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Samstag, 31. Januar 2026

Ein paar Reste verarbeiten - zwei kleine Schlüsseltäschchen

Ingrid macht gerade eine große Geburtstagssause mit uns und hat eingeladen, in den alten Postings zu blättern und die Projekte von früher ans Tageslicht zu holen. Da fügte es sich doch gut, dass ich beim Aufräumen zwei Vlieszuschnitte für kleine Krametuis von Stellaluna gefunden hatte. Die habe ich 2015 auch schon genäht! Nämlich zum Beispiel hier und hier.

29.09.2015

Das Teil ist ja ein ganz schräges Ding. Da schneide ich manchmal gleich über die gesamte Vliesbreite weil diese schrägen Stücke ja sonst Verschwendung wären. Nun waren noch zwei Vliesstücke da. Aber dieses Mal lag über dem Vlies kein guter Stern! *lach* 


Ich habe es nämlich erst mal schön feste auf das Bügelbrett gebügelt... Das kennt Ihr alle, oder?
Mir verschafft dieser nicht wirklich schöne Zwischenfall ein Kreuzchen im Bingo bei Anni, nämlich im Feld "Mein Freund, der Fehler". Das geht ja gut los... *lach*
Aber dann sind doch zwei kleine Schlüsseltäschchen daraus geworden.


Innen mit einem kleinen Schlüsselring.


Bei diesen habe ich die Außenseite nicht aus lauter Schnipseln zusammen gesetzt wie bei denen von 2015. Durch den schrägen Reißverschluss ist das dann doch ziemlich crazy, finde ich zumindest...
Ich weiß nicht, ob es diese Anleitung noch gibt. Damals war es ein Freebook. Jetzt konnte ich sie nicht mehr finden. Aber so ein Trapez kann man sich leicht selber machen. Wenn es Euch interessiert mach ich mal einen extra Post dazu.

Schnitt: Krametui von Stitches by Stellaluna (verkleinert)
Gewicht: 26 Gramm
Außenstoff: aus dem Bestand
Vlies: H630
Futter: aus der Restebox

Verlinkt wird
bei Ingrid's Back to the root 
im Bingo 2026! bei Anni
in der neuen Taschen- und Täschchen-Linkparty bei Marita

Sonntag, 5. Mai 2024

Stricken aus dem Buchregal

Vor einer Weile habe ich Euch doch gezeigt, dass ich ein paar Patchworksocken für mich stricke. Gleich mehrere haben in den Kommentaren gefragt, wie ich das mit dem Einstricken der Sohle mache. Filmen kann ich nicht, aber ich habe beim Stricken der Sohle ein paar Fotos gemacht. Mal sehen, ob Ihr das nachvollziehen könnt, was ich meine. 
Die Socke hatte ich mit dem Bündchen begonnen - 60 Maschen. Diese Zahl hatte ich gewählt, damit ich 6 Patches mit einer Seitenkante von 10 Maschen stricken kann.
 

Das Muster habe ich aus diesem Buch:
 

Es ist uralt, erschienen 2007, und es ist meine Sockenstrick-Bibel. Dieses Buch hat mir das Sockenstricken überhaupt erst vermittelt, aus ihm habe ich gelernt, wie die Bumerang-Ferse gestrickt wird und ich benutze es immer noch regelmäßig, weil ich mir nie merken kann, wie die Bandspitze geht (erst re zusammen stricken und dann überzogen re - oder umgekehrt???). 
In diesem Buch gibt es einen Lehrgang zum Patches stricken. Es sind mehrere Muster mit schrägen Patches im Buch und auch ein oder zwei mit geraden Patches wie hier bei mir. Allerdings sind die Patches viel größer und ich musste hier selbst zählen und konstruieren. Also: 60 Maschen - 6 Patches a 10 Maschen.
Die Patches werden diagonal mit einer ungerade Anzahl Maschen gestrickt. Zum Beginn der Runde schlägt man auf der ersten Nadel zusätzliche Maschen an, in meinem Fall 9
 

Dann strickt man aus dem Patch der Vorrunde 10 Maschen heraus bzw. nutzt die ersten 10 Maschen des Bündchens für den ersten Patch (die erste der 10 Maschen wird zur "Mittelrippe" - ich beginne das Patch also mit 19 Maschen). Die sind jetzt hier auf einer Nadel:
 

