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Samstag, 19. April 2025

Zurück aus Nordjütland

Ich hatte es Euch ja schon berichtet: wir waren unterwegs. Herr B. hatte ja den ganzen März jede Sekunde am Camperumbau gewerkelt. Und dann war es wider Erwarten tatsächlich soweit: wir konnten vor Ostern los. Damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet als der Sprinter völlig entkernt, der Fußboden, die Wandverkleidung, sogar der Dachhimmel raus waren. Vor einer guten Woche haben wir uns jedenfalls auf den Weg gemacht nach Nordjütland. Das ist das nördlichste Stück vom dänischen Festland. 
 

Auf dem Hinweg sind wir zum ersten Mal durch den Hamburger Elbtunnel gefahren. Am Hamburger Hafen stapeln sich die Container aus China. Kein Wunder nicht, wenn alle Welt bei Temu einkauft....
 

Wir sind dann erstmal an der dänischen Westküste entlang gefahren. Am Weg lag das Løgumkloster. An solchen Orten halten wir gern an und laufen über den Friedhof. Friedhöfe erzählen ganz viel über die Kultur eines Landes. Hier fanden wir das vielfältige Grün der vielen Koniferen sehr schön. Ein immergrüner Friedhof...
 

Im kleinen Städtchen Ribe sind wir durch die Gässchen gewandert und haben uns über die alten Haustüren gefreut.
 

Die breiten Sandstrände der Nordsee kannte ich nur vom Hörensagen und war erstaunt, dass hier alle mit dem Auto direkt auf den Strand fahren.
 

Muscheln laden immer ein, sie in die Hand zu nehmen.
 

Wir fahren über die schmale Nehrung, wo man - wenn man auf die Düne krabbelt - auf der einen Seite die Nordsee sieht 
 

und auf der anderen einen der zahlreichen Fjorde.
 

Unser Ziel war aber die nördlichste Küste. Der erste Ort, den wir dort besucht haben, war Hanstholm. Auch an der gesamten Nordküste kann man dicht am Meer parken und - wenn man mag - auch vielerorts übernachten. 
 

Hier gibt es unglaublich viele schöne Steine! Norwegen ist nicht weit und von dort hat die Eiszeit lauter bunte Porphyre mitgeführt. Eine Augenweide! Manche dürfen mit und wir versuchen, sie genauer zu bestimmen.
 

Das Wetter ist schön, aber windig. Der Wind formt den Sand mit erstaunlicher Kraft.
 

Die Steine liegen schön einzeln aufgereiht wie in einer Ausstellung
 

Am Strand stehen in Abständen Landmarken. Wir wissen nicht genau, wozu die dienen: den Fischern oder Surfern als Orientierung?
 

Herr B. interessiert sich auch für die eher unschönen Strandfundstücke: überall begegnen uns die Betonbunker aus dem 2. Weltkrieg. Hier in Hanstholm hatte sich die deutsche Wehrmacht verschanzt, um den Alliierten möglichst den Weg in die Ostsee zu versperren. Wir wandern durch die Dünenlandschaft, wo im Außengelände des Bunker-Museums riesige Geschützanlagen zu besichtigen sind.
 

Aber abends stehen wir wieder am Meer... Besser geht's doch eigentlich nicht, oder?
 

Weiter ging es für uns an der Küste entlang durch viele kleine Fischerdörfer. Hier wird tatsächlich noch auf althergebrachte Weise gefischt: mit einer Seilwinde werden die Fischkutter ins Meer gezogen und auch wieder zurück auf den Strand. Dort liegen sie tagsüber völlig auf dem Trockenen. Sehr interessant!
 

Stundenlang wandern wir an den Stränden entlang und genießen es, dass die Dänen sehr locker mit dem Parken am Strand umgehen. Überall gibt es Parkplätze direkt am Meer, wo man auch übernachten kann wenn man mit dem Camper autark unterwegs ist.
 

Was uns auch sehr positiv aufgefallen ist, sind die erstaunlich sauberen Toiletten, die es auf sehr vielen Parkplätzen gibt. Da könnte sich Deutschland eine Scheibe abschneiden! Guckt Euch dieses Bild mal genau an - der Bauhof ist fleißig! *lach*
 

Bis zum nördlichsten Zipfel von Dänemark sind wir nicht gefahren, sondern wir wollten gerne noch die Insel Fur besuchen. Fur ist winzig und nur mit der Fähre zu erreichen. Die Insel liegt im Limfjord, das ist eine riesiges "Binnenmeer" im Norden Dänemarks, das die Nord- mit der Ostsee verbindet. Seine Fläche macht ein Sechstel der Fläche Dänemarks aus. Also wirklich riesig. Die Insel Fur ist bekannt für ihre besondere Geologie. Hier gibt es Moler. Das ist eine Art weiches Tongestein, das viele Fossilien beinhaltet. 
 

Wir haben das Museum besucht und bestaunt, was die Experten in den aufgespalteten Platten finden können.
 

