Samstag, 31. Mai 2014

Die Möwe Sammy

Diese Möwe fehlt noch in meiner Sammlung - die Möwe Sammy. Es ist eine Sturmmöwe -genäht bei Wind und Regen am Himmelfahrtstag.


Die Stoffe sind gar nicht viele verschiedene Stoffe, sondern eine Resteverarbeitung von dieser Quiltrückseite. Hier waren genau die vier benötigten Grau-Töne vorhanden. Das Blöckchen ist klein - nur etwa 10 x 10 cm. Und nun habe ich auch mal alles, was ich fertig habe, zusammen ausgelegt. Eigentlich sollte jetzt alles genäht sein, Claudia Hasenbach hat in diesem Monat das Layout des Quilts veröffentlicht. Da zeigen sich bei mir aber noch heftige Lücken: eine Möwe fehlt mir noch und ich hatte auch nicht begriffen, dass die Blöcke, die in der Anleitung auch spiegelverkehrt zur Verfügung standen, alle in zwei Richtungen genäht werden müssen! Zudem geschehen in so einem Nähzimmer ja seltsame Dinge: mein zweites Segelboot ist weg. Na gut - "weg" ist es sicher nicht, es segelt aber derzeit in unbekannten Gewässern. So viele Gewässer gibt's in meinem Nähzimmer doch gar nicht! Da ist die Gießkanne und das Dampfbügeleisenwasser... und kein Segelboot!


Insgesamt wirkt mir das Ganze aber recht unruhig. Und das Format passt nicht zu meiner "Quiltwand" in der Diele. Die Zwischenblöcke habe ich ja auch bei Weitem noch nicht alle genäht. Da muss ich irgendwann mal in mich gehen und mir überlegen, wie mein Leuchtturmquilt nun insgesamt werden soll.
Viele andere schöne Motive von Claudia Hasenbach könnt Ihr heute bei Cattinka sehen.

Freitag, 30. Mai 2014

Taschenspieler-SewAlong: der kleine Rucksack


Irgendwie "hing" ich diese Woche mit dem Taschennähprojekt. Aber dann plumste ja eine Jeans ins Nähzimmer und in einer Schachtel waren schon lauter kleinere Restteile parat. Also war die Stoffwahl leicht. Aber dann! Alles, was dann kam, fand ich nicht so mehr leicht! Ich hatte noch nie den Bund einer Jeans verarbeitet. Astrid hat da immer so tolle Ideen - ihre Jeanstaschen finden immer wieder meine Bewunderung! Jedenfalls hatte ich die Gürtelschlaufen zwar unten abgetrennt, oben aber nicht. Das erwies sich natürlich beim RV-Annähen als fatal... Aber letztendlich hatte ich das.
Nächstes Problem: Der Rucksack ist ratz-fatz und einfach genäht (sagt farbenmix), weil Oberstoff und Futter gleich gemeinsam vernäht und dadurch innen offene Nähte sind. Das ist ja nun nix für Muttern's Tochter. 4 Tage hat mir das Kopfzerbrechen bereitet, dabei ist es ganz einfach:
 1. Rückenteil vorbereiten mit Trageschlaufe, Trägern und unten Bandschlaufen (wie in der Anleitung beschrieben)
2. RV zwischen vorderes Ober- und Unterteil einnähen (von vorn bis hinten durch)
3. die Futterstoffe des Ober- und Unterteils dagegen nähen, aber am Rand vorn und hinten 3 cm frei lassen
4. den Futterstoff jeweils an diesen Rändern nach unten wegstecken und den RV schmalkantig absteppen
5. die Außentasche fertigstellen, dazu
6. an dieses nun komplette Vorderteil links und rechts das Rückenteil annähen, aber unten 1cm vor Stoffende aufhören und verriegeln
7. den Boden einsetzen: erst die gerade Naht am Rücken, dann die gebogene, auch hier wieder vorn und hinten die NZG von 1 cm aussparen
8. die Futtertasche lässt sich jetzt genauso fertigstellen, ich habe eine Wendeöffnung in der Seitennaht des Futters gelassen
9. wenden, obere Naht von innen schließen und versäubern
10. Wendeöffnung mit Hand schließen und an den RV-Enden das Futter ebenfalls mit ein paar Stichen festnähen.

Hier sieht man gut, wie Innen- und Außentasche zwar am RV verbunden, aber sonst einzeln genäht sind:



Den Taschenboden habe ich mit Vlies untersteppt, ansonsten ist der Rucksack ungefüttert.

