlich nun nett aus, auch wenn es zwischendurch ein elendes Gewürge war.


Um die Entscheidung der Trägerlösung hatte ich mich dämlicherweise lange gedrückt und erst mal die Tasche genäht. Für die Klappe hatte ich mir einen tollen Stahlblauen Stoff - passend zum Außenstoff - ausgesucht und einen Magnetknopf angebracht.


Als die Klappe fertig war konnte ich mich nicht mehr länger um den Träger drücken, weil nun die Schlaufen angebracht werden mussten. Ich fand nix, aber auch gar nix geeignetes! Also blieb der braune Möbelstoff, der aber selbst so dick ist, dass er nur mit einem Schrägband zu einem Träger zu verarbeiten ist. Von dem Stahlblau gab's aber nicht genug Stoff... Wie dämlich kann man eigentlich sein??? Nun ist der Träger so violett wie das eine Muster auf dem Oberstoff und die Klappe so blau wie das andere Muster auf dem Oberstoff. Musste so sein. ;-)


Dafür ist innen eine schöne Reißverschlusstasche eingebaut.


Auf der Rückseite ist nix. Ich hatte erst überlegt, ob ich die RV-Tasche auf der Rückseite einarbeite. Aber diese besondere Trägerlösung spricht eigentlich dagegen. Man wird eher die Klappe aufklappen und dann die RV-Tasche nutzen.


Ende gut - alles gut!
Verlinkt wird bei der Farbenmixsammlung der Kleinen Feinen

Gewicht: 119 Gramm
Außenstoff: Möbelschwede (Altbestand)
Vlies: S320
Futter: aus dem Bestand
Metallteile: Nähkaufhaus

Mein aktueller Stand beim Taschenspieler 5:
CityHopper
CityStyle
Crossbag 2
Doktortasche
Flexibag
Kleine Feine
Perlmuschel
Rundtasche
Seashell
Vielfalt

Da kommen noch zwei echte specials, auf die ich schon sehr gespannt bin. Mal sehen, ob mir auch weiterhin die abendliche Nähzeit erhalten bleibt....


Donnerstag, 2. April 2020

Taschenspieler 5 - mein Flexibag

Wow! Ich liege gut "im Rennen"! Diese Woche war das allerdings auch nicht schwer, der Zeitaufwand zum Nähen der Flexibag hielt sich in Grenzen


Gedacht als großer Einkaufsbeutel oder so ähnlich konnte ich doch der Verkleinerung nicht widerstehen - dieses Mal lag es nicht am prinzipiellen Verkleinerungswahn, sondern ich wollte, dass ein Fatquarter für eine Seite ausreicht. 85 % führte am Ende zu einer Größe von 43x 36 x 14 cm


Außen gibt es nun also einen witzigen Pilzstoff aus meiner Wundertüte von Zickizick. Innen habe ich eine defekte Strandmuschel upcycelt. Angesichts von Futter und Gurtband dürft Ihr raten, welche Farbe die Strandmuschel hatte ;-)
Oben am Austritt des Zugbandes die Zickzackraupe nicht vergessen:


Genäht was das Ganze im Ende wirklich schnell. Und ich bin sehr zufrieden, denn die Idee, die Aufsatztasche zum Verstauen des ganzen Beutels zu nutzen, ging prima auf!


Man legt den Beutel mit der Tasche nach unten, faltet erst die Seiten ein (so weit, wie die Aufsatztasche breit ist)


dann die obere und untere Kante auch auf die Aufsatztaschengröße falten


Die Hand in die Aufsatztasche stecken und damit das ganze gefaltete "Bündel" festhalten und die Tasche darüber stülpen. Das Päckchen wird so groß:


Und es wird schön glatt und flach - perfekt für Handtasche oder Rucksack


Ich war anfangs diesem Schnitt gegenüber eher skeptisch. Aber nun bin ich fast versucht, den Beutel selbst zu behalten, um ihn auf unsere Waldwanderungen mitzunehmen - nicht um Pilze hinein zu tun (die kommen bei uns ins Körbchen), sondern um den Müll zu transportieren, den ich immer wieder aufsammle und dann keinen Beutel dabei habe...


Verlinkt wird in der Sammlung der Flexibags bei Farbenmix
Gewicht: lächerliche 85 Gramm
Größe: 43x36x14 cm (BxHxT)
Schnitt: Flexibag vom Taschenspieler 5, verkleinert auf 85 %
Außenstoff: Zickizick's Wundertüte, Futter: ausgediente Strandmuschel
Vlies: keins