Meine Güte! Ich weiß nicht, was mich da geritten hat! Unser alljährliches Gänsebratenessen im Freundeskreis steht vor der Tür und ich brauchte eine Gans. Ich konnte mich entscheiden zwischen 3,2 kg oder 5,8 kg.... Pah! 3,2 - das ist doch nix!! Also habe ich die große Gans genommen. Schon beim Einfrieren kamen mir Zweifel: ob die wohl in den Bräter passt? Wohl kaum.... Also habe ich mir einen größeren Bräter geborgt. Und selbst damit war es schwierig. Ich musste das Tierchen mit viel Macht überreden, seine Beine noch ein bisschen weiter unter die Arme zu ziehen, damit sie in den Topf passte! Soweit - so gut:

Weitere Schwierigkeit, die schon im Vorfeld deutlich zu sehen war: Donnerstags abends habe ich keine Wendehilfe im Haus. Bei der echten Weihnachtsgans ist das kein Problem, da ist das Haus voller helfender Hände, aber mit dieser ersten Gans kämpfe ich immer ganz allein. 5,8 kg wollen gewendet sein! Da habe ich mir dieses Jahr einen feinen Trick ausgedacht und sofort, als die Gans im Ofen war, in die Tat umgesetzt:
Als ich neulich den
Topfuntersetzer mit dem Insul bright gefüttert hatte, habe ich auch einen "Hitzetest" gemacht. Das Zeug ist echt gut. Es isoliert deutlich besser als Thermolam. Und ich hatte noch etwas davon im Haus. Damit habe ich mir zwei winzige
TopfGanslappen genäht. Ganz simpel, verstürzt, schmalkantig abgesteppt. Und was soll ich Euch sagen: prima! Die beiden ersten Wendungen gingen ganz einfach, indem ich das Tierchen mit den Ganslappen an den Hinterbeinen angefasst, hochgehoben und einfach umgedreht habe. Bei der 3. und 4. Wendung musste ich zwar die Fleischgabel zu Hilfe nehmen, weil die Keulen schon recht weich waren (dann reißen die Beine u.U. ab?), aber auch das ging gut. Wenn man richtig "hinfassen" kann, ist das jedenfalls deutlich komfortabler als wenn man mit Instrumenten hantieren und immer Sorge haben muss, dass einem das Fett um die Ohren spritzt....
Fotos gibt es von den Wendeaktionen leider keine, war ja niemand da, der sie hätte machen können - ich selbst hatte alle Hände voll zu tun! Aber die Ganslappen sehen auch nach getaner Arbeit noch prima aus, gehen jetzt einfach in die Wäsche und sind Weihnachten wieder einsatzbereit. Sie haben genau die richtige Größe, dass man sich nicht die Finger verbrennt, aber sie auch nicht ins Fett tauchen beim Wenden.
Wer sich genauer dafür interessiert, wie ich das ansonsten mit der Gans mache, kann das
hier nachlesen.
Zerlegt passt das Tier auch wieder in die kleine Pfanne.
Und übrigens.... ich bin ja seit August Vegetarier, aber heute Abend nicht!!! :-)
Die Ganslappen verlinke ich derweil noch fix bei der Jahresparade der Muster im
Vichy-Monat, das passt gerade noch.