Hier sieht man das Innenleben. An der Stelle, wo der Futterstoff beim schmalkantigen Absteppen nach unten weggeklappt war, ist auf der einen Seite eine kleine Falte, auf der anderen ist es total unauffällig. Ein kleines Elend im Gegensatz zu offenkantigen Nähten...:-)


Viel größer fand ich das Elend mit der nicht richtig gelesenen Anleitung, weil ich es ja sowieso anders machen wollte! Der RV ist verkehrt herum, eigentlich sollte er in geschlossenem Zustand den Zipper oben haben. Und einen zweiten Rucksack kann ich auch noch nähen, weil ich das Futter nämlich nicht gegengleich zugeschnitten hatte. So was passiert zum Glück nur mir und sonst keinem!


Mit den Trägern hatte ich mir auch echt ein Bein gestellt: ich hatte eine längs- und querelastische Jeans genommen, weil sie so schön dünn war. Das näht meine Maschine nur mit sehr engen Stecknadeln und einem Schraubenzieher! Aber sie sind super geworden, innen drin ist eine Lage Bodentuch vom Discounter.


Voila! Von innen sehen wir nun eine sehr schön saubere Innentasche und ich sitze hier stolz mit einem breiten Grinsen im Gesicht :-)




Und nun darf der Rucksack, der eigentlich ein Rucksäckchen ist, noch zu Emma.
Die Waage zeigt für den Rucksack  287 Gramm und für den Jeansabfall, der unweigerlich bei kaputten Jeans reichlich anfällt: 643 Gramm

Mittwoch, 28. Mai 2014

Time for Jane - D7 und G11

Als erstes mal ganz schnell was ganz Wichtiges: DANKE für Eure zahlreichen und wunderbaren Kommentare zum letzten Post. Ihr habt ja alle sooo Recht! Und ich bin so froh, dass ich mit meinen Sorgen nicht allein bin und eines Tages werde ich sowieso Politikerin - bis es soweit ist, halte ich Referate im Nähzimmer und führe dort die Buchhaltung und Statistik. Leider bin ich auch noch die Putzfrau, das hält so auf! *kicher*
Heute müssen wir uns aber noch ein bisschen gedulden - es gibt nur klitzekleine Blöcke für den Quilt nach Dear Jane. Bis der gewogen wird, vergehen noch Jahre!
Ich bin ja noch in der "Findungsphase". Heißt: ich habe die Systematik, nach der ich vorgehe, noch nicht gefunden, obwohl ich sie fast jeden Abend vor dem Schlafengehen mit der Lupe suche:


Nein, mal im Ernst. Ich sitze mit der Lupe an diesem wunderbaren Buch, weil ich auch mit Lesebrille die winzigen Muster auf den von Jane verwendeten Stoffen nicht erkennen kann. Ich betreibe sozusagen Stoffstudien. Damit bilden sich so allmählich Kategorien heraus wie "die rotkarierten", die "rotgrundigen", die "blauen", die "blassgelben" Blöcke. Denn meine Stoffkisten werde ich wohl farbenweise sichten. Inzwischen habe ich ja diverse Retrostoffe gekauft, aber selbst da ist die Zuordnung zu einem passenden Block nicht einfach. Ich bin leider für großzügige Entscheidungen nicht gemacht sondern ein bisschen kleinkariert! :-)

Jane hat zwei rote Stoffe mit weißen Punkten verarbeitet (dazu muss man wissen, dass der Quilt 225 Blöcke hat und dazu 56 Stoffdreiecke mit je einer anderen Farbe, also 281 verschiedene Stoffe)
Ein roter Block ist "richtig" gepunktet, bei dem anderen sind die Punkte noch mal extra gerandet. Aber da ich genau so einen Stoff sicher nicht finde, werde ich hier auch Pünktchenstoff nehmen.
Heute gibt es erst mal Block D7 "Meeting place"


Und der allerhellste Block im ganzen Quilt ist Block G11 - "Decisions, Decisions" - "Entscheidungen, Entscheidungen" oder so etwas in der Art. Keine Ahnung, warum der Block so heißt. Aber die Entscheidung für den hellen Sandstoff aus meinem Leuchtturmquilt fiel mir leicht. Und der Block ist im Original echt auch so kontrastlos.



In der Seitenleiste seht Ihr die Links zu den anderen Bloggerinnen, die sich heute Zeit für Jane nehmen - da gibt es noch ganz andere Blöcke zu besichtigen.