Jetzt werden immer rechte Maschen in Reihen hin- und hergestrickt und dabei auf der Rückreihe (also "innen") jeweils die mittleren 3 Maschen rechts zusammengestrickt. Ich habe dieses Muster vor vielen Jahren schon mal mit diagonalen Patches gestrickt und fand das damals sehr anstrengend, die drei Maschen zusammen zu bekommen. Jetzt habe ich mich eines Tricks bedient: ich habe zuerst die drei Maschen von rechts aufgefädelt und durch leichten Zug ein bisschen gelockert:
 

So war dann die "Gasse" schon da, in der ich von der anderen Seite durch die drei Maschen gehen konnte, um sie gemeinsam abzustricken:


Durch das Zusammenstricken von drei Maschen in jeder Rückreihe werden die Maschen logischerweise immer weniger und zum Schluss ist der Patch fertig und auf der Nadel nur noch eine Masche:

Für den nächsten Patch stricke ich aus der linken Seite des eben fertiggestellten Patch weitere 8 Maschen heraus (+die vorhandene = 9 Maschen). Dazu wieder 10 Maschen aus dem Patch der Vorrunde bzw. von den Bündchenmaschen = 19 Maschen. Damit wird der nächste Patch gestrickt, usw. 
Um die Runde zu schließen nimmt man vor dem Stricken des letzten Patches aus der rechten Kante des ersten Patch 9 Maschen auf. Dann geht es los mit dem Patch wie gehabt, aber bei allen Hinreihen strickt man die letzte Masche des Patches mit einer der Randmaschen links zusammen. Auch der letzte Patch endet mit nur einer Masche auf der Nadel. 
Die Bumerang-Ferse strickt man einfach dazwischen wenn die Socke eine entsprechende Schafthöhe erreicht hat. Im Normalfall strickt man ja in der Mitte der Ferse zwei Runden rundum. Das geht mit den Patches aber nicht. Ich habe also nur zwei Reihen hin und rück gestrickt und dann die Ferste beendet wie gewohnt.
Und dann kam das Experiment der glattgestrickten Sohle. Ich wollte gern auf der Sohle kein Muster haben, sondern glatt rechts. Nach ein bisschen Überlegen habe ich eine für mich gut praktizierbare Methode gefunden.
Zuerst habe ich immer die drei Patches des Oberfußes gestrickt = 30 Maschen. Dieses Foto ist schon in der zweiten Patchrunde nach der Ferse entstanden, deshalb sieht man hier schon ein Stück Sohle. Dann habe ich aus den Seitenrändern der Patches wieder meine insgesamt 9 Maschen aufgenommen (die Nadeln liegen hier senkrecht):


Die Sohle wird in Reihen gestrickt, hin rechts, rück links. Immer am Ende jeder Reihe wird die letzte Masche der Sohle mit einer Randmasche des benachbarten Patches links zusammen gestrickt. Auf die Art erreicht man die Oberkantenhöhe der Patches wenn die aus den Seiten aufgenommen Maschen "verbraucht" sind. Und dann geht es von vorn los mit der nächsten Patchreihe des Oberfußes - so lange, bis der Fuß lang genug ist und die Spitze losgeht. 
Ich habe für Größe 38 mit Nadeln 2,5 drei Reihen Patches im Schaft und vier Reihen Patches im Fuß gestrickt. Für die Spitze hat es noch zwei zusätzliche Runden glatt rechts gebraucht, um auf die richtige Fußlänge zu kommen.
 

Und nun... bittesehr! Fertig!
Die glatte Sohle ist gut gelungen und ich bin froh, dass ich mir diese Mühe gemacht habe. 



Gewicht: 65 Gramm
Größe: 38
Muster: gerade Patches aus dem Buch "Das supertolle Sockenbuch" vom Frechverlag
Wolle: Opal Sindbad aus dem Bestand, gut abgelagert

Im Bingo von Anni gibt es ein Kreuzchen im Feld "Aus dem Buchregal".


Und das ist gleichzeitig mein drittes Bingo. Ich komme gut voran...

Freitag, 1. Mai 2020

Mund-Nasen-Maske - der Favorit

Nun habe ich ja schon viele Schnitte ausprobiert und selbst rumgedoktert, viele Feedbacks bekommen und Für und Wider abgewogen.
Dreilagigkeit scheint kein Wunschthema zu sein, die Einschubmöglichkeit für eine weitere Filterlage ebenfalls nicht. Und um nicht zu ersticken reichen 2 Lagen vollkommen aus... ;-)
Wichtig dagegen sind der entnehmbare Nasendraht und die Möglichkeit, die Maske links und rechts mit dem Gummi ein bisschen zu "raffen", dann schmiegt sie sich besser ans Gesicht.
Rein zufällig bin ich noch auf eine einfachere Lösung für einen Tunnel für den Nasendraht gekommen. Jetzt mache ich es so:
Zuschnitt 2 Stoffstücke 19*19cm
Eine Seite zusammen nähen und ca. 2 cm vom Rand entfernt eine Öffnung von 2 cm lassen (hier markiert durch die Schere)


