Ich hab' nix genäht... So ist es oft am Wochenende - die Tür vom Nähzimmer bleibt zu, weil sich andere Dinge vordrängeln. Dieses Mal waren es die Quitten, die mir
Frauke geschenkt hatte als wir in Plön waren. Bei uns gibt es keinen Quittenbaum, aber ich freue mich immer, wenn ich mal ein paar bekommen kann - schon allein wegen dem
Duft! :-)
Allerdings sind die Dinger ja ziemlich
hartnäckig. Wer schon Quitten verarbeitet hat, weiß wovon ich spreche...
Zuerst habe ich sie geachtelt und das Kerngehäuse rausgeschnitten. Wenn man nur Saft gewinnen möchte, können die Kerngehäuse auch drin bleiben, aber ich mache später auch Mus und schneide sie deshalb raus.
Zum Glück besitze ich noch einen altmodischen Dampfentsafter. Den hat mir meine Oma geschenkt als ich eine ganz junge Hausfrau war. Tolles Teil, damals besonders: er war nämlich
"aus dem Westen"! *lach*
Ich streue ein bisschen Zucker auf die Früchte, angeblich löst sich dann der Saft besser. Aber das ist nicht tatsächlich von mir erforscht. Der Dampfentsafter hat drei Etagen: unten ein mit Wasser gefülltes Gefäß, dort kocht es und der Dampf steigt durch ein Loch in der zweiten Etage (das ist das Saftauffanggefäß) in die dritte Etage auf. In der befinden sich die Früchte. Der Dampf löst den Saft, die Früchte sind am Ende "gargekocht".
Nach etwa einer halben Stunde sammelt sich im Ablassschlauch der erste Saft. Ich lasse das Ganze etwa eine Stunde kochen und dann über Nacht stehen, damit möglichst viel Saft abläuft.
Aus dem Saft habe ich mit 2:1 Gelierzucker und einem Schuss Marillenlikör ein leckeres Gelee gekocht. Die Früchte aus dem Entsafter kommen dann aber noch nicht auf den Kompost, sondern in die Flotte Lotte. Sie sind nicht ganz leicht durchzudrehen. Übrig bleiben die Schalenreste..
... und im Topf ist das Quittenmus. Das koche ich mit 3:1 Gelierzucker noch mal auf und fülle es in Gläser ab. Das gibt einen super Kuchenaufstrich (zeige ich Euch beim nächsten Quittenkuchen)
Die Quitten von Frauke ergaben vier Gläser (und ein angefangenes) Quittengelee und vier Gläser Quittenmus.
Und noch ein besondere Leckerei: einen Teil vom aufgekochten Mus mit Gelierzucker habe ich in eine mit Folie ausgelegte flache Schale gefüllt. Die steht jetzt auf der Heizung. Das Quittenbrot trocknet dort jetzt noch ein paar Tage vor sich hin, dann kann man es in Würfel schneiden. Eine sehr spezielle Süßigkeit, die man mögen muss. Die Quitten haben so kleine Körnchen wie Birnen. Die bleiben natürlich erhalten.
Ich jedenfalls mag es sehr und freue mich schon auf das bald fertige Quittenbrot. Man könnte es noch mit Kokosraspeln oder Schokoladenguss ver
feinernändern, aber ich mag es am liebsten so.
Unsere Heizung ist natürlich für so etwas perfekt. Auf den breiten Rippen kann ich alles mögliche trocknen: Quittenmus, Apfelringe, Pilze, nasse Gartenhandschuhe....:-)