Dienstag, 3. März 2026

Ein großer Beutel für ein Sitzkissen

Manchmal werden spezielle Wünsche an einen heran getragen. So wie dieser: Kannst Du mir einen großen, leichten Beutel für mein orthopädisches Sitzkissen nähen? Die Maße wurden gleich mitgeliefert.
Ja, ich kann. 
Gewüscht waren gedeckte Farben, ohne Schnickschnack, schön leicht.
Da der Beutel viel Stoff brauchen würde ging mein Weg in die Kiste mit der Aufschrift "Bettwäsche". Eigentlich hatte ich eine gebrauchte blaugemusterte im Sinn, aber dann fiel mein Blick auf die schrillen Streifen des Möbelschweden. Daraus habe ich vor ungefähr einem Jahrzehnt viele Taschenfutter genäht. Dann war sie in Vergessenheit geraten. Beim Herausnehmen wurde auch klar, warum - nur noch RESTE!
 

Ich frage mich, wer hier warum dermaßen blöd zugeschnitten hat???
 

Es gelang also nicht, die beiden benötigten Teile auszuschneiden, ich musste stückeln. Das wiederum gelang gut. Die Vorderseite:
 

Die Rückseite bekam das einzige durchgängige Stück
 

Die Bettwäsche hat irgendeinen Synthetikanteil und ist ganz fransig und flutschig. Also war es unbedingt nötig, dass außen und innen ordentlich versäubert ist. Ich habe sowas wie eine Kappnaht gemacht. Sieht auf beiden Seiten super aus, was man auf den Fotos interessanterweise kaum erkennen kann. Weil es so gut ist... ;-)
 
 
Die Bodenecken habe ich abgesteppt, weil das Kissen 7 cm tief ist.
 
Dass der Stoff ein Rest war sieht man dem Endergebnis nicht an. Aber nun sind immer noch lauter kleine Stücke da, die kommen jetzt auf meinen Restestapel und nicht wieder zurück in die Kiste. 
 
Schnitt: Maßgeschneidert für ein Sitzkissen
Größe: 45x47x7cm
Gewicht: 89 Gramm
Oberstoff: Möbelschwede 
 
Verlinkt wird bei:
DvD bei Elfi 

Montag, 2. März 2026

Und das war mein Februar 2026


Wenn's im Februar nicht schneit
schneit es in der Osterzeit
 
Na, da können wir ja dieses Jahr beruhigt auf Ostern zugehen: es wird schönes Wetter geben! Denn Schnee hatten wir im Februar reichlich.
 
Im Februar...
... konnte ich den Monat mit einem sehr schönen Ausstellungserlebnis starten: auf der Rückfahrt von der kleinen Familie hab ich den letzten Tag der Upcycling-Ausstellung in Mühlberg erwischt und hatte hier davon berichtet.
 

... habe ich trotz der nur 28 Tage 32 Blogposts veröffentlicht. Hä? Wie das denn? Ich muss unheimlich fleißig gewesen sein... *lach*
...  konnte man noch viele Wochen nix im Garten machen. Da blieb Zeit für alles mögliche andere!
... habe ich den Schlehenlikör in Flaschen abgefüllt. Sehr lecker!
 

... meinte der Weihnachtskaktus: es wird bald Ostern. Oder hat der Osterkaktus Weihnachten verpennt? Mmhh....
 

... war meine Nähmaschine zur Kur in Rudolstadt. Von Marion hatte ich den Tipp, dass dort eine tolle Werkstatt ist. Die Janome hat eine neue Spulenkapsel und einen neuen Kniehebel gebraucht. Und was soll ich sagen? Ich war sehr angetan und nun schnurrt die Janome wieder wie ein Bienchen.
 

... waren wir ein paar Tage in Unterfranken und haben mit den Kindern eine schöne Wanderung gemacht. Die weltreisende Tochter war da! Das Wetter war eiskalt, aber die Sonne hat uns entschädigt für die kalten Zehen.
 
 
... über den zugefrorenen See titschern die Steine... 
... haben wir in Friesenhausen das Heimatmuseum besucht, ein alter Kolonialwarenladen mit originaler Wohnung obendrüber. Das war der Hammer! Dort hat sich nicht nur die alte Ladeneinrichtung erhalten sondern dort gab es Kurzwaren zu sehen... es war unglaublich! Musterbücher von 1913
 
 
Da hätte ich meine Druckknöpfe auch hinbringen können...
 