Montag, 26. Mai 2014

Die seltsame Vermehrung der Dinge

Das ist fast unheimlich in so einem Nähzimmer. Da wird ja nicht nur genäht. Sondern auf seltsame Weise - so scheint es - wird hier Vermehrung betrieben. Ich beobachte das schon lange: anfangs hatte ich kein Nähzimmer und um die im Wohnzimmer auf einem kleinen Tisch stehende Nähmaschine herum entwickelte sich allmählich ein Berg Schuhkartons mit Stoffen in verschiedenen Farben. Kurz vor der "Eckenexplosion" oder einem echten Familienkrach bekam ich ein Nähzimmer, so ein halbes, schmales, viel zu kleines - Ihr wisst schon... Dort gab es anfangs ein Regal in 3/4-Höhe - die Leitern waren halt gerade da. Nur sehr kurze Zeit später habe ich aufgestockt mit zimmerhohen Regalleitern. Und trotzdem ist einfach kein Platz. Seit Jahresbeginn beobachte das ja noch genauer. Ziel war es, das Volumen an Material im Nähzimmer zu verringern. Aber irgendwie scheint das nicht so recht zu gelingen. Die Idee der Materialreduzierung war mir durch Jutta von Faulengraben gekommen. Sie möchte im Jahr 2014 insgesamt 12 Kilo "aus dem Nähzimmer rausnähen bzw. rausstricken". Ich wollte einfach nur "abbauen", möglichst aus dem Bestand nähen.
Aber wie das so ist: "Kannst Du diese alte Jeans gebrauchen?" - Klar, ich kann! Auch zwei karierte Blusen habe ich geerbt. Dabei sind die Jeanskisten voll! Die Materialwahl für die nächste Taschenspieler-Tasche ist also eigentlich vorgegeben...


Und nun kam auch noch eine Freundin mit einer ganzen Tüte Stoffreste: "Hab ich für Dich gesammelt!" Und so wurde es wieder mehr...


Das Vlies für den TIC war auch noch nicht gewogen: 215 Gramm

Wenn man anfängt, die Waage zu benutzen, muss man ja konsequent sein und alles wiegen, was rein und raus geht, auch den Abfall. Nun habe ich mal wieder alle Behälter geleert.


Außerdem hat ein weicher Brief das Haus verlassen und hat seine Empfängerin inzwischen erreicht :-)


Aber der Hammer ist natürlich die Entscheidung, einen Quilt nach Dear Jane mit möglichst authentischen Stoffen zu nähen. Ich wollte mich auch nicht darauf verlassen, dass ich in fünf Jahren den Hintergrundstoff immer noch nachkaufen kann. Die Materialempfehlung ist immerhin 10 Meter allein für den Hintergrund! (wo soll das in dem "kleinen" Quilt eigentlich alles hin?) Außerdem gibt es sooo schöne Retrostoffe, von denen bisher überhaupt nix in meinem Fundus ist. Und so sind in der letzten Zeit zwei große Lieferungen hier eingetroffen. Das hat gar nicht zusammen auf meine Küchenwaage gepasst.








Damit ist zwingend eine Zielkorrektur für das Jahr nötig. Machen die Politiker ja auch ständig. Sie nennen es "Nachtragshaushalt".
Für mich wäre nun das Ziel, dass am Ende des Jahres 2014 im Nähzimmer nicht mehr drin ist als zu Beginn des Jahres - und das trotz Jane. Schau'n wir mal.... Erst mal geraten wir jedenfalls tief in die roten Zahlen! - Und stehen dazu. So.
Aktuell befindet sich im Nähzimmer nun 4,355 Kilo mehr Material als am 01.01.2014! Aber das Interessanteste für mich ist ja die Durchlaufmenge. Ich finde es absolut erstaunlich, dass dieses Jahr ins Nähzimmer 14,606 Kilo neues Material eingezogen ist, gleichzeitig 3,260 Kilo Abfall entstanden ist und sage und schreibe 6,991 Kilo fertig genähte Dinge das Nähzimmer verlassen haben. Wow. Spannend ist auch das Verhältnis von Abfall und fertig genäht. Ich schmeiß' doch eigentlich nix weg! Aber alte Jeans machen eben einen Haufen Rest...

Sonntag, 25. Mai 2014

Heute ist TIC-Zeigetag

Um die Näherei des Triple Irish Chain ist es ein bisschen still geworden. Das liegt bei mir daran, dass sich diverse türkisfarbene Projekte und die Taschenspieler-CD frech in den Vordergrund gedrängelt hatten. Nun habe ich aber beim Abtragen des Stapels - um an die Claire zu gelangen - das Top in die Hand genommen und beschlossen, mich mit der Rückseitengestaltung und dem Rand zu beschäftigen. Denn Sigrid ist mit ihrem TIC schon fertig und Marianne hat mich trotz der immensen Größe ihres TIC wohl inzwischen auch überholt :-)
Als erstes habe ich den vor langer Zeit ausführlich mit Euch diskutierten hellen Rand an das Mittelteil angesetzt. Ich denke, das ist eine gute Entscheidung - viel besser als randlos.