Naht auseinander bügeln und die Öffnung vom Rand ausgehend mit einer Naht stabilisieren


Die untere Kante schließen und die Naht ebenfalls auseinander bügeln


Wenden. Bügeln. Nähfüßchenbreit am oberen Rand den Tunnel für den Nasenbügel absteppen. (diesen Schritt hatte ich vergessen zu fotografieren, deshalb hier nur an der fertigen Maske zu sehen)


Die Faltung einbügeln. Dazu bügle ich erst zur Hälfte,


dann jeweils von den Seiten zur Mitte hin.


Die nächste Faltenlegung lässt sich schlecht beschreiben. Ich fasse die Falte mit den Fingern und klappe sie nach unten, es entsteht ein etwa gleichmäßiges Faltenbild und am Rand eine Breite der Maske von 9 cm.


Stecken und abzackeln


Nun bereite ich den Tunnel für den seitlichen Gummizug vor. Zuschnitt 10,5 cm. Beide Seiten umschlagen und absteppen = 9 cm. Wenn ich mehrere Masken nähe, macht es sich gut, gleich einen längeren Streifen zu nähen, von dem ich dann jeweils 4 cm abschneide.


Von hinten nähe ich den Seitenstreifen an, klappe ihn nach vorn um und schlage ihn ein. Knappkantig absteppen - fast fertig!


Den Gummi schneide ich unterschiedlich lang (23-25 cm) für verschiedene Kopfgrößen. Zum Einziehen eignet sich aus meinem Instrumentenfundus am besten die Klemmnadel für Flechtpapier. Das geht ruckzuck.


Mit der Maschine kurz die Gummienden zusammennähen (wer will schon diese dicken Knoten?)


Nahtstelle am Gummi in den Tunnel ziehen und Nasendraht einschieben - wirklich fertig!


Davon habe ich nun schon viele, viele genäht....


Und weil sie so schöne Sterne hat, darf die Sternenmaske nun auch noch zu Maika's Märchenstunde. Denn da sammeln sich jetzt die Werke zum Märchen "Sterntaler". Man kann zwar nun trefflich streiten, ob das arme Mädchen die Sterne in seinem "Maulkörbchen" sammelt oder ob sie die Sterne im unteren Rand ihres "Schnutenpullis" einsammeln kann - egal: es regnet Sterne!

Dienstag, 22. Oktober 2019

NYB am Dienstagabend - Woche 13



Eieiei… da habe ich letzte Woche große Töne gespuckt von wegen nun ginge es weiter am NYB.... Aber dann gab es eine mittlere Katastrophe im Nähzimmer! Habt Ihr es gemerkt? Ich habe letzte Woche nichts, aber auch gar nichts gepostet, das im häuslichen Nähzimmer entstanden ist. Und das lag an einer echt misslichen Situation. Nach dem Auspacken der Maschine nach dem Nähtreffen in Plön dachte ich, es ist eine gute Gelegenheit, sie gleich noch mal sauber zu machen weil sie gerade nicht im Tisch versenkt ist. Zum Putzen in den "Eingeweiden" verwende ich immer Wattestäbchen - und dann DAS!


Ich hatte irgendwo in der Tiefe den Wattebobbel verhakt und brachte ihn nicht wieder raus, er ist einfach dort hängen geblieben. Vorsichtiges Nähen zeigte sehr schnell, dass da was nicht stimmt. Da war guter Rat teuer! Am Wochenende haben wir nun die Maschine auseinander geschraubt, immer weiter, immer weiter.... und - was für ein Glück! - wir konnten den Wattebobbel befreien!


