Samstag, 7. November 2026

Für Melanie - ein Stifte-Stiftemäppchen

Vor einer Weile hatte ich ja ein Stifte-Stiftemäppchen genäht. Hier könnt Ihr das noch mal anschauen. Das war damals eine Hau-Ruck-Aktion, ich hatte keine Anleitung (hatte erst nach Fertigstellung die bei Bernina gefunden). Leider habe ich nichts über den Werdegang aufgeschrieben. Und mein Gedächtnis ist schlecht.... 
Das Mäppchen habe ich in Plön an eine Nähschwester verschenkt. Und plötzlich stand die Frage nach dem WIE im Raum. Ähem.... Ich konnte mich vage erinnern, aber Melanie kam damit nun nicht zurecht. Da hilft's nix: ich muss noch mal versuchen, das nachzuvollziehen, denn sie hatte in Plön nach meinen Maßen zugeschnitten, aber nicht fertig genäht.
Die Vliesgröße hatte ich damals aufgeschrieben: 22x18 cm. Ich habe wieder das feste Bodentuch genommen und in diesem Fall gestückelt. Bei 9 cm habe ich mir eine Bleistiftlinie gezogen, das ist der Umbruch am Mäppchen (Vorder-und Rückseite)
 

Aus meinem roten Schnipselglas habe ich 9 möglichst passende Teile rausgesucht und Streifen zugeschnitten mit dem Maß 18x3,5 cm.
 

Nun wird auf das Vlies gesteppt. In der Mitte habe ich angefangen und den ersten Streifen mittig auf meine Linie angelegt. Warum ich das damals so gemacht habe, weiß ich nicht mehr, aber wir machen ja hier eine Nachvollziehung, also wieder genau so. Ich bügle ja solche Sachen und weise hier ausdrücklich darauf hin, dass man aufpassen muss: dieses Bodenputztuch klebt am Bügeleisen, man braucht ein Bügeltuch!
 

Bei den Randstreifen muss man evtl. ein paar Millimeter hin- oder herjonglieren, bei mir ging das wieder gut auf. 
 

Der Blick auf die Rückseite: die Nahtzugabe habe ich auf 0,75 cm zurück geschnitten. 
 

Jetzt braucht man einen hellen Stoff für das "Holz" des Buntstifts. Meiner war ein zufällig 6,5 cm breiter Streifen, aber 5,5 cm würden auch reichen. Hier muss man aufpassen, dass die bunten (roten) Stoffe nicht unter dem aufgelegten hellen Stoff rausgucken, sonst schimmern sie eventuell durch.
 

Und nun fehlt noch die rote Buntstiftspitze. Mein Streifen war 3,5 cm breit, das ist reichlich. Und dass er nicht die volle Länge hat macht nix, denn dort ist die Schrägung von der Stiftspitze. 
Im Nachgang muss man sagen, dass die Spitze ein bisschen größer hätte sein können, also besser den hellen Streifen nur 5 cm und den bunten 3,5 cm. Dann wird die Spitze größer.
 

Man braucht einen Futterstoff im gleichen Format des jetzt fertigen Außenteils. Das Zuschneiden der Spitze hatte ich damals erst nach dem Einnähen des Reißverschluss gemacht, also machen wir das jetzt auch so.
 

Wenn es keine Bodennaht gibt braucht man einen Endlosreißverschluss oder einen, der ein ganzes Stück länger ist als er sein muss. Der Reißverschluss wird jetzt so eingenäht, dass der Zipper in zugezogenem Zustand in der Nähe der Spitze ist und nicht am Stiftende. Ich stelle die Nadel ganz nach links und nähe knapp am Vliesrand entlang.
 

Hier ist der Reißverschluss auf beiden Seiten eingenäht und das Ganze sieht so aus:
 

Wenn man den Reißverschluss ganz aufzieht oder bei einem Endlosreißverschluss den Zipper noch nicht aufgezogen hat kann man jetzt relativ leicht die knappkantige Naht am RV setzen. Bei meinem ersten Täschchen habe ich einen Endlosen verwendet, das war ein bisschen einfacher. Alternative wäre natürlich eine Teilung des ganzen Etuis in Vorder- und Rückteil. Aber wir wollen ja hier bei meinem ersten Versuch bleiben...  Ich lasse beim Ennähen des RV am Ende etwa 1,5cm ungenäht und bei der knappkantigen Naht ebenfalls. Dann lässt sich die Ecke besser nähen und sieht auch besser aus.
 

In diesem Moment gucke ich natürlich schon mal, ob das mit dem RV so passt wie ich mir das denke... ;-)
 

Jetzt wird wieder auf Links gewendet und ich zeichne mir mit einem Stift die Spitze des Etuis an. Die Spitze ist genau in der Mitte zwischen dem RV und dem unteren Falz und genau an der Vlieskante. (Vlies: 18 cm, halbiert: 9 cm, Spitze bei 4,5 cm)
 

Das Vlies schneide ich dann aber vor dem Nähen an der Spitze weg - da ist genug anderer Stoff.  (Das mache ich bei den meisten Vliesen und den meisten Taschenprojekten so - an den Ecken kein Vlies)
 

Diese Naht jetzt nähen. Nun auch auf dem Futterstoff die Spitze anzeichnen und nähen 
 

An Außen- und Futterstoff den überschüssigen Stoff abschneiden. Das Vlies schneide ich ebenfalls zurück. (Seht Ihr, dass ich beim Futter die Spitze gekappt habe, ergibt nicht so ein Gewurschtel)
 

Die letzte Naht am "Stiftende" im Außenstoff schließen, dabei kann man den RV schön weg halten weil man ihn nicht bis zum Ende eingenäht hat. 
 

Die Wendeöffnung bleibt im Futter an ebendieser Stelle. Da habe ich nur am RV 2 cm geschlossen, der Rest wird später mit der Hand zugenäht.
 

Wenden, ausformen, Wendeöffnung mit der Hand schließen.
 

Der Übergang vom RV zur Mäppchen-Spitze ist dieses Mal deutlich besser gelungen als beim ersten Mäppchen. Aber ich ärgere mich schon wieder, dass ich für die Spitze kein helles Garn verwendet habe. Ich hatte zwar das allerletzte Stück noch mal aufgetrennt, aber wie Ihr seht: zu wenig. Das war beim ersten Mäppchen auch schon so.... nix gelernt.... ;-)

 
So, liebe Melanie. Nun sind keine Geheimnisse offen! Du solltest zurecht kommen mit dieser Anleitung, die ja nicht wirklich eine ist. Aber so habe ich es gemacht und es hat funktioniert...
 

 
Größe: 21,5x9 cm
Gewicht: 24 Gramm
Anleitung: selbst
Außenstoff: Streifen aus dem Schnipselglas
Vlies: festes Bodentuch
Futter: Baumwolle aus dem Bestand 
 
Verlinkt wird bei
Taschen und Täschchen bei maritabw 
 

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