Die Rückseite muss ich aus zwei Bahnen zusammensetzen, da dachte ich mir, dass ich noch eine Würfelreihe einbaue. Dazu habe ich mir erst mal neue Quadrate zurecht geschnitten - 37 Stück - und zwar aus Stoffen, die im TIC noch nicht vernäht sind. Das war aber bei den ganzen Neueinzügen der letzten Zeit kein Problem...


Ein dünnes Baumwoll-Vlies liegt ja bereits hier. Das hatte ich vor geraumer Zeit schon gekauft. Nun fehlt eigentlich nur noch die Entscheidung des Quiltings. Sigrid hat ihren TIC auf einer Longarmmaschine quilten lassen - Outcourcing, sozusagen. Das ist die schnellste Lösung. Ich könnte ihn natürlich auch unter meiner Nähmaschine durchquetschen und die diagonalen Ketten selbst quilten - Muskelkater, sozusagen. Oder ich quilte ihn mit der Hand - Beschäftigung für die nächsten 1001 Tage, sozusagen. Ich weiß noch nicht...

Samstag, 24. Mai 2014

365-Tage-Quilt: Tag 144

Diese 9 Tage vergehen immer wie im Flug!



Dieses Mal habe ich einen neuen grünen Stoff zugefügt - seht Ihr ihn oben links?


Diese kleinen Blümchen sollen in meinen Quilt nach Dear Jane einziehen und hier in den 365-Tage-Quilt dürfen sie nun auch. Ich weiß ja nicht, wann ich das alles vernähen werde, denn für den Dear Jane sind diverse Stoffe bei mir eingezogen (zeige ich Euch noch), aber derweil lasse ich mich von Thornton Wilder trösten:


Man muss leben,

als hätte man hundertfünfzig Jahr Zeit.

Hast ist der Feind des Lebens.






Donnerstag, 22. Mai 2014

Die Taschenspieler-SewAlong-Ersatzspieler-Tasche namens Claire

Das war total schlau. Und ich bin froh. Ein UFO weg. Eine klasse Anleitung zwischen den Fingern gehabt. Und von der Tropfentasche reichen mir die Bilder der anderen. Ich habe mich ja schon amüsiert, wie viele Menschen sich nicht so recht mit dieser bodenlosen Taschenvariante anfreunden können! Und noch netter fand ich Eure Kommentare zu den Ecken und Stapeln in den Nähzimmern! Was bin ich froh, dass ich nicht allein auf der Welt bin! Es scheint ja diverse Strategien in diversen Nähzimmern zu geben, wie man mit seinen Ecken umgeht... *kicher*
Und was denkt Ihr, was ich da noch alles vom Stapel gezogen habe! Mal sehen, ob ich in der nächsten Zeit was davon zeigen kann.
Die Claire. Sie war ja schon teilweise zugeschnitten. Wie immer hatte ich mich dabei um die Träger drumrum gedrückt (das hasse ich! Man sollte viel mehr Clutches nähen!) Aber nun ist sie fertig:


Unten hat sie die der Tropfentasche fehlenden Ecken. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich die runde Form dieses Machwerk-Modells noch nie genäht habe und wohl auch nie nähen werde. Mir gefallen die Ecken einfach besser! Überhaupt - die Claire hat eine tolle Form und die Känguruhtaschen finde ich einfach witzig. Der Taschenkörper ist aus einem festen leinenbindigen Gewebe in einem satten Dunkellila. Dadurch steht die Tasche von allein obwohl sie nicht mit Vlies gefüttert ist. Der Henkel ist zum Knoten gedacht und damit in der Länge etwas variabel.
Innen ist das Pünktchenfutter mit einer schlichten Aufsatztasche nach Machwerk-Art versehen.


Für die Reißverschlussenden hat der Stoffrest vom Blümchenstoff noch gereicht. Für die Reißverschlusseinfassung und den Schrägstreifen an den Känguruhtaschen habe ich einen dunkellila Stoff aus dem Fundus gefischt.


Und nun bin ich froh: diese Woche doch eine Tasche genäht und gleichzeitig noch ein UFO weniger - das ist doch was! Das gute Stück bringt  323 Gramm auf die Waage.


Damit verbessert sich für ganz kurze Zeit noch mal die Bestandsbilanz im Nähzimmer, aber nur so lange, bis ich das Stoffpaket wiege, das für den Quilt nach Dear Jane hier eingetrudelt ist! Das passt nämlich nicht auf die Küchenwaage :-)

Und habt Ihr gesehen? Bei Frau Machwerk gibt es bald eine ganz spannende neue Tasche! Ich freue mich schon, die muss ich bestimmt nähen, unbedingt.