Dazu noch jede Menge anderen Dreck. Nun konnte es endlich weiter gehen und der Stand der Dinge ist im Moment so:


Mit dem Rand bin ich auf den allerletzten Pfiff eben fertig geworden. (sieht man sehr deutlich an der wundervoll aufgeräumten Fotoumgebung! ;-)
Es ist nun also doch ein Projekt "im Ganzen" geworden und ihr werdet es hautnah miterleben können, ob das mit dem Quilten klappt oder nicht! ;-)
eSTe hat angefangen zu quilten und kann heute einen fulminanten Zwischenstand vorweisen und Trillian wird sich bei meinem Schneckentempo sicher bald an den Stand eines fertigen Tops heran arbeiten! *lach*

Freitag, 5. April 2019

Nachtrag zum "B" - mein Bügel-Ei

Als ich das bei Katrin gesehen habe, war mir endlich klar, was mir schon immer gefehlt hat! - Ein Bügel-Ei! Im Netz findet man verschiedentliche frei Muster, aber mir gefielen die Eier immer nicht - irgendwie "unrund". Also dachte ich, ich mache es besser und male mir selbst ein Ei und erfinde das Rad neu:


Das Ergebnis ist aber das gleiche wie bei anderen Ausprobiererinnen wohl auch: wenn man ein Ei aufmalt, heißt das noch lange nicht, dass dann auch ein ausgestopftes Ei heraus kommt! *lach*


Aber mit meinem.... nun, nennen wir es besser: Bügel-Kissen.... bin ich sehr zufrieden.


Gestopft habe ich es zuerst mit dem Inhalt meines randvollen Abfallbehälters, da war das Bügel-Ei noch lange nicht voll! Dann habe ich ein ausrangiertes Shirt in kleine Schnipsel geradelt und damit weitergestopft.


Das Zunähen ist dann nicht einfach, aber es ist gelungen.
Das Ei ist prall und fest und wird sich prima zum Bügeln aller Abnäher und Rundungen eignen. Erstaunt hat mich am Ende das Gewicht: 403 Gramm!!!

Verlinkt wird nachträglich noch mal bei der Buchstäblich-Bunt-Party von Maika.

Montag, 10. September 2018

WIE dämlich bin ich eigentlich? - HILFE!!!

Es gibt Sachen, die gibt's gar nicht! Ne, ne, neeeee...... Ich hatte mich tatkäftig an ein UFO gemacht, nämlich dieses:


Das war die Ausgangslage: Eine Tasche, die ich vor 6 Jahren genäht hatte - die erste Tasche überhaupt. Ahnung hatte ich nicht, aber eine Anleitung aus einer PW-Zeitschrift. Der Stoff war vom Möbelschweden, dieser übelst krass gemusterte Dekostoff, erinnert Ihr Euch? Gut, über die Schönheit der Tasche und die Sinnhaftigkeit des Plans kann man streiten - aber das war nicht das Problem. Die Tasche war fertig, die Wendeöffnung im Futter geschlossen und dann erst hatte ich es bemerkt - gleich ZWEI Probleme:
1. Die Träger sind viel zu lang. Man kann sie ja nicht verstellen und sie sind mit 90 cm viel zu lang bemessen.
2. - und das stört mich mindestens genauso sehr - sind die Träger mit schwarzem und grauem Garn genäht! Ich habe schon damals immer nachts genäht und außerdem bin ich ein bisschen nachtblind... Aber bei Tageslicht sieht man es sehr deutlich, dass die Nähte unterschiedliche Farben haben. Echt blöd....


Und außerdem hat die Tasche...
3. kein Verschluss
Die Tasche hat das Nähzimmer damals überhaupt nicht verlassen, so blöd fand ich das alles. Zum Trennen war es allerdings bisher auch nicht gekommen. Aber jetzt, dachte ich!
Zuerst habe ich die schwarze Naht im schwarzen Futter (das würde ich auch nicht mehr so machen - einfarbig schwarzes Futter! bäh!) aufgetrennt und die knappkantige Naht an der oberen Taschenkante auch. Dann die Träger abgetrennt.
Aus einer schwarzen Jeans, die gerade dem Nähzimmer zugeflogen war, habe ich 3 cm breite Träger genäht - ganz mit ganz schwarzem Garn (!) - und diese an der Tasche befestigt - dieses Mal in richtiger Länge. Problem 1 und 2 passè.
Dann die Kante oben wieder abgesteppt. Dann wollte ich einen Magnetverschluss anbringen - beste Lösung fand ich... Und nun guckt mal:


Seit wann bringen wir, bitteschön, die Magnetverschlüsse außen an der Tasche an, SEIT WANN, BITTESCHÖN!!! Wie DÄMLICH bin ich eigentlich??? Ich habe tatsächlich von außen die Schlitze in den Stoff geschnitten! Und nun ist guter Rat teuer.... Oder Ihr ratet mir mal einfach so? - Ich habe alles im Nähzimmer zusammen gesucht, was mir zwischen die Finger kam und irgendwie geeignet schien. Ein schwarzes Jeanshosen-Label:


Ein Metall-Button, der mal an einer Trachtenjacke war:


Ein Metall-Label einer Jeansmarke


oder zwei seltsame Gürtelschnallenteile, die hinten genau solche Steckschienen haben wie der Druckknopf gehabt hätte und das würde genau durch die geschnittenen Schlitze passen. Bräuchte aber noch irgendeine textile Verbindung zwischen den beiden Halbkreisen.


