Montag, 9. Februar 2026

Back to the roots - Woche 4 - die Highlights: eine Joker-Tasche mit blauen Häusern

Als ich diese Tasche bei  Marita gesehen habe war es um mich geschehen! Ich war hin und weg! Natürlich war die Jeanshosentaschen-Aktion bei der Patchworkgilde im November an mir vorüber gegangen. Aber das ist ja auch völlig wurscht - JETZT ist bei Ingrid im Nähkäschtle der 11. Blog-Geburtstag zum Thema "Back to the roots" und deshalb wollte ich JETZT eine Joker-Tasche nähen!


Und das ist mein ganz persönliches Highlight in der ganzen Back-to-the-roots-Aktion von Ingrid!
Dieser Schnitt von der Taschenspieler-CD 1 ist mein absoluter Favorit für eine große Tasche. Geräumig-praktisch-gut. Ich habe sie schon in sehr verschiedenen Versionen genäht. Eine erste grün-orange im Jahr 2013, eine aus Jeans im Jahr 2014, die petrolfarbene aus dem Jahr 2017 benutze ich immer noch gern und eine grüne mit bunten Resten im Jahr 2019.
2015 - das Jahr in das ich jetzt zu Ingrid's 11. Bloggeburtstag zurück schaue - habe ich gleich zwei Joker genäht: eine aus pinkfarbenen Schnipseln und eine aus beige-bunten Resten:

  
   
Witzig finde ich, dass bis auf die erste alle irgendwie aus Resten entstanden sind. Ist das eine Berufung? ;-)
Nun also blaue Häuser. Das Projekt fängt an mit dem Abtrennen der Hosentaschen von gut abgelagerten Jeans im Nähzimmer. Eine fusselige und fitzelige Angelegenheit, deren Anstrengung für Finger und Handgelenke nicht zu unterschätzen ist. Ich habe die Taschen auch wirklich abgetrennt und nicht rausgeschnitten wie die Patchworkgilde es vorschlägt.
Dann kommt der schöne Teil: ich habe aus zwei Jeansstücken einen Hintergrund zusammen genäht und darauf "Häuser" gepuzzlet. Wenn klar ist, was wo hinkommt, kann man mit Vliesofix Fenster und Türen aufbügeln. Aufgenäht habe ich sie mit engem Zickzackstich und einer uralten gelben Knopflochseide, die sehr überrascht war, hier so zu Ehren zu kommen! Wenn ich solche alten Röllchen im Oberfaden vernähen will spule ich sie oft um auf ein Unterfadenspulchen. Das setze ich dann oben auf den zweiten Garnrollenhalter. Die alten zerknautschten Röllchen laufen sonst oft nicht ab.


Die fertigen Häuser habe ich mit orangem Jeansgarn von oben nach unten in den alten Nähten wieder aufgesteppt und dabei gleich ein untergelegtes dünnes Vlies mit festgesteppt. Dabei habe ich alles, was nicht gebraucht wurde, weggeschnitten und am Taschenrand auch die Hosentaschen aufgetrennt. Hier kommen nämlich schnell viele dicke Jeanslagen zusammen!


Die Laterne ist ebenfalls mit der Maschine appliziert. Sie ist wunderbar schief und krumm weil ich schwarz auf dunkelblau einfach nicht sehen kann... Der Laternenpfahl ist ein Stück Band aus meiner wundervoll frisch sortierten Bänderkiste. Zum ersten Mal hatte ich dieses Glücksgefühl, in dem Karton sofort dieses eine Band zu finden. *breitesGrinsenimGesicht*


Die Rückseite ist auch lustig zusammengesetzt. Im unteren Teil habe ich alle kurzen Streifen zusammengenäht, die mir in meinem Vorrat der Jeans-Teile in die Finger fielen. Oben liegt quer ein anderes Reststück, mit Bedacht eins ohne Elasthan. Da muss man aufpassen! Dort fand eine kleine Jeanshosentasche ihren Platz und vermittelt so zwischen Vorder- und Rückseite. Die sitzt ein bisschen weit oben als Häuschen, aber das ist nun wie es ist.


Hier hinten ist eine große Reißverschlusstasche eingenäht, in der man auch ein großes Portemonnaie bequem unterbringen könnte. Das Taschenfutter ist ein ausgedientes Oberhemd. Mischgewebe. Das kann man sonst ja zu nix gebrauchen.


Die Tasche reicht bis zum Boden runter, so dass man gut auch schwere Dinge in die Außentasche tun kann.
Für das Futter habe ich ein seltsam geformtes Reststück eines blauen Blümchenstoffes verwendet, wo ich schon ganz schön puzzlen und beim Futter der Innentasche auch schon stückeln musste. 


Die Innenseite hat nämlich eine zweite große Reißverschlusstasche.


Vom Futterstoff sind nun nur noch kleine Teile übrig, die in meine Restesammlung gewandert sind.
Ich gebe der Joker gern einen schmutzabweisenden Boden. Blaues Kunstleder war da.
Die Henkel sind ein gewendeter Schlauch aus Jeans, in den ich ein breites Ripsband eingezogen habe. Das Wenden war ein bisschen Fluch, aber das Ergebnis ist nett. 


Als allerletztes bekommen solche Taschen bei mir noch einen festen Einlegeboden. 


Dazu nähe ich einen passenden Schlauch - hier aus dünnem Jeans - und darein schiebe ich zwei Lagen Wellpappe, mit den Rippen in unterschiedliche Richtungen. Das hat sich in vielen Jahren sehr bewährt. Nach zwei-drei Jahren tausche ich die Pappen mal aus. Aber diese Methode führt dazu, dass der Taschenboden bei gefüllter Tasche nicht durchhängt, das mag ich nämlich nicht.


Eine echte Wiederholungstäter-Tasche! *lach* Und das innere Kind durfte mal richtig schön mit kleinen Häuschen spielen. Und nun lacht nicht - diese Tasche wird nicht bei mir bleiben. Sie wandert jetzt in die Basarkisten. Ihre Zeit wird kommen und dann wird sie hoffentlich einen guten Erlös für den Förderverein unseres Pflegeheims einbringen.
Aber ich werde schon mal neue Hosentaschen von alten Jeans abtrennen, wer weiß...

Schnitt: Joker von der Farbenmix Taschenspieler CD 1
Gewicht: 550 Gramm
Größe: 41x10x35 cm
Oberstoff: Jeans aus meiner reichhaltigen Sammlung
Vlies: dünnes Putztuch vom Discounter
Futter: aus dem Bestand

Verlinkt wird bei
Back to the roots im Nähkäschtle
Bingo 2026! bei Anni im Feld Bei anderen gesehen



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