...  oben gab es auch tolle Exponate!
 

... in der Scheune wird im Sommer Kaffee serviert
 

... hab ich seit langem mal wieder einen großen Topf Linsensuppe gekocht. 
 

... waren wir in unserem Regionalmuseum und haben uns einen Vortrag über das Kommen und Gehen der verschiedenen Herren des Kyffhäusergebirges angehört.
 

... hat die grüne Amaryllis einen zweiten Stengel geschoben. Ich hoffe sehr, dass ich die über den Sommer bekomme, die ist schon extravagant irgendwie
 
 
... habe ich richtig viel genäht. Mein Reste-Projekt läuft gut. Ich wurschtel mich allmählich durch die Kisten und Kartons im Nähzimmer und finde dolle Sachen!
... habe ich einen neuen Taschen-Schnitt ausprobiert: die Pipps von SewSimple. Die könnt Ihr hier und hier und hier angucken. 
 

... kamen in den letzten Tagen dann doch noch die Schneeglöckchen durch den Schnee gespitzt und nun ist der letzte Schnee auch weg und die Krokusse blühen!
 

Frühling, Du kannst jetzt ruhig kommen! 

Sonntag, 1. März 2026

Mein zweites Jahresprojekt: Reste über Reste im Februar

Der kürzeste Monat des Jahres ist vorbei. Man könnte befürchten, dass so ein Jahresprojekt gleich ausgebremst wird. Aber es war bei mit der Monat mit viel Nähzeit, also alles gut. 
Hier hatte ich Euch vom Startschuss des Projekts berichtet und Euch meine vielen einen Teil meiner Restebehälter gezeigt. Überall finde ich beim Räumen weitere...
Bei den Behältern gibt es schon mal eine gravierende Veränderung: Die große Tüte vom Fensterbrett ist weg und es sind mir drei große Gläser zugelaufen, die im Regal über dem Zuschneidetisch Platz gefunden haben. Die Sortiererei nach Farben hat begonnen....
 


Das sind meine Ziele für 2026: 
  1. Jeden Monat mindestens ein Projekt aus Resten nähen.
  2. Am besten mehr.
  3. Ein paar der Restebehälter abschaffen, mindestens die Tüte.
Zusatzaufgabe:
       Jeden Monat nach Möglichkeit eine Tasche oder einen Beutel nähen.
       Die/der darf natürlich auch gern aus Resten sein. Muss aber nicht.

Was ist im Februar geworden?

Bei Ingrid war immer noch die Geburtstagsparty im vollen Gange und sie hatte eingeladen zum Thema Back to the roots zu werkeln. Auch im Februar habe ich noch ganz viel aus meinen Resten zur Thematik genäht:
Eine Boxy pouch als Strickzeugtasche und ein Täschchen zum Anhängen im Einkaufskorb, in dem man die Gemüsebeutel aufbewahren kann

 

Ein Krametui von StellaLuna traf sich mit einem Tür-Offen-Halter aus Jeans

 

Aus einem kleinen lila Rest wurde noch ein süßes MugRug 
 
 
Für einen neuen Taschenschnitt habe ich einmal und dann gleich noch ein zweites Mal verschiedene Reste vernäht:
 
 


Zusatzaufgabe: eine Tasche nähen
Das ist im Februar richtig gut gelungen. Es wurde eine Joker von der Farbenmix Taschenspieler CD 1 und der Idee der Jeanshosentaschen-Häuser von der Novemberaktion der Patchworkgilde. Schaut:


Im Februar bin ich mit meinem Jahresprojekt so richtig zufrieden! Und damit ich mit meinen Resten nicht allein bin habe ich zusätzlich eine Link-Party geöffnet, wo es hoffentlich viele Inspirationen zu sehen geben wird.


Das hilft mir hoffentlich, gut dran zu bleiben. Denn Reste gibt es (fast) ohne Ende! *lach*

Verlinkt wird bei der Zitronenfalterin in der Sammlung der Jahresprojekte.

Auf die Reste - fertig - los! im März

Der kurze Monat ist Geschichte und wir starten in einen mit ganz vielen Tagen - Zeit, um sich um die Reste zu kümmern! Heute startet die neue Reste-Party.
 

