Sonntag, 23. Juli 2017

Haus No.106 - für Judy

Eigentlich wollte ich heute grüne und pinkefarbene Stoffe vernähen. Aber dann kam alles anders, dann las ich den heutigen Post auf Judy's Blog. Ein Nachruf. Ihr Nachruf... Mir ist alle Farbe aus dem Gesicht gewichen und die Lust auf bunte Stoffe vergangen. Ich habe Judy vermisst in den letzten Wochen. Ja, ich dachte, sie sei in Urlaub oder mit den Vorbereitungen für das kommende Enkelkind beschäftigt. Dass die Stille auf ihrem Blog allerdings Abschied bedeutet, das hätte ich nie gedacht!
Judy, ich kenne Dich schon lange. Nicht wirklich, nur virtuell. Zu einem Treffen im realen Leben war es einfach noch nicht gekommen - aber wir wollten es tun! Judy's Blog verfolge ich richtig gern - sie arbeitet ganz andere Dinge als ich und trotzdem waren wir uns sehr verbunden. Wir hatten nur wenige Tage auseinander Geburtstag und waren uns irgendwie ähnlich. Ich mag ihre schwarz-grau-weißen Nähwerke sehr. Ach, Judy, Du wirst mir fehlen! Deine Ideen, Deine unbunten Werke, Deine vielen, vielen Kommentare auf meinem Blog. Weißt Du noch, wieviel Spaß wir damals mit Daisy hatten? Weißt Du noch, wie wir über den Wörlitzer Park erzählten? Du machtest so schöne Fotos! All das werde ich vermissen und zwar sehr...
Ich bin traurig. Zur Erinnerung habe ich heute ein Haus genäht. Für Judy. Ich habe schwarz-weiße und graue Stoffe ausgesucht - nicht wegen der Trauer - sondern weil das Judy's Farben waren. Sie konnte so wunderbar ohne Farbe nähen! Ein rotgepunktetes Dach - rot konnte Judy nämlich auch. Gerade war sie in unsere Sets-around-the-Year-Aktion eingestiegen und hat fröhliche rot-weiße Sets genäht. Judy mag unheimlich gern Lavendel. Ich hätte gern einen lavendelfarbenen Himmel gemacht, hatte allerdings keinen parat, aber dann fiel mir die Buchhülle ein - ja, dieser Stoff hätte Dir gefallen, Judy!


Es tut mir unendlich leid, dass Du so früh gehen musstest, dass Du Dein Enkelkind nun nicht erleben wirst, auf das Du Dich so gefreut hast. Meine Gedanken sind bei Deiner Familie.
Dieses Haus wird einen Platz im Häuserquilt bekommen und mich erinnern an unsere gemeinsame Zeit. Fare well, Judy....

Samstag, 22. Juli 2017

Hopp oder Top? - ein Fleeceshirt und eine -jacke und ein paar Fragezeichen...

Im Zuge der Entrümpelung im Kleiderschrank habe ich immer wieder Teile beiseite gelegt, von denen ich mich nicht trennen wollte. Teile, die ich sehr mag, an denen mein Herz hängt, die schon lange bei mir sind, mich aber aus verschiedenen Gründen nicht wirklich glücklich machen. Oft sind es Passformmängel, die man ja vielleicht beheben könnte, wenn man eine Nähmaschine hätte... ;-)
Nun war der Stapel dieser Sachen so hoch, dass ich mal anfangen musste, immer vor mir herschiebend die Bugwelle "Kleidung kann ich nicht nähen". Ein wunderbares Fleeceshirt, uralt, der Gummizug schon total kaputt und viiieeel zu groß.




Ich habe das echt mal für mich gekauft. Vor vielen, vielen Jahren (als es noch nicht an jeder Ecke Fleeceshirts gab :-) und in der kleinsten Größe, die sie damals hatten. Und ich habe es immer angehabt, Ärmel hochgerollt, passte es über alle Schichten drüber, wenn es kalt war. Es hat Känguruhtaschen mit Reißverschluss, herrlich! Nun wurde es beherzt zerschnitten, die Ärmel neu eingesetzt, schmaler gemacht, leicht tailliert:




Ein neuer Gummi war auch fällig und der Tunnelzug unten ist wieder ordentlich hergestellt. Dann habe ich mir gleich noch eine beerenfarbene Fleecejacke hergenommen, auch bei der sind die Ärmel viel zu lang:




Ich weiß gar nicht, warum ich das so viele Jahre "ausgehalten" habe, das ist ja nun wirklich kein Hexenwerk... Mit der Janome habe ich das erste Mal die Zwillingsnadel benutzt.




