Aua...aua... kaum begonnen war der Mai auch schon vorbei! Es ist schon wieder Zeit für unseren 12tel Blick und bei mir auch die Ausschau nach einem unbekannten Kräutlein. Es hat im Mai schrecklich viele kalte Tage gegeben und feuchte noch dazu. Ich fand das ja nicht so toll, die nachgesäte Wiese aber schon.
Inzwischen ist das neue Gras ganz schön gewachsen. Beim Vertikutieren reißt man ja das Moos raus, die Wurzeln der anderen Kräuter aber nicht. So blühen jetzt hier lustig die Gänseblümchen und auch so manches andere Grün hat sich auf den Weg gemacht.
Inzwischen habe ich an vielen Stellen zum ersten Mal gemäht. Aber überall stehen jetzt Inseln mit Margeriten, die bald blühen werden:
An der Mauer steht das Gras richtig hoch:
Daneben sieht man Blätter von Löwenzahn, Wegerich und diversen anderen Kräutlein. Das wird nicht so bleiben, irgendwann muss ich hier auch mähen. Wir werden sehen....
Vorerst geben sich aber die Margeriten mit kleinen Eichen und Weißdorn ein Stelldichein
Doch mit diesen altebekannten Pflänzchen wollen wir uns hier nicht befassen, sondern mit den eher unbekannten...
Die noch nicht überall gemähte Wiese dankt es uns mit Kräutlein, die man sonst so nicht sieht. Heute schauen wir uns mal dieses an:
Wiesen-Labkraut
Wiesen-Labkraut, auch: Klein-Wiesen-Labkraut, Weißes Waldstroh, Grasstern oder Gemeines Labkraut, Galium mollugo
Familie: Rötegewächse
Blütezeit: Mai bis September
Höhe: 30 bis 100 cm
Vorkommen: nährstoffreicher, frischer Lehmboden, Waldsaum, Lichtungen, Wegraine (bei uns unter einer Birke)
Häufigkeit: seltener als das Weiße Labkraut
Blätter: Stängel unten vierkantig, die 2-3 mm schmalen, plötzlich zugespitzten Blättchen sind in Quirlen angeordnet (Unterscheidung zum häufigeren Weißen Labkraut: Wiesen-Labkraut hat meist 8 Blättchen im Quirl (auf obigem Foto sehr schön zu erkennen), das Weiße Labkraut 4-10)
Blüten: rispenartige Scheindolden mit winzigen kleinen weißen Blüten (2-3 mm), 4-blättrig
Verwendung: in Smoothies, Wildkräutersalaten verwendbar, die Blüten auch zur Zierde, Samen könnten im Spätsommer gesammelt und zur Anzucht von Sprossen verwendet werden. Aber wie so oft gehen die Meinungen auseinander: Was blüht denn da ist der Meinung, es sei leicht giftig...
kann zur Käseherstellung verwendet werden (pflanzliches Enzym bringt Milcheiweiß zur Gerinnung) - daher der Name
Wurzeln beinhalten einen roten Farbstoff, der früher zur Färbung von Wolle verwendet wurde
keine heilkundliche Wirkung
Wissenswertes: ist verwandt mit dem Waldmeister und dem Kletten-Labkraut
Hier Anfang Mai, etwa 40 cm hoch:
Blüten können wir aktuell leider keine sehen, Herr B. hat nämlich die Wiese just an dieser Stelle gemäht. Eieiei, ich habe nicht aufgepasst!... Aber ich halte Ausschau, ob ich es noch an anderer Stelle entdecke. Es ist ein ausdauerndes Kraut und könnte theoretisch auch hier wiederkommen...
Und natürlich machen wir auch dieses Mal Wiederholung:
Die Gemeine Braunelle verhält sich still. Sie wirkt nicht mehr so rotblättrig wie Anfang des Jahres, Blüten sind noch nicht in Sicht:
Den Persischen Ehrenpreis konnte ich wieder nicht finden, aber der Efeu-Ehrenpreis wächst sogar dort, wo eigentlich nix wachsen soll:
Apropos Ehrenpreis! Da hätte ich noch einen ganzen Roman zu erzählen, der passt aber nicht mehr hier hin. Das vertelle ich Euch dann mal am Gartenzaun...
Wäre da noch das Balkan-Windröschen:
Dessen beste Zeiten scheinen vorbei, sie sind verblüht. Dort, wo bereits gemäht ist, findet man sie nicht mehr. Aber hier am Rand ist noch eins:
Nun schauen wir noch auf die Jahresübersicht - wie grün!!!
Die Wiese:
Und die Mauer:
Verlinkt wird bei:
Eva Fuchs in der Sammlung der Jahresblicke
den Jahresprojekten der Zitronenfalterin
Quellen:
Pflanzenvielfalt.net, abgerufen am 21.05.2026
wikipedia, abgerufen am 21.05.2026
Aichele/Golte-Bechtle: Was blüht denn da, 56. Auflage















Das Problem mit diesen krautigen Pflanzen ist, dass man sie aussamen lassen muss, also das Sensen einfach diesen Prozess unterbindet. habe grade viel gelernt bei meinem Aufenthalt im Dorf meiner Kindheit von meinem Bruder, der das Elternhaus samt Gelände geerbt hat und re-naturiert. Er hat es inzwischen geschafft, dass Orchideen sich wieder angesiedelt haben, bzw. Bedingungen vorfanden, in denen sie sich wohl fühlen.
AntwortenLöschenKlettenlabkraut fand ich als Kind immer höchstinteressant.
Einen schönen Sonntag!
Astrid
Mir scheint, dass viele Menschen zu wenige verschiedene Pflanzen in ihren Gärten anbauen, ihre Grundstücke größtenteils unbebaut lassen – betoniert, asphaltiert oder gepflastert – und große Rasenflächen haben, die sie zu oft mähen. In ihren Beeten pflanzen sie viele Pflanzen derselben Art, anstatt einige wenige verschiedene Blumen- und Straucharten zu setzen. Sie haben einige interessante Pflanzen in Ihrem Garten gefunden. Herzliche Grüße, Jasna
AntwortenLöschenWir lassen ja eine große Fläche im Garten bis zum Sommer ungemäht, weil wir uns an der blühenden Wiese erfreuen. Jedes Jahr sieht sie anders aus. Dieses Jahr gibt es weniger Margeriten und aber viel Sauerampfer. Lg von Rela
AntwortenLöschenLiebe Elke, da habe ich eine Menge gelernt. Schön grün ist es bei dir geworden und es gibt viel zu entdecken.
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Renate
Bei diesen Feinheiten frage ich immer bei meinem Mann nach. Der hat als Naturwissenschaftler dafür den genaueren Blick. Ich würde so gern durch die Wiesen streifen, um zu schauen, aber wir haben im Mai hier so elend viele Zecken (und ich hab mir schon welche eingefangen...)
AntwortenLöschenLiebe Grüße
Andrea