Socken, Socken, Socken.... in meiner Reparatur-Kiste sammeln sich gerade die kaputten Socken. Und zu gerne drücke ich mich!
Zum Glück kam dann Christiane, sie kam per Kommentar im Reparatur-Café vorbeigeschlendert - sie hat keinen eigenen Blog - und dann hatten wir netten Mailverkehr. Und was soll ich sagen? Sie hat mich ermuntert, den Stopfpilz hervor zu holen und Socken zu stopfen!
Hier könnt Ihr lesen, was Christiane zu erzählen hatte:
"Ich habe schon als Kind/Jugendliche gelernt zu flicken.
Ich saß oft brav mit meiner Mutter zusammen vor ihrem (unseren) Flickenkorb.
Meine Mutter stopfte Socken, ich nähte so lange es ging alles andere. Ich habe
fast nie Socken gestopft, weil immer genug anderes da war. Meine Mutter war
schneller und geschickter darin. Ich habe winzige Nähte geschlossen, Knöpfe
angenäht etc. Wir hatten nie viel Geld und machten uns damals noch keine
Gedanken um Ressourcen. Es ging um weiter nutzen so lange wie möglich. [...]
Die Näh-Einteilung blieb auch, als ich junge Mutter
war und meine Mutter zu mir kam und wir zusammen den Flickenkorb in Angriff
nahmen. Sie stopfte die Socken, ich machte alles andere.
Und jetzt ...? Meine Mutter konnte seit Jahren keine
Socken mehr stopfen, inzwischen ist sie gestorben.
Wenn man fünf Kinder hat, ist Geld immer ein Thema - oder
eher nicht, weil man es nicht zum Thema macht. Von daher ist es für mich
selbstverständlich die Philosophie meiner Mutter weiter zu tragen, ohne groß
darüber nachzudenken.
Meine Kinder sind längst aus dem Haus, es gibt
Enkelkinder. Und wie früher kommen meine Kinder und fragen: "Mama, kannst
du das vielleicht noch reperieren?" - incl dem unschuldigen Dackelblick,
den - glaube ich - alle Kinder drauf haben. *lach*
Für sie ist es
selbstverständlich erst einmal zu schauen, ob man etwas noch reperieren kann -
was nicht nur Kleidung betrifft. Wenn das nicht klappt, dann kommt als nächstes
die Frage, was man sonst noch draus machen könnte. [...]
Natürlich habe ich jetzt wieder einmal viel mehr erzählt,
als ich ursprünglich wollte. Daher komme ich mal schnell wieder auf die Socken zurück. Die sind jetzt nämlich mein Angst-Gegner.
Theoretisch weiß ich wie man Socken stopft. Ich habe es
ja oft genug beobachtet. Eigentlich auch mal gelernt. Aber ich habe keine
Praxis.
Und ich habe Socken von mir mit winzigen Löchlein, die
ich sofort zur Seite legte, damit die Löcher gar nicht erst riesig werden.
Trotzdem erhöht sich mein Puls, sobald ich nur an die Socken denke...
Auf der Suche nach deinem Maschenstich beim Sockenflicken
habe ich die Tage bei dir gelesen, dass Manu mal gesagt haben muss, wir schöben
vielleicht Reperaturen so lange vor uns her, weil wir den Misserfolg fürchten.
Das trifft definitiv auch auf mich zu.
Ich kann mich z.B. erinnern, dass meine Mutter manchmal
Socken von links stopfte. Aber ich weiß nicht warum.
Da schaue ich mir meine Löchlein in den Socken an und
denke: "Wenn ich das falsch anfange, ob links oder rechts, ist ein
Misserfolg vorprogrammiert."
Und dann schiebe ich munter weiter - so wie Manu es
sagte.
Auf der anderen Seite habe ich über Quilts in den letzten
Jahren so oft den Satz gelesen: "Better done than perfekt."
Das gilt ja eigentlich für das meiste, was wir
machen. Lieber machen, als darauf hoffen, dass wir es irgendwann einmal
perfekt machen könnten.
Ganz liebe Grüße
Christiane"
Liebe Christiane,
vielen Dank, dass Du mit Deinen Gedanken und Socken und Ideen das Reparatur-Café besuchst!
Du sagst es: lieber machen als darauf warten, dass wir es irgenwann perfekt können? Wo soll das auch herkommen wenn wir nicht üben?
Ich habe deshalb gleich mal die kaputten Socken aus meiner Kiste gefischt und sie - so gar nicht perfekt - gestopft. Jawohl! *lach*
Die Stricksocken von Herrn B.:
Die passende Wolle gab es nicht mehr, aber das ist ihm wurscht.