Ging super und hat mir schöne, flache Nähte hingezaubert. Von innen macht das Zickzack:




Und von außen eine Doppelnaht:




Das hat prima funktioniert. Nicht so zufrieden war ich mit der flexiblen Versäuberungsnaht, die meine Janome anbietet. Ich bin da ja echt blutiger Anfänger, weiß mit elastischen Stoffen nichts anzufangen. Bin stur nach der Bedienungsanleitung der Maschine vorgegangen und habe den M-Fuß eingespannt:




Damit soll angeblich eine tolle Kantenversäuberungs-Naht entstehen. Finde ich nicht:




Irgendwas stimmt da nicht..... Aber das ist innen und ich kann da ja weitere Versuchsserien starten....
Das Fleeceshirt und die Jacke machen mich jetzt jedenfalls wirklich glücklich und beide dürfen zurück in den Schrank!

Donnerstag, 20. Juli 2017

Das Haarspangenutensilo

Als ich neulich meine Haarspangen "wiederentdeckt" habe, war ich schon erstaunt, dass mir viele davon gar nicht wirklich präsent waren. Jeden Tag trage ich die gleiche. Die meisten fristeten ihr Dasein unbeachtet in einem Glas und eine hat sich immer hinter der anderen "versteckt". Keine Übersicht. Kein guter Zugriff. Keine leichte Auswahl morgens. Also musste eine andere Lösung her - ein Haarspangenutensilo!


Man könnte es auch Haarspangen-Schlips nennen. Oder hätte gleich einen Schlips nehmen können, aber ich wollte, dass es zum Klatschmohn-Utensilo und zu den Wandfliesen passt. Deshalb war ein Stück Leinenkleid aus meinem Korb gerade recht. Ein Stück Mohnblumenstoff unterstützt die "Verwandtschaft" zusätzlich.


Nun hängt der Haarspangen-Schlips im Bad und es wird sich zeigen, ob sich mit dieser wirklich schön übersichtlichen Aufbewahrung mein Haarspangen-Auswahl-Verhalten ändert! *kicher*


Größe: 74 cm lang ohne Hängeschlaufe, oben 5,5 und unten 7,5 cm breit (das ist Absicht wegen der verschieden breiten Metallspangen)
Gewicht: 48 Gramm
Vlies: Randstreifen einer längst verarbeiteten Vliesdecke
Stoff: altes Leinenkleid aus dem Korb

Mittwoch, 19. Juli 2017

Entrümpeln Aufgabe 16: Modeschmuck - Teil 1: Haarspangen

Doreen aus Berlin hat in ihrer Entrümpelungsliste auch das Thema "Modeschmuck". Mein erster Gedanke war: Das fällt bei mir aus, so wenig Kram wie ich habe. Beim zweiten Blick wich dieser Gedanke purem Entsetzen und in dritter Konsequenz habe ich das Kapitel "Haarspangen" - das ist ja auch irgendwie Schmuck - mal rausgelöst und nehme das jetzt vorweg, das scheint mir ein bisschen übersichtlicher, ein bisschen wenigstens....:-)
Ich habe lange Haare. Schon immer. Nur zweimal hatte ich eine ganz kurze Lebenszeit - die Zeit mit Babys auf dem Arm - kurze Haare, beim ersten Mal mit Dauerwelle. Schrecklich! *lach* Die langen Haare bändige ich immer mit Haarspangen als Pferdeschwanz oder drehe sie bei heißem Wetter hoch. Im Badezimmerregal stehen zwei Gläser mit dem über Jahrzehnte angesammelten Zierrat. Nach dem Ausschütten zeigt sich: Es gibt eine gröööööööößere Anzahl Haarspangen. Ich muss gestehen, dass mir viele nicht vor dem geistigen Auge waren, denn ich benutze immer nur ein oder zwei. Die anderen sind versteckt im Glas zwischen Tausenden anderen Haarspangen... Hier habe ich mal alle gemeinsam auf ein Tablett gekippt - 39 Haarspangen (die auf meinem Kopf dazu gerechnet) und dazu diverse Haargummis (17), Klemmen (37) und Haarspieße (5), ist das nicht verrückt?!