Wir sind keine Experten, hatten aber natürlich auch viel Freude daran, am Strand die Tonklumpen in hauchdünne Scheiben zu zerlegen (das ist erlaubt)
 

Aber oft liegen die Moler-Klumpen schon zersplittert im Strandgeröll und man muss sie nur noch "aufblättern"
 

Viele der brüchigen Moler-Platten haben Löcher. Witzig, aber vergänglich...
 

Im Inland der Insel wird der Moler seit vielen Jahren abgebaut und z.B zur Schamottesteinproduktion genutzt. (das sind diese speziellen Steine, mit denen Öfen ausgekleidet sind)
Mitten in der Landschaft ist eine Formation stehen geblieben, an der man sehr schön die Schichtung des Molers sehen kann.
 

Ebenfalls auf der Insel Fur kann man den Rødstenen besichtigen, eine besonderes eisenhaltige Sandstein-Felsformation. 
 

Und auch jeder andere Stein in der näheren Umgebung lagert die Eisenverbindungen an, im Zusammenspiel mit Sauerstoff "rostet" die Oberfläche.  


Sonnenuntergang am Meer.... wisst Ihr, wie gut man bei Meeresrauschen schlafen kann? Einfach himmlisch! 


Unsere Rückreise führte uns noch kurz an die Ostküste, wir besuchten die Trelde Næs Halbinsel bei Fredericia. Auch hier liegt tonhaltiges Material an, das bei viel Niederschlag zum Abrutschen neigt. Ganze Baumgruppen haben sich "eine Etage tiefer" bewegt, 
 

auch hier am Strand sind die Steine von Eisenanlagerungen rot-braun. 
 

Nun sind wir wieder zu Hause. Die Camper-Umbauten haben sich bewährt, die kleinen Tomatenpflänzchen haben überlebt (das war meine größte Sorge!) und nun kann Ostern kommen.
Und uns bleibt die Erinnerung an ein paar wunderschöne Tage am Meer...
 

Euch eine gute Zeit!

Samstag, 12. April 2025

12 von 12 im April

Wir sind unterwegs heute an diesem 12. des Monats, an dem Karo aufruft, 12 Fotos zu zeigen.
 
 
Frühstück gibt es deshalb im Camper, draußen ist es noch zu kalt.
 

Wir haben an einem Vogelbeobachtungsturm übernachtet. Vor der Abfahrt klettern wir auf den Turm und schauen auf die Feuchtwiesen vor dem Fjord, den nur eine schmale Landzunge von der Nordsee trennt. Wir sehen verschiedene Gänse, Enten, Blesshühner, Reiher und Kraniche und Vögel, die wir nicht kennen.
 

Dann sind wir am Meer.
 

Nicht nur "aus Spaß", sondern immer auf der Suche nach besonderen Steinen oder Fossilien. Hier bei Hanstholm im Norden Dänemarks gibt es farbenprächtige Porphyre, die viele Millionen Jahre alt sind.
 

Ich freue mich sehr an den Formationen, die der Wind hier gestaltet. Zerbrechliche Gebilde!
 

Zurück im Camper versuchen wir, die Steine zu bestimmen. Das gelingt uns nur mittelmäßig schlecht. Aber schon allein das Blättern in den Bestimmungsbüchern macht Spaß.
 

 
Mit im Gepäck ist natürlich eine Handarbeit. Ich stricke ein bisschen an meinen roten Restesocken. 
 
 
Rund um Hanstholm begegnen uns auf Schritt und Tritt die Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg. Die Wehrmacht hatte hier 455 (!) Betonklötze in den Sand gesetzt. Manche sind riesig und man könnte sich morgen im Museum anschauen, wie das alles gedacht war.


Auch überall am Strand begegnen uns die Spuren dieser schrecklichen Kriegsgeschehen.
 

Herr B. interessiert sich sehr für solche Dinge, ich schaue auch gern in die andere Richtung
 

In diesen Tagen ist immer auch ein bisschen Zeit zum Lesen. Das passt zufälligerweise ganz genau zu diesem Thema. Ich hatte es mir gebraucht gekauft nachdem ich bei Astridka davon gelesen hatte. Nun reist Gretchen mit mir und ich werde mich gleich noch ein bisschen in diese Geschichte vertiefen.
 

Vorher zeige ich Euch aber noch den wunderbaren Sonnenuntergang, den wir aus dem Camper erleben konnten. Es ist zwar recht kalt draußen, aber der Blick auf's Meer entschädigt da sehr.
 

Ich bin gespannt wie gut wir bei dem lauten Rauschen schlafen werden...
Verlinkt wird dieser besondere 12. jetzt bei Karo.

Dienstag, 23. April 2019

Zurück vom Meer....

Wir sind wieder zu Hause.... Ach, wie gerne wäre ich noch geblie-hi-hi-ben, aber der Wagen, der rollt! Die Tage am Meer waren so wunderbar. So sonnig. So erfrischend. So beurlaubt....
Es gab wie jedes Jahr jede Menge Steine an der Kreideküste der dänischen Insel Mön  


In diese Küste sind wir verliebt. Zwar pustet einem der Wind ordentlich ins Gesicht, aber das Meer und die Küste sind herrlich.