Ich habe mich ja sehr gefreut, dass einige von Euch gleich im Februar mit eingestiegen waren. Die Aktion war ja recht plötzlich gestartet, umso schöner fand ich es, dass auch bei anderen Reste auf den Tisch kamen. 
Ich grabe mich ja seit Wochen durch meine Vorräte und vernähe möglichst viele Reste. 
Wegen des pinkfarbenen Dekostoffs hatte ich die Kiste mit den Stoffen vom Möbelschweden aufgemacht. Die ist brechend voll und es passt kaum alles rein obwohl der Möbelschwede hier schon lange keine Meterware mehr verkauft. Da hat sich also jahrelang nix drin bewegt.... Und sie birgt lauter Reste von Stoffen, aus denen ich einst mal Taschen genäht hatte. Einen habe ich rausgezogen. Hach! Den habe ich geliebt! Erinnern kann ich mich zum Beispiel an eine Claire von Machwerk. Das war aber noch vor Bloggerzeiten....
Lange Rede - kurzer Sinn: es gab noch ein paar seltsam geformte Reste:


(die hatte ich euch neulich schon mal versehentlich gezeigt, da war aber weder das Endergebnis noch das Posting fertig, sorry...) 
Ich weiß, warum mein Nähzimmer so vollgestopft ist. Weil ich solche Sachen immer ewig aufhebe. Da brauche ich irgendwie eine andere Struktur...
Viele Schnittteile von Taschen habe ich auf die Reste drauf gelegt, nix passte. Letztendlich wurde es eine Pipps, da braucht man nicht so viel beim geteilten Schnitt. Dieses Mal in Größe M:
 

Zuerst habe ich die schwarze Seite mit dem Quiltfuß und weißem Garn auf ein dickes Gewebeschaumstoff gepatcht. Coole Haptik!
Eigentlich wollte ich einen zweifarbigen Reißverschluss einnähen in rot-schwarz. Leider hatte ich keine Endlosreißverschlüsse von der gleichen Firma in den gewünschten Farben und die Idee musste verworfen werden. 
Diese Tasche würde sich eignen als Kosmetiktasche "zum Reinwerfen". Deshalb wollte ich sie mit rotem Wachstuch füttern. Dem Rest fehlte aber - egal, wie ich den Schnitt aufgelegt habe - 1 cm in der Höhe. 


Mmmhhh..... Also habe ich unten einen Streifen angebastelt, der jetzt am Taschenboden entlang führt und eine durchaus passable Lösung ist. 


Die Wendeöffnung habe ich in der Seitennaht gelassen und mit der Maschine zugenäht. 
Von der Seite sehr schön bauchig:
 
 
Die andere Seite hat nicht so ein spektakuläres Muster. Ich musste das Schnittteil auflegen wie es passt und konnte auf Muster keine Rücksicht nehmen. Aber auch hier habe ich das weiße Blättermuster nachgenäht und damit eine tolle Haptik erzielt.
 

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Wenn da nicht diese Reste wären! *lach* 
Das ist ja wie ein Kettenbrief! Nun sind vom schwarzen Blätterstoff noch kleine Reste da und vom roten Wachstuch auch! Ich werde berichten.
 
Schnitt: Pipps Gr. M von SewSimple
Gewicht: 94 Gramm
Größe: 39x12x16 cm (BxTxH)
Außenstoff: Dekostoff von IKEA, Cord von Stoff&Stil
Vlies: Gewebeschaumstoff 
Futter: Wachstuchrest aus dem Bestand

Und jetzt seid Ihr dran! Hier könnt Ihr Eure Resteprojekte den ganzen März über verlinken. Ich freue mich schon auf Eure Ideen!
 
 

 

You are invited to the Inlinkz link party!

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Samstag, 28. Februar 2026

Mein 12tel Blick im Februar

Eieiei.... das hatte ich mir so schön vorgestellt! Jeden Monat ein Pflänzchen von unserer Wiese... Heute ist der Monat um und Eva Fuchs sammelt unsere 12tel Blicke.
Auf der Wiese sah es heute Morgen so aus:
 
 
Die Sonne scheint von Osten auf die Wiese - genau rein in meinen Blick.
Der Schnee ist gerade eben erst weg getaut. Das war der Blick vor drei Tagen:
 

Wir hatten hier sechs Wochen lang quasi ununterbrochen Schnee! 
 

Wie soll man da Pflänzchen sehen????
An der Mauer ist es schon besser, da hat die Sonne den Schnee weggeleckt. 
 