Viele habe ich jahrelang nicht getragen und es gibt eine gewaltige Aussortierung! Nein, ich hebe nichts auf, falls ich mal irgendwann ein Enkeltöchterchen haben sollte.... Mit den Haarspangen muss ich mir was einfallen lassen. Das ist nämlich wirklich schade, ich besitze so schöne Haarspangen und sehe sie beim Tragen gar nicht. Deshalb benutze ich alle Tage die gleiche(n). Dabei könnte ich sie so schön passend zum Tagesoutfit auswählen.... Bei den Schuhen funktioniert das echt gut. Vielleicht lässt sich das auf die Haarspangen übertragen? Ich glaub', ich brauch' ein Haarspangenutensilo!
Bei dieser ganzen Entrümpelungsaktion lerne ich ja eine Menge über mich. Zum Beispiel, dass mein Einkaufsverhalten recht starren Mustern unterliegt. Meine Haarspangen kaufe ich überwiegend auf Festivals oder Mittelaltermärkten. Man schlendert so friedlich an den Ständen vorbei - und gucke! - schöne Haarspangen! *grins* Okay, eine davon habe ich geschenkt bekommen...


Jedenfalls sind jetzt mal das die Glücklichmacher:


Bei diesen hier muss ich mich noch entscheiden.  Die linke muss ich noch probetragen, ich suche noch den Spieß für die Mäanderspange, der ist weg, die steinbesetzte Hornspange ist alt, da muss ich erst mal recherchieren, der Gummi der Metallscheibe müsste ausgetauscht werden und den Kork könnte ich mal versuchen, nachzufärben, die Spange war mal farbiger. Es ist wie immer: es bleibt ein "Bodensatz" *lach*


Und das sind die 29 Teile, die ihr Leben woanders weiter leben werden... Denn was ist schon ein Dasein im Dunkel einer Schachtel wert?? (Falls jemand eine Haarspange geschenkt bekommen mag, möge er es jetzt sagen! :-)


Die schwarzgraue Schleife wird ins Nähzimmer umziehen, da ist hinten gar keine Spange mehr dran. Aber vielleicht lässt sie sich in eine Nesteldecke integrieren... Im Glas verblieben sind Haargummis, die kann man einfach auch nur so als Gummi verwenden, das Klapsband und Haarklemmen, die ich nur zu Fasching brauche, um irgendwelchen Kram auf dem Kopf zu befestigen. Auch die rote Schleifenspange darf erst mal noch bleiben - habe ich ganz früher getragen, echt! Ein Erinnerungsstück....


Aussortiert sind jedenfalls nun Teile, deren Verwendung mir noch nicht wirklich klar ist, wegwerfen möchte ich das meiste eigentlich nicht... Hat jemand eine Idee?
Verlinkt wird das bei der 1000-Teile-raus-Party bei Frau Augenstern.
PS: Ich werde immer mal gefragt, ob ich bald durch bin mit der Entrümpelei. Leider nein, Ihr Lieben. Ihr müsst das noch länger über Euch ergehen lassen! Es sind noch sooo viele Dinge völlig unbearbeitet: Schreibtisch, Dokumentenordner, Geschirrschränke, Taschen, Boden, Keller, Garten, Spiele, technische Geräte, Wolle, NÄHZIMMER (!!!)... wer nicht mehr mag, schaltet einfach ab. Ich bin jedenfalls immer noch voller Elan und froh über jedes abgehakte Thema.

Entrümpelungserfolg 2017 - 1.093 Teile
29 Haargedöns
51 Handtücher, Waschlappen, Geschirrtücher
18 Tücher, Mützen, Handschuhe, Kleinkram
6 Sorten Tee
232 Bücher
22 + 1+102 Zeitschriften und Kataloge
2 Landkarten
1 Kalender
24 Teile Autoschrott
10 Gewürze und -Behältnisse
177 Rezepte
2 Geschirrteile
10 +3 Paar Schuhe
35 Dekorationsobjekte
47 +5 Besteckteile und sonstiger Schubkasteninhalt
25 Schablonen, Muster, Nähanleitungen
10 Putzmittel
12 Lebensmittel
6 + Flaschen alkoholische Restbestände
12+46+66 Kleidungsstücke und 15 Kleiderbügel
Tassen
21+6/9 verfallene Medikamente/Kleinkram
6 Töpfe und Pfannen
21 Kosmetikartikel und sonstiger überflüssiger Kram aus dem Bad
32+1+1+1 Socken/Strumpfhosen/Leggings - einzeln bzw. als Paar
14 +1+1+1 Kartons