Und die Versteinerungen aus der Kreidezeit haben eine magische Anziehungskraft auf den größeren Teil unserer Familie, so dass wir auch dieses Jahr wieder zu viert unterwegs waren. Die meisten Seeigel findet das Tochterkind, aber jeder von uns konnte diesen besonderen Augenblick genießen, wenn einen mitten zwischen den vielen grauen Feuersteinen ein Seeigel anlacht!


Auch Klappersteine hat es wieder gegeben. Allerdings muss man, um diesen einen ganz besonderen Stein zu finden, viele Feuersteinkugeln aufheben, schütteln und horchen, ob sie klappert! Und man sieht nicht von außen, welche es ist.


Die Tage waren sonnig und blau und warm und am letzten Tag war es ungewöhnlich windstill


- fast hätte es gereicht zum Baden, aber nur fast....


Die freie Zeit auf dem Beifahrersitz habe ich genutzt, um eins meiner UFOs voran zu treiben. Der LaPassacaglia darf jedes Jahr mit in den Urlaub. Den Fortschritt zeige ich Euch dann am Donnerstag, wenn sich bei Klaudia die UFO-Jägerinnen treffen.
Mit im Gepäck war die neue "Flaschen-Tasche" - ein perfektes Teil, kann ich Euch sagen! ;-)
Nun muss ich mich aber eilig in mein Nähzimmer verkrümeln, da wartet eine größere Quiltaufgabe auf mich, die in den nächsten beiden Wochen erledigt sein möchte. Davon erzähle ich Euch dann später...

Freitag, 14. September 2018

Urlaub auf der Insel

Ich hatte es ja versprochen, dass ich Euch noch ein bisschen was von unserem Urlaub erzählen möchte. Und als Regina jetzt ihre Fotoalben zeigte, bekam ich ein schlechtes Gewissen - Alben mache ich nämlich nicht. Und die digitalen Fotos schlummern meist auch unbetrachtet auf irgendwelchen Festplatten.... Aber so gibt's wenigstens hier noch mal einen kleinen Bericht!
Ende August waren wir 10 Tage auf der schwedischen Insel Gotland. In Schweden waren wir noch nie und auf Gotland gleich noch gar nie. Warum Gotland? Der Junior hatte im Frühsommer eine Phase, in der er überlegte, ob er Paläontologe werden möchte. Fossilien interessieren ihn sehr. Und auf Gotland sollte es angeblich welche geben..... Also haben wir uns auf die Reise gemacht. Von Rostock mit der Fähre nach Trelleborg, dann über das Festland nach Oskarshamn und von dort mit der Fähre nach Gotland. Zwischendurch muss man einmal übernachten. Aber das ist kein Problem: in Schweden gilt das "Jedermannsrecht" - man kann einfach irgendwo übernachten.


Die Landschaft von Gotland ist schon besonders: Wacholder, Kiefern, Birken und Heide mit Kalksteinwänden oder - brocken, dazwischen immer wieder Schafe - auch im Wald - und endlose Weite....


Ich fand es unglaublich, wie viele Windmühlen in recht gutem Erhaltungszustand wir getroffen haben!


Die meisten sind klein und ohne Galerie, aber auch seltsam integrierte konnte man sehen:


Unser Ziel war ja aber eigentlich das Silur. Dieses Erdzeitalter, das so ca. vor 430 Millionen Jahren stattfand, tritt auf Gotland sehr vielfältig zu Tage. Die Erdschichten liegen auf der Insel "schräg", so dass man in relativ kurzen Kilometer-Abständen neue geologische Schichten antrifft. Das sieht man deutlich an den gefundenen Fossilien. Es gab tolle Sachen zu bestaunen. Großflächig versteinerte Korallenriffe


Und das ganze in Größenordnungen, dass man es nicht vom Strand wegtragen kann, und "festverwachsen" mit dem Umgebungsgestein. Kettenkorallen:


Auch in Steinbrüchen haben wir nach Schnecken und Muscheln Ausschau gehalten. Das war zumindest für mich Neuland. Denn eigentlich suche ich Fossilien immer so:


Es war jedenfalls wunderes Seelebaumelnlassen, Steine bestaunen, Zeitreisen machen und überhaupt. Urlaub eben....


Das Ferienhaus lag in himmlischer Ruhe direkt am Wald und entgegen aller Unkenrufe gab es keine Mücken - paradiesisch!


Gotland ist auf alle Fälle eine Reise wert. Alles geht gemähchlich. Die Zeit scheint ein bisschen stehen geblieben zu sein. Diese Holzzäune gehören nicht etwa zu einem Museum, sie finden sich an ganz vielen Grundstücken.


Vermutlich waren wir nicht zum letzten Mal dort. Zum Glück wollte der Junior mal eine Zeit lang Paläontologe werden.... ;-)
Leider ist der Urlaub nun schon wieder eine Weile Geschichte. Ganz präsent dagegen ist immer noch der Korb in meinem Nähzimmer!*lach*


  1. der Packsack einer Wind- und Wetterjacke, der nie benutzt wurde → Schuhkarton Wachstuch
  2. ein sehr schmaler Streifen einer Tischdecke → Abfall
  3. ein winziges Stück pinkfarbener Dekostoff → Abfall