Bei meinen blassgrünen Socken, die viel grüner sind als hier auf dem Foto, habe ich lieber ein wirklich passendes Nähgarn verwendet weil die Schadstelle seitlich an der Fußkante ist.
Die schwarzen Socken hätte ich fast schon weggeworfen. Aber weil die Schadstelle kein Loch sondern ein Riss an der Ferse ist, habe ich das doch noch mal zusammengetüdelt.
Die andere Ferse ist auch schon ganz dünn. Da habe ich prophylaktisch auch gleich mal gestopft. Hier sieht man schön den Unterschied zwischen der schon gestopften Seite (rechts) und der dünnen (links).
Und? Was machen Eure Socken? Traut Euch! Better done than perfect...
Das Reparatur-Café öffnet heute seine Pforten und bleibt geöffnet bis zum 20. April.
Kommt gerne mit Euren Reparaturen vorbei!








Au weia, sieht nach einer Menge Arbeit aus liebe Elke, da hast du ja ganz schön was zu tun. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende liebe Grüße moni
AntwortenLöschenAlso liebe Elke. Ich stopfe auch Socken, aber sehr oft sind die dann so hin, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohnt. Aber so unauffällig wie bei dir sieht das nicht aus. Wahrscheinlich fehlt mir da auch die viele Routine. Aber wenn es möglich ist dann werden sie gerettet. Denn mein Herr L. trägt teure Socken und die kann man nicht gleich wegwerfen, wenn es mal einen Defekt gibt. LG von Rela
AntwortenLöschenLiebe Elke,
AntwortenLöschenIch bin grad etwas rot geworden, dass du mich so lieb in deinem Blog zitierst hast.
Ich habe mich an die Socken gewagt.
Die mit den winzigen Löchlein sind gestopft und bereits zwei mal getragen und gewaschen, ohne dass die Naht wieder aufgegangen wäre. Tschakka.
Das hatte ich tatsächlich am meisten mit befürchtet.
Dann kam die Jacke des Sohnes dazwischen: eine Naht war gerissen. Zum Glück der Faden. Schwarze Lederjacke, schwarze Löcher von der ersten Naht und dann schwarzer Faden ... ich habe nur bei hellem Licht genäht und doch geflucht.
Das Puppenmützchen der Enkeltochter wurde von mir vier mal aufgeribbelt, weil ich immer wieder noch ein Löchlein, eine "komische Ecke" entdeckte.
Aber die sind jetzt ebenfalls fertig.
Und nun..?
Nun habe ich die grauen Socken meiner Tochter, wegen denen ich dich anschrieb, auf den Nadeln.
Genau. Nach deinem Ratschlag habe ich die kaputte Spitze aufgetrennt, rückwärtsgestrickt bis zum Beginn der Abnahme und jetzt mit extrem buntem Sockengarn angefangen wieder hoch zu stricken.
Ich denke, ich werde die nächsten Tage noch berichten.
Noch mals vielen Dank für deine Hilfe.
Deine Socken oben werde ich mir auch noch einmal ganz in Ruhe anschauen.
Ganz liebe Grüße
Christiane
Um ehrlich zu sein, ich wüsste nicht, wie man Socken repariert und wenn ich diese Ergebnisse sehe, bin ich echt erstaunt.
AntwortenLöschenNana
Liebe Elke,
AntwortenLöschenda hast Du Dich ja richtig tief ins Socken-Reparatur-Vergnügen gestürzt, whow.
Liebe Grüße Anke
Liebe Elke, also erstmal an dich einen Dank, dass du dich Christianes Anfrage so ausführlich gewidmet hast, ich finde, dass gar nicht oft genug über das Thema an sich geredet und geschrieben werden kann. Zudem habt ihr euch dadurch bewundernswert gegenseitig motiviert und beide tolle Ergebnisse erzielt. Super! LG eSTe
AntwortenLöschenLiebe Elke,
AntwortenLöschenwow, die gestopften Socken sehen aus wie neu. Ich musste als Kind auch mal Socken stopfen, aber wohl nur einmal, weil das Gestopfte zu dick war und scheuerte. Wenn ich mir die roten Socken deiner Enkeltochter so ansehen, werde ich ein wenig wehmütig, dass ich es nicht kann, Socken zu reparieren, denn meine Lieblingsstrüme lösen sich nun langsam auf (allerdings so sehr, dass ich den halben Strumpf stopfen müsste)...
Liebe Grüße Viola