Und es ist ziemlich "üppig"


Was meint Ihr - was wird die beste "Rettungsaktion" sein?

Aus dem Korb gibt's noch drei flotte Teile:


  1. ein größeres Stück - na, was wohl? - gelber Vorhang → Kiste Unistoffe
  2. ein Stück Taschenträger, auch sicher 5 Jahre alt, die Tasche wohnt nicht bei mir → Abfall
  3. noch ein Streifen Vorhang................ → Kiste Unistoffe, dort steckt nun schön fein ordentlich gelb neben gelb neben gelb neben gelb..... ;-)

Mittwoch, 25. April 2018

Das Binding - so mache ich es...


 

Die letzte Woche war ja schon eine ganz besondere Woche! Bei Ulrike durfte ich Euch vollschwatzen, wie bei mir im Nähzimmer das eine oder andere Vlies verwendet wird. Das musste nicht gerade hochprofessionell sein, sondern soll einfach meine Methoden und Erfahrungen schildern. Und nun darf ich gleich noch mal, heute reden wir mal über Binding! Noch so ein trockenes Thema....


Dazu gibt es auch eine Menge zu sagen! Guckt zu Ulrike 'rüber - dort könnt Ihr es ganz genau sehen und lesen! ;-)

Samstag, 12. August 2017

Hopp oder Top? - ein Ringelshirt

Diese Entrümpelung ist ja ganz spannend. Nicht nur, weil ich sehe, wie sich so manche "Kategorie" tatsächlich verringert, sondern auch, weil ich einem besonderen Phänomen auf der Spur bin. Die alles entscheidende Frage ist ja immer diese: "Macht mich das Teil glücklich?" Dazu nehme ich den Gegenstand in die Hand und beäuge ihn genau. Und dann sehe ich die Makel, die an manchen Stücken haften. Nein, ich sehe noch nicht so schlecht, dass ich die Makel nicht kennen würde. Aber ich habe sie in der Vergangenheit oft ignoriert. So im Sinne von "geht schon" oder "sieht bestimmt keiner" oder "ist doch noch gut". Das alles gilt aber nicht, wenn ich die Glücksfrage stelle, denn zum Beispiel ein Shirt mit einem winzigen Löchlein macht mich nicht wirklich richtig glücklich. Bei manchen Teilen ergänzt sich die Glücksfrage also mit einem
Hopp oder Top?
"Hopp" wäre leicht - Tonne auf, rein.
"Top" heißt im Falle dieses löcherigen Ringelshirt's - Reparieren
Das Shirt hat im unteren Bereich kleine Löcher, keine Ahnung wieso. Ich mag es sehr und wollte es gern erhalten. Bei Frau Machwerk war vor vielen Monden mal eine Stickaktion mit Chanin-Stickerei - irgendwie doppellagiges Verarbeiten von Stoff und Wegschneiden von Arrealen - fragt mich nicht! Sie hatte da verschiedenen Objekte gewerkelt und ich fand das interessant. Das wollte ich mal probieren. Aber mit einer Anleitung wollte ich mich nicht aufhalten. Beherzter, aber planloser Start: Zuerst habe ich mit Sprühkleber ein Stück türkisfarbenen Jersey hinter die Löcher geklebt. Dann mit Kreide Kreise aufgezeichnet


und diese mit dreifädigem Stickgarn nachgestickt. Dann den Ringelstoff weggeschnitten.


Und - macht mich das nun glücklich?


Nein!


Nun habe ich keine Löchlein mehr auf dem Bauch, sondern dunkle Löcher.... nein, das macht mich nicht glücklich... Hopp oder Top? In diesem Fall Ade, du geliebtes Ringelshirt, unsere gemeinsame Zeit ist vorbei!
Warum hat es nicht gut funktioniert? Da gibt es nur Vermutungen: Der Hintergrundstoff ist zu dunkel. Ringelstoff eignet sich dafür überhaupt nicht. Dreifädiges Stickgarn ist zu dick, stickt sich schlecht auf Jersey und meine Stiche wirken ungleichmäßig. Kann vielleicht auch am Kleber liegen. Oder das Design ist einfach schlecht gewählt....