Der Laptop wollte nicht. So gar nicht. Deshalb hänge ich mit meinen Berichten zum Monatswechsel total hinterher und auch der 12tel Blick kommt mit Verspätung. Aber die Wiese war rechtzeitig zur Stelle:
Wir haben nach wie vor ein paar große Stücke nicht gemäht und hier steht allerhand Trockenkraut. Inzwischen lässt der Ahorn seine Blätter ins hohe Gras fallen. Gras ist das nicht. Hauptsächlich stehen hier Blütenstände von Wilder Möhre und Wegerich, trockene Stängel von Braunelle und Klee...
Aber nun werden wir doch mähen müssen. Denn die Blätter können auf Dauer hier nicht liegen bleiben und zusammenharken ist bei dieser Wildwiese nicht.
Schaut mal diese filigranen Samen der Wilden Möhre an, ganz zart...
An
der Mauer wird es auch immer trockener
Wenn man hier nach Farbe sucht fallen viele kleine hochstehende Blütenstände auf. Hier begegnet mir mal wieder eine der großen Unbekannten....
Die Recherche ergibt: es handelt sich um das
Gewöhnliche Bitterkraut
Gewöhnliches Bitterkraut, auch: Habichtsbitterkraut, Picris hieracioides
Seinen Namen verdankt es dem bitteren Geschmack der Wurzel und des Milchsafts der Pflanze
Familie: Korbblütler
Blütezeit: Mai bis Oktober
Höhe: 30 bis 90 cm,
Wurzel: kurzes Rhizom
Vorkommen: weitverbreitet
in Europa
bevorzugt lückige Rasengesellschaften, Wegränder, Steinbrüche, Bahndämme, Ödland, kalkreiche, stickstoffhaltige, wenig humose Böden. Das Bitterkraut ist eine Pionierpflanze.
Häufigkeit: häufig
Blätter: die
Pflanze ist zweijährig bis ausdauernd. (zweijährig:
Im Umkehrschluss heißt das auch, man müsste in der zweiten Jahreshälfte
die Jungpflanzen sehen können, die konnte ich noch nicht identifizieren)
Die oberirdischen Teile haben eine borstige Behaarung.
Der Stängel wächst aufrecht, oben verzweigt.
Die Blätter sind länglich, spitz zulaufend, leicht gezähnt und wechselständig. Die Grundblätter und die unteren Blätter am Stengel sind gestielt, die oberen den Stengel umfassend. Das ist wohl ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal. Auf dem Foto sieht man auch sehr schön die "Borsten" an den Blättern. Beim Vorbeistreifen "klebt" die Pflanze dadurch leicht an der Jacke.
Blüten:
körbchenförmige Einzelblüten mit einem Durchmesser von etwa 1 cm stehen als lockere Dolde. Die Hülle unter den gelben Zungenblättchen ist meist leicht tailliert. Die Hüllblätter sind 10 bis 15 mm lang und widerhakig behaart. Die gelben Zungenblütenblättchen sind etwa doppelt so lang wie die Hüllblätter.
Wenn die Blüten an der Spitze der Pflanze verblüht sind schiebt sie in den Blattachseln kleine Einzelblüten
Die Blüten öffnen sich am Vormittag und schließen sich nachmittags und bei schlechtem Wetter.
Die Samen bilden eine kleine "Pusteblume" und versamen sich durch den Wind.
Verwendung: die Blätter sind essbar - theoretisch, sie sind so borstig, dass ich das nicht probieren würde
Wissenswertes: Der Stengel enthält Milchsaft
Die Pflanze ist eine wichtige Nahrungsquelle für verschiedenste Insekten bis in den Herbst hinein.
Und natürlich machen wir auch dieses Mal Wiederholung:
Die
Gemeine Braunelle fängt nach den trocken-heißen Tagen und dem Regen Ende August "noch mal von vorne an". Sie blüht auf winzigen Stengeln mit kleinen Blütchen:
Das
Balkan-Windröschen ist ebenfalls verschwunden.
Das Wiesenlabkraut schiebt ebenfalls neue Blättchen, die Pflanzen sind aber auch nur 10 cm hoch.
Aber auf den gemähten Wiesenstücken schieben sie neues junges Grün
Die wilde Möhre zeigt uns neben den tollen Samenständen, die hoch über der Wiese im Wind schaukeln neue kleine Pflänzchen, 10 cm hoch. Deren Blütenstände sind winzig. Trockenstress...
Diese Kräutlein kennen wir nun schon:
Gewöhnliches Bitterkraut
Nun
schauen wir noch auf die Jahresübersicht.
Die Wiese:
Verlinkt wird bei:
Eva Fuchs in der Sammlung der Jahresblicke
den Jahresprojekten der Zitronenfalterin
Plausch am Gartenzaun bei Nicole
Quellen:
Bielefelder Netz für Pflanzenbesucher, abgerufen am 31.08.2026
wikipedia, abgerufen am 31.08.2026
Aichele/Golte-Bechtle: Was blüht denn da, 56. Auflage



















