Montag, 17. Juli 2017

Haus No. 105 - Fremdlinge

Man sieht es dem Haus schon an: hier wohnen Zugereiste! So ganz anders als die sonstigen Häuser aus PW-Stoffen ist dieses Haus aus Batiks angemalt. Die Einheimischen gucken schon mal neugierig über den Gartenzaun. Bisschen exotisch alles, aber ganz, ganz toll! Und die Leute, die drin wohnen, sind sowieso ganz nette Nachbarn, sprechen so einen witzigen Akzent... :-)



Ich bin auch eine Zugereiste hier im Kyffhäuserland. Und - egal, ob man aus dem Kosovo, aus Syrien oder aus Sachsen kommt: es dauert Jaaaaahre, bis die Einheimischen nicht mehr neugierig über den Gartenzaun gucken.... ;-)
Ich habe ja bisher nur sehr wenig in meinem "Nähleben" mit Batiks gemacht. Erst seit ich an den NYB-Blöcken nähe, gibt's überhaupt eine nennenswerte Auswahl. Und ich bin mir immer unsicher, sie mit Druckstoffen zu kombinieren. Hier bei den Häusern fällt mir das wieder besonders auf.


Aber - alleine für sich - finde ich diese Stoffe ganz toll! Kombiniert Ihr in Euren Projekten Batiks mit Druckstoffen? Ist das eigentlich "erlaubt" oder eher ein "no-go"?

Sonntag, 16. Juli 2017

Gloria's flowers - Kapitel 13

Ich war in den letzten Wochen öfter unterwegs - das sieht man daran, dass ich auch dieses Mal allerhand neue Blümchen dazu gewonnen habe. Der Gloria's flowers wächst...


Wie genau er wächst sieht man hier ja nicht, aber ich verspreche, dass ich Euch in vier Wochen mal alle gelieselten Blumen auflege. Da hat mein Gloria's flowers nämlich Jahrestag. Letztes Jahr im Urlaub in Kroatien hatte ich damit angefangen. Damals saß ich mit meiner Lieselei und einem gebrochenen Zeh auf der Ferienhausterrasse hoch oben über dem Meer und habe die ersten großen Blumen genäht... :-)

Freitag, 14. Juli 2017

Lust auf Bunt - zwei neue NYB-Blöcke

Ich hatte Lust auf Farbe! Und musste ja leider feststellen, dass ich im Juni nicht nur wenig genäht, sondern überhaupt keinen NYB-Block gewerkelt habe. Schade, ich wollte da eigentlich dran bleiben.... Aber jetzt:
Block 3 der Pattern von Ula Lenz:


Ich habe die Vorlage ja auf 150% vergrößert. So sind die Blöcke 12'' (30 cm) groß. Mit den Rundungen bin ich einigermaßen zurecht gekommen, ich muss einfach nur üben, üben, üben.... :-)
Und darum habe ich auch gleich noch Block 4 genäht:


Allmählich entwickle ich meine eigene Technik für die Reihenfolge des Zusammennähens:
Ich lege das konvexe Teil (das mit dem nach außen gewölbten Bogen) unten drunter und wenn das ein Paper-Piecing-Teil ist, lasse ich das Papier dazu noch drin. Die NZG schneide ich mir an beiden Teilen genau auf 1/4 Inch zurück, die Linie auf der Papiervorlage sehe ich dann beim Nähen zwar nicht, aber wenn ich auf die NZG achte, passt das perfekt. Das konkave Teil liegt also immer oben. Wenn das ein PP-Teil ist, trenne ich das Papier vorher raus. Ich muss also immer gut aufpassen, welche Naht die nächste ist, aber das spielt sich ein...
Für diejenigen, die sich das mit dem "konvex" und "konkav" so schwer merken können wie ich: "Ist das Mädchen brav, bleibt der Bauch konkav, hat das Mädchen Sex, wird der Bauch konvex..." ;-)


Verlinkt wird bei Marle's NYB-Treffen im Monat Juli.