Hier kann man tatsächlich schon etwas erkennen:
 

Trockenes Gras, ein bisschen Moos, ein Ahornsamen und diese kleinen grünen Blättchen mit rotem Hauch. Auch an vielen anderen Stellen ist das ein typischer Anblick:
 

Die Bestimmungs-App flora incognita hilft weiter. Hier sehen wir nämlich tatsächlich die Blätter einer Pflanze, die ich blühend vor mir stehen sehe. Mein Problem ist ja, dass ich die Pflanzen zwar schon oft gesehen habe, aber nix über sie weiß, meist nicht mal den Namen.
Das ist jedenfalls die
 
Gemeine Braunelle
 
Sie ist immergrün. Deshalb kann man sie in dieser Jahreszeit überhaupt auf der Wiese sehen. Davon haben wir hier ganz viel. 

 
Gemeine Braunelle, auch: Kleine Braunelle, Prunella vulgaris
Familie: Lippenblütengewächse
Blütezeit: Mai bis Oktober
Höhe: 10 bis 25 cm
Vorkommen: Wälder, Wege, Trockenrasen, Brachland, liebt stickstoffsalz- und basenhaltige Lehmböden. Die Braunelle überlebt - so wie das Gänseblümchen - locker auch im gemähten Rasen. 
Häufigkeit: überall sehr häufig (müsste man doch kennen! *lach*)
Beschreibung: 
immergrün, flachwüchsig, bildet oberirdisch Ausläufer und ganze Teppiche, Selbstaussaat. Der Name stammt vermutlich von der Braunfärbung der verblühten Kelchblätter, die die Blüten oben wie einen winzigen Tannenzapfen aussehen lassen.
Blätter: gegenständig, länglich eiförmig, leicht gewellt, leicht behaart. Blätter am Stengel meist ganzrandig, das oberste Blattpaar sitzt direkt unter der Blüte, Blattstiele leicht rötlich überlaufen, kantig, leicht gerillt  
Blüten: bilden eine kleine Ähre am Stengelende, 0,8 bis 1,5 cm, blau-violett mit Rotstich. 
Wissenswertes: enthält Gerbstoffe, Bitterstoffe, Antioxydantien und ätherische Öle, wurde früher zum Gurgeln gegen Diphterie verwendet, Insektenpflanze für Bienen, Hummeln und verschiedene Schmetterlingsarten. Nutzung als "Fugenfüller" auf Gartenwegen. Die kleine Braunelle war 2023 Blume des Jahres.  
Nutzung: 
Heilkundlich in der chinesischen und Volksmedizin gegen Bluthochdruck und zur Wundbehandlung (antibakteriell), auch gegen Zahnfleischentzündungen. Nutzung von Blüten und Blättern als Teeaufguss möglich. Junge Pflanzenteile schmecken leicht bitter und könnten für Salat oder zum Würzen verwendet werden, in Kräuterquark, Kräuterbutter, Pesto. Harmonisiert sehr gut mit Gundermann und Sauerampfer. Die Blüten eignen sich als Hingucker in Obstsalat. 
 
Auf unserer Wiese wird sie natürlich selten 25 cm hoch. Aber die Blütenstände fallen auf. Dieses Projekt zur Bestimmung unserer Wiesenkräuter wollte ich vor 2 Jahren schon mal starten und hatte Herrn B. überredet, dass wir einen Wiesenstreifen aus dem Mähen rausnehmen. Da ist im Juli dieses Foto entstanden:
 

Da sieht man sehr schön diesen Tannenzapfenähnlichen Blütenstand, wo die kleinen Lippenblüten allmählich nacheinander auf- und wieder verblühen. In einem geordneten Haushalt geht nix verloren - Juli 2024:
 

Bis es so weit sein wird, werden noch Monate ins Land gehen. Aber schaut mal, heute habe ich tatsächlich ein paar alte, trockene Blütenstände entdeckt.
 

Und hier sieht man sehr schön, dass die Braunelle kriechende Ausläufer bildet.
 

In der Monatsübersicht zeigt der Februar ein ganz anderes Gesicht:
 

An der Mauer:
 

 
Verlinkt wird bei:
Eva Fuchs in der Sammlung der Jahresblicke 
den Jahresprojekten der Zitronenfalterin 
 
Quellen: 
Aichele, Golte-Bechtle: Kosmos Naturführer. Was blüht denn da. 1997. 
Mein schöner Garten, abgerufen am 26.02.2026 
NABU, abgerufen am 26.02.2026
Kräuterbuch, abgerufen am 26.02.2026