Ich war hier früher schon und trotzdem ist das Achteckhaus in Sondershausen immer wieder beeindruckend. Es steht im Schlosspark und war einst gebaut als fürstliches Vergnügungs- und Turnierhaus. 1709 hatten es die Schwarzburg-Sondershäuser in Auftrag gegeben. Es war ein barocker, dreigeschossiger Fachwerkbau mit einem achteckigen Grundriss.
Damals nannte man das Gebäude "Karussell" weil im Untergeschoss ein Pferdegöpel untergebracht war. Dieser trieb einen runden Holzboden im Erdgeschoss an, auf dem verschiedene höfische Vergnügungen stattfanden.
Die acht korinthischen Säulen prägen den Raum. Über die üppige Bemalung kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein...
Und erst das Deckengemälde! Der "Triumph der Venus".
Auf den Emporen nahm man ursprünglich Speisen und Getränke zu sich.
Ab 1850 wurde umgebaut, das Gebäude wurde mit dem neu errichteten Marstall verbunden und verlor seinen Reiz als Vergnügungsort. Es wurde Heulager und Kulissenlagerstätte des höfischen Theaters. So schnell geht's manchmal! Da guckte die Venus nicht mehr auf höfischen Tanz hinunter sondern auf Krimskrams...
Schon zu DDR-Zeiten wurde das Gebäude als Konzertsaal genutzt.
Nun ist das Achteckhaus schon länger restauriert. Hier finden die Konzerte des Lohorchesters statt und verschiedene andere Veranstaltungen.
Wir hatten richtig viel Zeit, uns umzusehen, denn die Lesung, zu der wir gekommen waren, fing mit einer Stunde Verspätung an. Und sie fand auch nicht statt wie ursprünglich geplant, denn der Autor des Buchs, Ilko-Sascha Kowalczuk, war krank und Bodo Ramelow kam allein. Dafür war das Gespräch zum Buch dann sehr interessant. "Die neue Mauer". Hoch brisant und aktuell!
Und man kann da sagen, was man will: ich mag Bodo Ramelow. Einer der wenigen unaufgeregten Politiker, die trotzdem klar auf den Punkt bringen, was sie zu sagen haben.






Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Hallo! Ich freue mich immer sehr über Kommentare! Aber ich weise hiermit ausdrücklich darauf hin, dass mit dem Schreiben eines Kommentars im Hintergrund Deine IP-Adresse, Name, Zeitstempel, ggf. E-Mail und Webseite erfasst werden und natürlich der Inhalt Deines Kommentars an sich. Letzteren kannst Du wieder löschen. Und Du kannst Deinen Kommentar von mir auch wieder so löschen lassen, dass für andere Leser nichts mehr auf den gelöschten Kommentar hinweist.
Wenn Du aber mit der Speicherung Deiner Daten nicht einverstanden bist, dann kommentiere hier nicht! Mit dem Absenden Deines Kommentars erklärst Du Dich einverstanden zur Speicherung Deiner Daten.